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Vom Unkrautmeer zum Garten, oder warum ein “Schlunz” keinen Garten betreiben sollte. (Video)

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Ich bin immer wieder selbst erschrocken, mit welche einem “Garten” ich so aus dem Winter komme. Garten kann man das eigentlich schon gar nicht mehr nennen. Ein einziges Meer von Graesern, Unkraut, Ernterueckstaenden, getrockenter Gruenduengung, nicht abgeernteten Pflanzen. Also wirklich, einen Garten kann man das nicht mehr nennen. Liegt zum Teil daran, dass einige Kulturen sehr lange stehen. Rosenkohl, Gruenkohl z.B. Da ist im Herbst nicht drum herum zu pfluegen oder zu arbeiten. Deswegen lasse ich einfach alles so wie es ist. Dazu kommt noch, die Motivation laesst gegen Ende der Saison erheblich nach. In gleichem Masse, wie die Temperaturen in den Keller gehen, geht auch meine Gartenbegeisterung in den Keller. Ein Teufelskreis.

Einmal vor dem Winter eine ordentliche Bodenbearbeitung gemacht, wuerde mir im Fruehjahr einiges an Arbeit ersparen. Aber nun gut, so bin ich nun mal. Ein Schlunz. Was du morgen kannst besorgen, das mache bloss nicht heute, koennte mein Motto lauten. :)

Vernachlaessigter Garten

Hab ich Recht oder Unrecht? Garten kann man das doch gar nicht mehr nennen.

Unkraut beseitigen

Hier bleibt kein Halm stehen. Alles wird zerkleinert und dient damit der Bodenverbesserung.

Nach jedem Winter folgt ein Fruehling

Aber, die Temperaturen steigen auch wieder an. Zum Glueck. Und mit den steigenden Temperaturen kommt auch meine Gartenbegeisterung wieder hervor. Es kommt der Tag, an dem ich nach hinten in den Garten gehe und mich umsehe. Oh Schreck, hatte ich vollkommen verdraengt. War doch so schoen, den ganzen Winter am Ofen zu sitzen oder Gitarre zu spielen. :) So stand ich auch in diesem Jahr wieder vor diesem Unkrautmeer was sich Garten schimpft. Musste irgendwie diese knapp 800 Quadratmeter in einen Zustand bringen, um darauf aussaeen und pflanzen zu koennen.

Gartenansicht

Das Zeugs ist hartnaeckig. Alles wieder angewachsen. :)

Garten fräsen

Also alles noch mal von Vorne. Wieder so flache es eben ging.

Was taete ich nur ohne Maschinen?

Welch ein Glueck, dass ich mir damals einen Einachser gekauft habe. Ohne solch ein Geraet, oder etwas Vergleichbares, waere so ein Garten gar nicht zu handhaben. Wer glaubt, da koenne man noch was mit dem Spaten, dem Sauzahn oder der Grabgabel ausrichten, der irrt. Wer glaubt, da muesse man nur ein paar Holzhackschnitzel verteilen, da lache ich drueber. Wer glaubt, Rasenschnitt oder Heu als Mulch wuerde hier helfen, da kann ich nur schmunzeln.

PH Wert im Garten messen

Zwischenzeitlich noch eine PH Wert Messung gemacht. Uebrigens, die gleichen Werte wie das elektronische Messgeraet.

Gartenkalk

Ich habe mich fuer Algenkalk entschieden. Ein Vermoegen, bei so einem grossen Garten. Mit Konverterkalk aus der Stahlverhuettung waere ich preiswerter gefahren. War mir aber zu “suspekt”.

Hier braucht es Pferdestaerken

Da muss “rohe Gewalt” ran, sonst ist in wenigen Wochen aus dem, was ehemals ein Garten war, wieder die Wiese geworden, mit der ich dereinst angefangen habe. Im letzten Jahr habe ich gepfluegt. Teils mit meiner Maschine, teils mit Hilfe eines Nachbarn, der mit seinem Holder noch einmal eine Kategorie besser ausgestattet ist. In diesem Jahr ergab es sich aber leider, dass der Nachbar keine Zeit hatte und ich keine Lust zum Pfluegen. Mir fehlt da noch der wirklich passende Pflug und ein paar Gewichte auf den Raedern, um vernuenftig arbeiten zu koennen. kurzerhand entschieden, es nur mit der Fraese zu versuchen.

Garten richtig kalken

Kamelle Kamelle!!! Aufwandmenge geringfuegig ueber der Empfehlung des Herstellers.

Drei Durchgaenge waren noetig

Drei mal bin ich insgesamt damit ueber den Acker gefahren. Die ersten beiden Male ganz flach, so flach es eben ging. Ich wollte einfach nur den Bewuchs daran hindern, die Oberhand zu gewinnen. Nach dem ersten Durchgang hat es drei oder vier Wochen gedauert, und das Gras fing wieder an zu wachsen. Also noch mal ganz flach druebergefahren. Zwischendurch schnell noch eine PH Wert Messung gemacht. Die hatte naemlich im letzten Jahr einen zu niedrigen Wert ergeben. In diesem Jahr habe ich eine andere Messmethode gewaehlt. Ein Schnelltest von Neudorff. Hat aber, entgegen meinen Erwartungen, ziemlich genau das gleiche Ergebnis gebracht.

Garten vorbereiten

Und ein letztes mal. Das muss jetzt reichen.

Garten aussaatbereit

Der “Moechtegern Selbstversorger” vor seinem Acker. Er traeumt bestimmt schon wieder. :)

Kalk aus der Stahlverhuettung? Wollte ich nicht.

So sind auch noch ein paar Saecke Algenkalk auf dem Acker gelandet. Ob es hilft? Als das dann geschafft war, noch einen weiteren Durchgang mit der Fraese. Dieses mal auf tiefster Einstellung. Das muss in diesem Jahr reichen. Ob es das tut, wird sich im Laufe des Jahres herausstellen.

Soweit die Zusaemmenfassung der Arbeiten, die ich in diesem Jahr gemacht habe, um aus meinem Unkrautmeer wieder einen Garten zu basteln. Ich kann Ihnen sagen, das war ein hartes Stueck Arbeit. Die Fraese setzte sich immer wieder mit Pflanzenresten zu. Musste sie immer wieder von diesem Material befreien. So ein Ding ist schwer, koennen Sie versichert sein. Fuer einen alten Mann wie mich, da hat man sich schnell einen Hexenschuss zugezogen. Uebrigens auch dies in jedem Jahr das gleiche Spiel. :)

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Veröffentlicht unter Beikraut, Dies und Das, Gartenansichten, Gemüseanbau, Ungeklaerte Fragen Getagged mit: , , ,
7 comments on “Vom Unkrautmeer zum Garten, oder warum ein “Schlunz” keinen Garten betreiben sollte. (Video)
  1. Auflagenbox sagt:

    Ich habe bei mir dieses Jahr auch zum ersten mal Algenkalk genommen, zwar nur für den Rasen, aber ich muss sagen der wächst diesmal so gut und ist saftig grün, dass ich Algenkalk auf jeden Fall empfehlen kann. Es kann nur daran liegen, dass ist das einzige was ich in diesem Jahr geändert habe. Aber der Preis ist, wie du schon sagst, deutlich teurer.
    Viel erfolg und reiche Ernte

  2. Uli sagt:

    Hallo, gerade zufällig den blog entdeckt, per Verlinkung vom wildkräuter blog. Und – ich bin begeistert. Vor allem von den Videos Vielen Dank für die schöne Arbeit!

  3. George sagt:

    Hallo! Ich habe eure Webseite durch einen Zufall besucht und finde diese sehr ansehnlich. Tolles Design kompliment.

  4. Christine Eisenhauer sagt:

    Das mit dem Winterschlunz kenne ich auch. Seit Jahren nehme ich mir vor, die Balkonpflanzen auch im Winter zu gießen und die empfindlicheren Pflanzen vorm Frost zu retten. Aber ab November geht es abwärts, und im März kommt dann das böse Erwachen: wieder der Rosmarin vertrocknet und der Lavendel erfroren… Bei mir sind es dann gottseidank nur 3qm Gemüsegarten…

  5. Frauke sagt:

    hallo wie schön das du all die Maschinen hast, früher undenkbar.
    Als Kind waren alle Gmüsegärten auch so groß, denn auch wir waren Selbstversoger wie all unsere Nachbarn.

    Und da war eben mal Muskelkraft gefragt, im Herbst wurde alles umgegraben. Nun war es auch schwerer Lehmboden, dem eine Frostgare guttat.
    Ich selbst habe lieber ein dichte Gründungung auf meinem leichten Land spät gesäht und mein Mann grub mir dann im zeitigen Frühling mein nur halb so großes Gartenland um.

    Nun kann ich es nicht mehr aus gesundheitlichen Gründen bewirtschaften.
    es bleiben die beerensträucher, der Spargel mit Gründüngung und das Hochbeet. Alles andere wird nun, auch das große Erdbeerstück nach der Ernte zu einer Wiese.
    Ich harke nur alle eben, sähe vieles aus und bin sehr gespannt!
    Sie wird eben selterner gemäht.

    Ich kalke meinen Garten mit Gartenkalk perliert, der wird hier richtig in einer Kreidegrube abgebaut.
    dies verwenden auch hier die Bauern. diese geben es im herbst auf den Boden ich bevorzuge den zeitigen Frühling.
    Ich denke immer an den Spruch :
    ” Kalk macht reiche Bauern und arme Söhne, ”
    da die Nährstoffe dann besser von den Pflanzen agelöst werden. Es sei denn es wird auch entsprechend gedüngt!

    Grüße von Frauke

  6. Sabrina sagt:

    Schön, endlich was (fast) aktuelles.
    Hast recht Ralf, ist alles spät dieses Jahr.
    Wetter war hier bis Mitte März eine totale Katastrophe
    und bis dato extrem wechselhaft. Dann haste wieder ein paar Tage mit deutlich mehr als 25 Grad Hochsommer und dann wieder Abstürze auf 10-12 Grad. Und das immer im lustigen hin und her mit sehr viel Wind dazwischen. Außerdem ist es (zumindest hier) alles in allem zu trocken für diese Jahreszeit.
    Vom Pflanzenwachstum her liegen wir (zumindest im Außenbereich) entsprechend gut und gerne 2-3 Wochen zurück.
    Auch der Juni soll sehr durchwachsen werden … schauen wir mal was uns diese Saison erwartet …

1 Pings/Trackbacks für "Vom Unkrautmeer zum Garten, oder warum ein “Schlunz” keinen Garten betreiben sollte. (Video)"
  1. […] aus der Erde. Und das nicht nur dort, wo die urspruengliche Reihe Roter Meier gestanden hat. Nein, mit der Fraese habe ich die Samen schoen im Garten verteilt. Auf der gesamten Flaeche, ja sogar im Folientunnel, zwischen den Gehwegplatten vor dem Haus, ich […]

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