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Spinat Spinat Spinat, oder von der Idee des „living mulch“.

Ich und meine Experimente! Die Idee war gut. So sehe ich das jedenfalls. Aber an der Durchfuehrung muss ich noch arbeiten. Der ein oder andere mag sich erinnern, ich habe vor einigen Wochen fast das gesamte Stueck, auf dem Gemuese wachsen soll, mit Spinat eingesaet. Ausgespart habe ich eine kleine Flaeche, auf der mit Spinat verwandte Gemuesesorten wie Mangold und Bete ihren Platz finden sollen. Auf dem kompletten Rest waechst nun Spinat. So weit so gut. Das Wetter war nicht schlecht fuer Spinat. Viel Regen, nicht zu hohe Temperaturen. Mittlerweile haben sich die Spinatreihen so weit gemausert, dass ich die ersten Blaettchen als Salat essen konnte.

Laufenten und kleine Spinatpflanzen vertragen sich nicht

Fast ueberall waechst Spinat. Auf einer Seite des Beetes ist allerdings so gut wie kein Spinatpflaenzchen zu sehen. Dort hatten die Laufenten eine Weile ihr Domizil unter den Hecken zu Nachbars Wiese, bis wir sie mit einem mobilen Zaun in ihre Grenzen gewiesen haben. Das waere noch nicht weiter tragisch gewesen. Bedenken muss man allerdings dabei, dass fuenf Enten mit ihren Quadratlatschen ziemlich viel platttreten koennen.  Unter anderem auch kleine Spinatpflanzen. Aber das ist ein anderes Thema, zu dem ich noch mal an einem anderen Tag ein paar Worte schreibe.

living-mulchIch finde die Idee immer noch gut. Im Vordergrund unter dem Vlies alles was frueh ins Freiland kann wie Moehren, Zwiebeln, Rettich oder Ruebchen. Dahinter ein Streifen fuer Bete und Mangold und noch weiter hinten Spinat ueber Spinat, oder sollte ich besser sagen Unkraut ueber Unkraut.

Wer hat am Ende die Nase vorn?

Spinat im Fruehjahr ausgesaet gehoert nicht gerade zu den Gewinnern im Wettbewerb “ Wer waechst am schnellsten?“. Da sind naemlich eine ganze Reihe anderer, traurigerweise weniger erwuenschter Mitbewerber, die die Nase vorne haben.  Die Folge dieses ungleichen Kampfes ist, der Spinat faellt unter all dem Gruen kaum mehr auf. Dabei habe ich einmal das Beet mit meiner Radhacke bearbeitet. Die Arbeit haette ich mir allerdings auch sparen koennen. Seit Wochen schon ist der Boden nicht mehr abgetrocknet. Das Unkraut hat nach meiner Behandlung eine kurze Rast eingelegt, sich neu gesammelt und schlaegt jetzt mit doppelter Staerke zurueck. Melde, Hirtentäschel, Quecke, kriechender Hahnenfuss und vor allem Vogelmiere breiten sich so rasant aus, da ist nichts mehr zu machen.

spinat-mit-unkrautBloss nicht aussamen lassen. Wenn es wenigstens einmal ein paar Tage trocken gewesen waere, ich haette das Unkraut in Schach halten koennen. Bei dem vielen Regen aber waechst alles wieder an.

Und was ist der Grund dafuer?

Aber warum das ganze? Meine Rechnung war folgende: Nach dem Pfluegen sollte ja moeglichst schnell wieder etwas wachsen, damit wieder Leben in den Boden kommt, der Regen ihn nicht so schnell verschlaemmt und einfach weil es schoener aussieht wenn alles gruen ist. Geerntet werden sollte der Spinat in erste Linie nicht. Es ging mir mehr um die Bodenbedeckung. Wenn dabei auch noch was fuer den Kochtopf abfaellt, warum nicht. Spaeter haette ich den Spinat entweder geerntet, oder aber, wenn er im Wege gewesen waere, einfach abgehackt und die vorgezogenen Pflanzen an seine Stelle gesetzt. Der Spinat waere liegengeblieben und verrottet.

mulchgartenDas ist der ganze Sinn der Sache. Der Spinat wird geerntet oder abgehackt, bleibt als Mulch liegen und dazwischen wird gepflanzt und gesaet. So wie hier schon mit Gemuesezwiebeln geschehen.

Noch ein paar Tage, dann wird gepflanzt

Das habe ich heute mit den ersten Pflanzen so gemacht. Eine Reihe Spinat habe ich abgehackt, nicht bevor ich mir eine Riesenschuessel Blaetter davon geerntet habe, und an seiner Stelle stehen jetzt Gemuesezwiebeln. Die waren mir naemlich in den Topfplatten schon recht gross geworden. Wurde unbedingt Zeit, sie in den Garten zu pflanzen.

Jetzt kommt es darauf an, wie schnell das Unkraut auszusamen beginnt. Einige dieser Hirtentäschel sind schon dabei. Die koennen auf keinen Fall stehen bleiben. Aber auch der kriechende Hahnenfuss steht in den Startloechern. Die ersten Blueten konnte ich heute entdecken.

Wird also Zeit, dass ich auch all die anderen Pflanzen in den Garten bringe. Den Spinat, der nicht stoert solange die Gemuesepflanzen noch klein sind, kann ja noch stehen bleiben. Wie die Sache ausgeht und ob sich das Experiment als Erfolg herausstellt hat, darueber werde ich noch berichten.

Sag also niemand, wir wuerden hier nur die Landwirtschaft nachahmen. Nein, wir basteln uns unsere eigene Philosophie.

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9 Antworten

  1. hi ralf!

    im Herbst hab ich natürlich auch noch Wintergemüse (Pflückkohl usw.) stehen, aber eben nicht auf der ganzen Fläche, so säe ich jede frei werdende Fläche im September/Oktober mit Spinat ein, insofern im nächsten Frühjahr nicht eine sehr früh zu säende Kultur drauf kommen soll.

    konkret sieht das so aus, wenn z.b Kartoffeln (anfang mai), Kohl (mai), Mais (ende april/anfang mai) drauf kommen soll, wird immer im Herbst eigentlich wie eine Gründüngung der Spinat eingesät.

    In deine Fruchtfolge (Gründüngung-Kartoffel-Gemüse-Getreide oder?) würde ich nach der Kartoffelernte einen Teil oder auch das ganze Feld, was ja dann im nächsten Jahr Gemüse sein soll, mit Spinat einsäen, und dann im Frühjahr nach Bedarf, so wie du jetzt, ernten bzw. weghacken und die Frühjahrkulturen säen/pflanzen.

    lg styrian_cro

  2. Spinatsaat wird übrigens enorm preisgünstig im Futterhandel (kg bei 1.50 €) angeboten. Inwieweit der qualitativ weniger gut sein kann (muss) als Spinat für den Gemüseanbau, kann ich natürlich nicht beurteilen. Der Preisunterschied ist jedenfalls enorm.
    Aussaat im Spätherbst hatte ich auch schonmal gelesen als Möglichkeit sehr früh bereits Spinat zu haben.
    Bei Gründüngung muss man sowieso aufpassen (wie beim Saatgut überhaupt), dass man nicht als Hobbyist angesehen wird, dem man mal eben das Fell über die Ohren ziehen darf.

    Gruß

    1. Also ich glaube, bei den kleinen Mengen die man als Hobbygaertner braucht, muss man auf den Preis nicht achten. Eine Grosspackung von Kiepenkerl reicht ziemlich lange.

  3. Hi!

    Mach das auch so ähnlich wie du mit der Spinat-Vorfrucht, säe meinen Spinat allerdings schon im Herbst aus, sodass ich bereits im März/April ernten kann.

    lg styrian_cro

  4. Hallo,

    so kann man natürlich auch vorgehen. Ich hätte nicht einmal im Traum daran gedacht, dass das so funktionieren könnte. Spinat als Mulch? Wer kommt denn auf solche Ideen? 😀

    Ich esse Spinat, ganz ehrlich gesagt, viel zu gerne, als dass ich ihn einfach nur als Mulch verwenden würde. Aber wenn es funktioniert: warum nicht?

    Viele Grüße

    Michael

    1. Hallo Michael

      Das kommt davon, wenn man, wie ich, zu viel Zeit hat. 😉 Ob es funktioniert weiss ich natuerlich nicht.

      Gruss RR

  5. Hi

    @mipooh
    Eine SpinatsamenQuelle?Da fällt mir die ReinSaat KG aus Österreich ein.Habe dort noch nicht bestellt,aber die bieten auf alle Fälle auch kiloweise Portionen an,in Bio Qualität.

    Habe dieses Jahr erstemal frischen selbstgernteten Spinat gegessen,war sehr lecker, und hinterlässt den Eindruck,das tiefkühlen die Qualität mehr mindert als deren Hersteller,Verkäufer und die Stromriesen zugeben.

    Plane im Herbst leere Beete mit Spinat,Feldsalat und Winterportulak zu besamen,eventuell auch Roggen und Klee.Spät im Jahr gesät kann ich im Frühjahr dort ernten oder hacken wo neues gesät wird,wenn noch Platz ist bleiben welche als Samenträger stehen.Jetzt blüht gerade Feldsalat bei mir und nach der Samenernte kommt dort Kohl,Zuckerhut oder ähnliches hin.

    Und jetzt gehts erstmal in den Garten 🙂

    Grusse

  6. Pflügen gehört bei einer solchen Vorgehensweise ja wohl weniger dazu… aber ich hätte auch fast umgegraben vor einem guten Monat.
    Finde ich gut, dass Du das ausprobierst. Mir ist selbst Unkraut/Wildkraut/Beikraut lieber als nackter Boden. Und zugegeben, die optimale Vorgehensweise habe ich da auch noch nicht gefunden und bevorzuge allein aus optischen Gründen Phacelia, die ich ständig irgendwo wachsen lasse, sogar im Gewächshaus.
    Ich war bisher bei weitem nicht konsequent genug, immer gleich alles zuwachsen zu lassen, also einzusäen, was so an leeren Stellen entstand. Und da kommt eben etwas, solange nicht alles tot ist.
    Ob Unkräuter aussamen oder nicht ist mir noch relativ egal. Es befinden sich sowieso im Boden Unmengen Samen, die nur auf ihre Gelegenheit warten. Die mit den besten Bedingungen keimen und wachsen halt. Und ich sehe meinen Part darin, für Kultur zu sorgen… die einen unterdrücken, die anderen fördern…
    Spinat hatte ich schon in den 80ern probiert, hatte das in einem Mischkultur-Buch gelesen. Nur hatte ich damals noch den Part des Alleinverdieners mit hartem Job und da war ich dann noch weniger konsequent als heute. Jetzt habe ich nach langer Zeit im dritten Jahr einen 700qm-Schrebergarten, davon etwa 200 als Erdbeer- und Gemüsefläche.
    Spinat hatte ich jetzt nur in kleinen Päckchen gefunden, das ist mir dann zu teuer. Ansonsten würde ich den auch wieder so einsetzen, wie Du es oben beschrieben hast. Allein schon wegen der recht großen Masse. Phacelia bringt da ja leider nicht so ganz viel und so fehlt es doch an Mulchmaterial. Du hattest mal diese 3m-Pflanze erwähnt mit den zuckerrohrähnlichen Stielen. Ich hab leider keinen Strom im Garten, ansonsten würde ich die als Gründüngungspflanze gern mal probieren, allerdings nur gehäckselt.

    Auf einem Hochbeet hatte ich letztes Jahr Spinat und war ganz angetan von der Masse, die der bringt. Falls Du eine gute Spinatsamenquelle weisst, am besten Kiloweise, wäre ich interessiert die zu kennen.

    Völlig ohne Unkraut-Hacken wird es wohl nicht gehen, aber die Menge an Aufwand sollte sich gut reduzieren lassen. Kürzlich las ich mal wieder so Prozentzahlen (muss wohl mal jemand sich einige Mühe gemacht haben), die bei verschieden dicken Mulchschichten noch an Wildbewuchs verbleiben.
    Schon bei der dort erwähnten kleinsten Mulchschicht gab es wohl nur 20% Wildbewuchs. Immerhin…

    Mein ursprünglich nahezu toter Boden fühlt sich jetzt (also nach 2 Jahren weitgehend Gründüngung) sehr angenehm an, die Pflanzen scheinen sich recht wohl zu fühlen, werden größer als anfangs und er ist schön weich und locker. Noch weit entfernt von dem was ich mir auf Dauer vorstelle, aber zumindest kann ich Verbesserungen deutlich erkennen.

    Bei der Größe Deiner Flächen hätte ich allerdings auch erstmal ein Problem. Bisher schneide ich unerwünschte Pflanzen einfach, ab, betrachte sie als Biomasse, die dem Boden zugutekommt. Lediglich Gras muss wohl raus, sonst verdichtet es sich zu sehr. Bei anderen Pflanzen lasse ich die Wurzeln einfach drin, sollen sie doch Biomasse erzeugen, wenn sie können…

    Oft würde ich mir Gerätschaften wünschen, die das erleichtern mit dem abschneiden. zB stelle ich mir einen handlichen Rasentrimmer mit geringem Durchmesser vor. Damit würde das Schneiden wesentlich besser funktionieren können als mit Scheren. Der große ist einfach zu unhandlich und zu groß, funktioniert aber dank Plastikmessern ganz ordentlich. Sowas in klein und mit gutem Akku wäre ein Traum, ebenso wie ein akkubetriebener Häcksler. Die Hersteller machen sowas aber nicht, weil die Nacktbodenfans einfach in der Überzahl sind und daher kein großer Markt für sowas existiert.

    Gruß

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