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Die Wahrheit ueber “Selbstversorgung aus dem Garten”, oder warum es ohne Tierhaltung nicht geht. (Video)

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Was es mit der Selbstversorgung aus dem Garten wirklich auf sich hat, habe ich Ihnen in einem frueheren Artikel schon einmal genau dargelegt. Selbstversorgung aus dem Garten ist nichts anderes als ein frommer Wunsch, eine Utopie die zwar lobenswert, aber in der Realitaet nicht umsetzbar ist. Ganz einfach deshalb, weil sich im Garten zwar nahezu Unmengen von pflanzlicher Nahrung produzieren lassen, diese aber nicht die noetigen Kalorien enthaelt, um wirklich davon leben zu koennen. Ich verweise auf meinen vorherigen Artikel zum Thema, auf den dieser hier aufbaut und den Sie vorher gelesen haben sollten. Die Grundnahrungsmittel, die es braucht, um davon leben zu koennen, lassen sich im Garten nicht anbauen. Kein Getreide in  nennenswerter Menge und  keine Oelpflanzen. Die Verarbeitung ist in der heutigen Zeit nicht mehr machbar. Ich weiss wovon ich spreche. Ich habe es versucht. Getreide z.B. hier.

Bildlich gesprochen: Wenn Sie einen Salat essen, dann stammen mehr Kalorien aus dem Oel der Marinade, als vom Salat selbst.

Und mit Tierhaltung?

Wie sieht es aber aus, wenn zur Selbstversorgung aus dem Garten Tiere und deren Produkte hinzu kommen?

Bienen z.B. lassen sich auch im Garten halten. Sie produzieren mit ihrem Honig sehr viele Kalorien. Huehner sind auch in einem kleineren Garten kein grosses Problem. Die sind pflegeleicht und produzieren Eier und Fleisch. Wer etwas mehr Platz hat, der kann es mit Gaensen versuchen. Und wer noch mutiger ist, der kann sich an der Schweinehaltung versuchen. Auch Kaninchen lassen sich prima in die Selbstversorgung einbauen. Alles Moeglichkeiten Kalorien zu produzieren, fuer die keine riesigen Flaechen gebraucht werden.

Auch die habe ich gezaehlt

Ich war ja so jeck und habe in einem Jahr meine gesamte Ernte gewogen. Jedes Fitzelchen Gemuese und Obst, welches ich geerntet habe, ist auf der Waage gelandet. Das warten 1326 Kilogramm. Trotzdem wuerde diese Menge pflanzlicher Nahrung nicht ausreichen, um zwei Personen ein Jahr lang mit den noetigen Kalorien zu versorgen. Die haben naemlich nur 665000 Kalorien erbracht. Bei einem zwei Personen Haushalt also nur etwas mehr als 900 Kalorien pro Tag und Person. Dabei ist mein Garten schon recht gross. Die aller wenigsten duerften solch eine Ernte jemals erreichen. Einfach deswegen, weil ein Standardgarten wesentlich kleiner ist. Machen Sie den Selbsttest und zaehlen Sie nach.

Ich habe aber auch die tierischen Erzeugnisse mengenmaessig genau erfasst. Da kommt einiges zusammen. Das waren naemlich 63,8 Kilo Honig, die sage und schreibe 204000 Kalorien erbracht haben. Auch die Eier unserer Huehner haben ordentlich geholfen, die Kalorienbilanz zu verbessern. Die haben 355000 Kalorien erbracht. Bei 11 Eiern pro Tag, das rechnet sich. Dazu noch das Fleisch. Das waren 13 Kg Huehnerfleisch mit 29000 Kalorien. Dann noch die Kaninchen. Die haben 23,9 Kilo Fleisch erbracht und haben damit 45000 Kalorien zur Bilanz hinzugesteuert. Und natuerlich noch die Gaense, die ich habe schlachten lassen. Die erbrachten 12,3 Kg Fleisch und Fett mit zusammen 43000 Kalorien. Alles zusammen haben die Tiere also 676000 Kalorien geliefert und damit mehr als die pflanzliche Nahrung.

Da ist die theoretische Selbstversorgung

Addiert man nun beide Zahlen komme ich auf 1340000 Kalorien und damit pro Person und Tag 1836 pro ‘Tag. Das ist zwar immer noch nicht genug, aber schon nahe dran an der Minimumkalorienzahl von 2000, die ich fuer meine Berechnungen zugrunde gelegt habe. Waehrend ich zur theoretischen Selbstversorgung nicht mehr Gruenzeugs braeuchte (mehr kann niemand essen), liessen sich die restlichen Kalorien locker ueber tierische Produkte erzeugen was auch passiert. Alleine der Honigertrag lag im letzten Jahr bei mehr als 180 Kg. Rechnen Sie mal nach. Damit habe ich Selbstversorgung erreicht.

Ja, ich weiss, das ist keine gesunde Diaet

Sicher, so eine Nahrungszusammenstellung laesst jeden Landarzt aufhorchen. Besonders gesund duerfte das nicht sein. Viel zu viel Fett und viel zu viel Zucker. Das war ja auch nicht die Frage. Das wir davon nicht leben wollen, versteht sich von alleine. Auch wir nutzen Brot und Milch, auch wir kaufen Fisch und Olivenoel. Diese zugekauften Kalorien rechne ich gegen die selbst produzierten Ueberschuesse auf. Auch wir koennen und wollen keine 11 Eier am Tag verzehren. :) Es ging hier einzig um die theoretische Moeglichkeit. Ist nur eben nicht so, dass ich mit meinem Honig und einem Packen Eier in die Baeckerei stapfe, und diese dort gegen ein Brot und ein paar Sonntagsbroetchen eintausche. Obwohl, ich sollte es einmal versuchen. :)

Mit Recht

Es gibt viele, die mit dem Wort “Selbstversorgung” jonglieren. In der Realitaet ist das aber alles andere als eine wirkliche Selbstversorgung. Auch ich benutze das Wort “Selbstversorgung”. Jetzt wissen Sie, warum ich dieses Wort meines Erachtens mit Recht benutze.

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Gemüseanbau, Tierhaltung, Ungeklaerte Fragen, Versuche Getagged mit: , ,
8 comments on “Die Wahrheit ueber “Selbstversorgung aus dem Garten”, oder warum es ohne Tierhaltung nicht geht. (Video)
  1. Richard sagt:

    Moin.
    Vielleicht sollte er es einmal mit Ölpflanzen versuchen. Mohn zum Beispiel. Da kommt von 150 qm Blaumohn mehr Öl und Kalorien zusammen, als mit Hühnern und Kaninchen. Oder Soja lässt sich ebenfalls im Kleinbau anbauen (siehe Asien), auch ganz ohne Impfung (man ist ja kein Großbauer). Mais ist ebenfalls sehr nahrhaft, und macht geradezu fett. 15 qm im Block Zuckermais, kein Problem und viel Nahrung. Getreideanbau im Kleinbau auch kein Problem. Mit Pflanzenvereinzelung kann man die Ernte extrem vervielfachen (Das praktische Survival Magazin Nr.19, Beschreibung der Methode nach den Gebrüdern Demtschinsky und auch in Fernost jahrhundertelang bekannt). Hanf wächst wie Unkraut, sehr nahrhaft, man braucht lediglich eine kleine Getreidemühle um Ölschrot herzustellen. Zuckerrüben, Kartoffeln, Topinambur am Rand, Haselnuss-Bäume umsäumen das Areal… Apfelbäume hat man sowieso, Birnen auch. Also uns reicht das zum Leben allemal, ganz ohne tierische Begleitung. Achja, Kompostieren will auch gelernt sein, dann braucht es keinen Dung. Schaut nach Japan, dort war Tierhaltung jahrtausendelang völlig unbekannt und man lebte tatsächlich nur von Pflanzen der Scholle… guter Gartenbau beginnt im Kopf, mit überlegter Planung und nicht von heute auf Morgen.
    MfG,
    Richard
    (Außer hin und wieder Eier esse ich seit 30 Jahren tierproduktefrei und bin gesünder als je zuvor. Die Eier bringt mir gelgentlich die Nachbarsfrau, wenn ich wieder mal deren Hunde hüte… da möchte ich ungern unhöflich sein und ablehnen.)

  2. Markus Hohenauer sagt:

    Hallo

    Ich verfolge mit grossen Interesse deine Videos. Und habe schon viele Tipps und tricks geerntet.
    Leider finde ich Teil 3 Von der Wahrheit über die Selbstversorgung nirgends kannst du mir da helfen?
    Liebe Grüsse aus Tirol
    Markus

  3. none sagt:

    Hallo,

    in der Rechnung fehlt mir irgendwie der Posten wie viel
    Energie (Futter) Sie in die Tiere gepumpt haben.

    Grüße

  4. schnee sagt:

    Hi Ralf! Ich bin ein begeisterter Fan deiner Videos. Eine kleine Kritik am Rande, da du schon öfters erwähnt hast, dass man sich als veganlebender Mensch nicht selbstversorgen kann. Stimmt nach deiner Kalorienrechnung auch, da man zb für Getreide andere Maschinen braucht, als man als Hobbygärtner zur Verfügung hat. Allerdings wirst du vermutlich auch für deine Hühner und Kaninchen (vielleicht auch für die Enten) Futter (grossteils Getreide) in grösseren Mengen hinzukaufen müssen, was wiederum die Bilanz verändern würde, wenn du die Kalorien im Futter (welche du übrigens auch selbst essen könntest ;.))abziehst.
    Ansonsten weiter so ;) lg aus Österreich

    • gartenadmin sagt:

      Ich kaufe es deswegen dazu, weil mir nicht die Flaeche zur Verfuegung steht, die mit statistisch zustehen wuerde. :) Waere dem so, liesse sich ein grosser Teil das Tierfutters selbst produzieren. Das muss ja nicht die Anforderungen an menschliche Nahrung erfuellen.

  5. Wie immer eine gute Rechnung. Nur gibt es da einen Punkt, den Du nicht berücksichtigt hast: Die Kalorienzahl der Arbeit. Deine 2000kal pro Tag mögen sich zwar im ersten Moment als Schwellwert nehmen, allerdings kommst Du damit nicht aus, wenn Du Deine Arbeitskraft mit versorgen mußt. Da bist Du dann sicher bei 2500-3000kal/Tag. Die Energie Deiner Technik gehört eigentlich in die Rechnung mit rein, denn Pflügen, grubbern, hacken, harken, Baumschnitt usw benötigen viel Energie. Deshalb sahen die Bauern früher aus wie Hungerlatten. Trotzdem: WEITERMACHEN…sfg

  6. Michael Pellny sagt:

    Hallo Ralf. Ich danke dir fur den zweiten Teil. Hast du mal wieder super gemacht und erklärrt. Ich bin genau deiner Meinung. Hut ab von dem was du tust. Mach bitte unbedingt weiter so. Du machst alles richtig. Gruß Michael

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