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Von Vogelmilben, von Entenkueken und von Kaninchen mit T-Rex Zaehnen. (Video)

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Hatte doch letztens der Kleine eine Kindergartenfreundin zu Besuch. Und wie das so ist, fremde Kinder zeigen immer ein grosses Interesse an unseren Tieren. Seien es die Huehner, die Enten und ganz besonders die Kaninchen. So hat es sich eingebuergert, dass, wenn Kinder zu Besuch sind, ich mit ihnen auch zu den Tieren gehe. Meist lasse ich sie die Eier aus den Nestern nehmen. Das kommt immer gut an. So war es auch an diesem Tag.

Acht Uhr Telefon, das kann nichts Gutes bedeuten.

Am naechsten Morgen klingelte das Telefon und die Mutter meinte, sie haette auf ihrem Kind eine Milbe gefunden, dick und fett vollgesogen. Sie haette im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es sich dabei um eine “Rote Vogelmilbe” handeln muesse. Gott sei Dank ist sie selbst Reiterin und Tierliebhaberin, so daß es nur eine Info und kein Vorwurf war :)

Gut, dass Tierstaelle nicht zu den hygienischsten Ortschaften auf Erden zaehlen ist mir klar. Es gibt schon mal Tage, da kann einem das Grausen kommen, wenn man sie betritt. Besonders an heissen Sommertagen kann man den Eindruck bekommen, an allen Ecken und Enden wuerden diverse Insekten und anderes Getier nur darauf warten, auf einen zu springen, einem das Blut auszusaugen, Eier in die Haare zu legen, in die Ohren und an noch schlimmere Stellen zu krabbeln oder das unfreiwillige Wirtstier, in diesem Falle ja ich, nur dazu nutzen zu wollen, sich auf der Erde auszubreiten. Vornehmlich in die im Winter lecker warm beheizten “Vier Waende”. Tierstaelle sind also nicht unbedingt ein Ort, um sich dort laenger aufzuhalten, jedenfalls nicht im Sommer.

Die Jagd beginnt

Ich also raus in den Huehnerstall, bewaffnet mit einer Taschenlampe und auf die Suche nach den Milben gemacht. Ich habe mich sowieso schon gefragt, warum wir so lange von diesen Plagegeistern verschont geblieben sind. Wo man auch hinhoert, die “Rote Vogelmilbe” scheint ein weit verbreitetes Problem zu sein, und es ist erstaunlich, dass wir sie bei uns noch nie zu Besuch hatten. Oder aber, wir sind nur zu deppert oder zu blind gewesen, um sie zu sehen (oder wollten sie nicht sehen :) ).

rote-vogelmilbe-bekaempfenImmer wenn ein Problemchen beseitigt ist, taucht ein neues auf. :) Ob ich den Tag noch erlebe, an dem ich keines loesen muss? Aber unruhige Naechte duerften unsere Tiere nicht haben. Der Kot liegt fein saeuberlich in Reihen.

Ritzen und Spalten in denen sich Milben verstecken koennten, gibt es viele im Huehnerstall. Immerhin ist das Gebaeude als Pferdestall gebaut worden, aus Brettern und Paletten zusammengezimmert. Folglich gibt es dort kilometerlange Ritzen. Ok. Fast. In den Ritzen an den Waenden konnte ich keine Milben finden. Das Einzige was mir daran auffiel, war ein weisser grisseliger Belag undefinierter Herkunft. Aber Milben Fehlanzeige. Aber unter den Sitzstangen, dort wo sie auf den Halterungen aufliegen, dort fand ich dann welche. An der roten Farbe sehr leicht zu erkennen. Aber meines Erachtens nach weit davon entfernt, in einer Anzahl, die besorgniserregend gewesen waere.

Wenn ich das sehe, muss ich mich dringend kratzen

Irgendwo habe ich mal gelesen, die wuerden nur naechtens auf die Huehner klettern und sich vollsaugen. Tagsueber hielten sie sich versteckt. Ebenso habe ich mal gelesen, man koenne die Anwesenheit der Vogelmilbe riechen, was auch immer fuer ein Geruch da zu riechen sein soll. Ich habe auch gelesen, man koenne die Anwesenheit der roten Vogelmilbe daran erkennen, dass die Huehner unruhiger sein sollen, sich oft das Gefieder picken. Und man koenne es auch daran erkennen, wenn der Kot auf dem Kotbrett unregelmaessig verteilt auftritt. Das soll damit zu tun haben, dass die Huehner nachts keine Ruhe finden und ihre Haeufchen an vielen verschiedenen Stellen hinterlassen sollen.

rote-vogelmilbeGefunden habe ich sie nur an den Stellen, an denen die Sitzstangen auf ihren Auflagen liegen. Sonst scheint der Stall milbenfrei zu sein. Oder ich war zu deppert, um sie zu sehen

Keines der Anzeichen habe ich bei unseren Tieren beobachtet. Die verhielten sich vollkommen normal, so wie immer. Die Rote Vogelmilbe soll auch, so habe ich gelesen, in Haltungen mit viel Auslauf eher seltener auftreten. Die Huehner halten sich ja von morgens bis abends im Freien auf. Aber alles nur Spekulation.

Der gute alte Campingkocher

Da es sich meiner Meinung nach nur um kleine Milbennester handelte, habe ich mich dazu entschlossen, mechanische Bekaempfungsmassnahmen zu ergreifen. Mit Chemie mag ich ungerne hantieren, so lange es noch chemiefreie Alternativen gibt. Haengengeblieben bin ich dann bei einer simplen Gasflamme, betrieben mit der Kartusche eines Campingkochers. Alle Nester, die ich finden konnte, habe ich damit abgeflammt und werde das wohl in der Zukunft oefter machen muessen. Solange ich bei den Huehnern kein auffaelliges Verhalten feststelle, solange die Milben, die auch den Menschen befallen (allerdings brauchen sie Voegel um sich zu vermehren), werde ich wohl damit leben muessen. Klar, ich koennte jetzt den “Vorschlaghammer” zur Hilfe nehmen und “auf Teufel komm raus” versuchen, jeder Milbe das Leben zu nehmen. Aber macht das Sinn? Wer hat Erfahrungen mit diesen Tieren?

Noch mehr Enten?

Aber auch bei unseren Enten gibt es einige Neuigkeiten. Die versuchen ja schon seitdem sie bei uns leben, an allen moeglichen und unmoeglichen Stellen zu brueten. Einmal haben wir sie gewaehren lassen und 14 kleine Entchen sind dabei herausgekommen. Ok, so klein sind sie nun nicht mehr. Besonders die Erpel sind eigentlich schon schlachtreif. Weil wir aber nicht noch mehr Enten haben wollten, jedenfalls in diesem Jahr, waren wir so dreist die Nester immer wieder auszuraeumen. Bis das Spiel an anderer Stelle wieder von vorne begann. In den Sommerferien allerdings waren wir einige Tage nicht hier, und unsere Vertretung hat es nicht bemerkt, dass wieder eine Ente zum Brueten “angesetzt” hatte. Als wir dann wieder die Kontrolle ueber unseren kleinen Tierpark uebernahmen, hat es niemand von uns uebers Herz gebracht, ihr die angebrueteten Eier wegzunehmen. Obwohl wir es besser getan haetten. Die bruetet jetzt schon ziemlich lange auf den Eiern herum, ein leises Quaken ist da aber noch nicht zu hoeren. Bin mal gespannt, ob da noch was kommt. Ich hoffe, ich habe mit 6 Eiern richtig gezaehlt. Noch mal 14 Stueck, dann kriege ich die Krise.

bruetende-enteHoffentlich habe ich mich nicht verzaehlt und es bleibt bei den sechs Eiern, die sie bebruetet

Kaninchen mit Heimweh

Natuerlich duerfen auch die Kaninchen in meinem heutigen Film nicht fehlen. Die sorgen immer wieder fuer Ueberraschungen und immer wieder fuer Problemchen. Vor einigen Wochen haben wir die Kaninchen ja zum ersten Mal nach Geschlechtern getrennt. Bei knapp 20 Stueck war das ein Kampf. Wir hatten drei Rammler aussortiert und in ein separates Gehege verfrachtet. Bloss nicht noch mehr Kaninchen in diesem Jahr. Jetzt war ich mir damals aber meiner Sache nicht so ganz sicher. Bei einigen war der kleine Unterschied eben doch zuuu klein, als dass ich mit Sicherheit haette sagen koennen, ob Maennlein oder Weiblein. So habe ich ganze Prozedur noch einmal wiederholt und siehe da, ich habe noch einen Rammler gefunden. Also nicht nur drei sondern vier. Ich hoffe mal, da ist noch nichts passiert. :)

Also die vier jetzt zusammen in das Rammlerabteil. Einige Tage ging es gut, bis ich eines Morgens in den Stall kam und nur noch drei Kaninchen in diesem Abteil fand. Beim zweiten Blick waren es fuenf und beim naechsten Blick nur noch zwei Kaninchen. Ich mag mir ja am Vorabend einen Schnaps gegoennt haben, aber so lange kann der doch nicht vorhalten. :) Was war nun schon wieder passiert?

Haben die die Zaehne eines T-Rex?

Des Raetsels Loesung war: eines, vermutlich das, welches wir noch zusaetzlich aussortiert hatten, muss wohl so grosses Heimweh gehabt haben (oder so grosse Angst vor den anderen), dass es den Kaninchendraht, der es von seiner alten “Klicke” trennte, durchgebissen hat. Handelsueblicher gruen beschichteter Kaninchendraht, von dem man annehmen sollte, er wuerde Kaninchen auch sicher voneinander trennen (daher ja der Name :) ). Aber nicht die unsrigen. Das muessen einige Dutzend Stellen gewesen sein, an denen das Tier den Draht durchgebissen hat. Ich frage mich wirklich, wie der das geschafft hat. Ich bin sicher, meine Zaehne haetten das nicht hinbekommen. Obwohl ich sie regelmaessig putze. :)

Also, die ganze Prozedur von neuem. Wieder alle Kaninchen einfangen, zwischen die Beine gucken, was die nun gar nicht gerne moegen – als haette ich nichts besseres zu tun. Sollten die aber auch den Draht durchbeissen, den ich jetzt festgetackert habe, dann gehoeren sie ins Guinnessbuch der Rekorde als die Kaninchen mit den haertesten Zaehnen.

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Schaedlinge, Selbst gemacht, Tierhaltung, Ungeklaerte Fragen Getagged mit: , , , , ,
13 comments on “Von Vogelmilben, von Entenkueken und von Kaninchen mit T-Rex Zaehnen. (Video)
  1. Diese rote Vogelmilbe hört sich alles Andere, als angenehm an. Ich habe neulich mein Tier untersucht und den Eindruck gewonnen es könnte auch von Milben befallen sein. Ich hoffe es nicht, ein Besuch beim Arzt wird Aufschluss geben.

  2. Hans Hagen sagt:

    Zum Thema Kompostsieb –
    habe ich ein eigenes Video erstellt,
    bitte teile mir deine E-Mail Adresse mit damit ich Dir das Video Senden kann.

    Beste Grüße
    Hans-Hagen

  3. Nils sagt:

    Hallo.
    Was fütterst du den Enten?

  4. Angela sagt:

    Hallo,

    wir sind seit einer Woche Hühnerhalter und deshalb bin ich auf der Suche nach Informationen auf Deine Seite gestoßen.
    Ich bin begeistert von dem Konzept und auch ein wenig neidisch!

    Back to the roots!!

    Liebe Grüße aus Hamburg

  5. Brechti sagt:

    Hallo,

    zu den “gesprenkelten” Eiern. Unsere Sussex Hennen legen nur solche Eier!
    Und zwar schon immer!
    Es kann auch nicht schlimm sein, denn daraus sind auch Kücken geschlüpft!

    Wir haben unseren Stall “geweiselt”, sprich gekalkt… Des soll auch gegen ungebetene
    Insekten helfen.

    Gruß

  6. sabi(e)ne sagt:

    Leinöl klebt am besten….

  7. Andre sagt:

    Kann dir nur bei der Milbenbekämpfung hierzu raten

    Silikate oder Speiseöle:

    Zitat”
    Seit ein paar Jahren werden Silikatstäube zur Milbenbekämpfung angeboten. Diese wirken biophysikalisch, d.h. sie zerstören den Wachspanzer der Milben und die ungeschützten Gelenke, Körperflüssigkeit tritt aus und die Milbe trocknet aus. Das Pulver wird im Stall, jedoch nicht am Tier angewendet. Es kann mittels Zerstäuber ausgebracht oder mit dem Zuluftstrom im Stall verteilt werden. Es birgt nicht die Gefahr von Rückständen, hat keine Wartezeit und es kommt auch nicht zu Resistenzbildung.

    Das Einmischen des Silikatstaubes in das Sandbad bringt nicht den erwünschten durchschlagenden Erfolg, da die Milben bei Tag nicht am Huhn sitzen. Zu einer geringen Reduzierung kann diese Maßnahme beitragen.

    Silikatstäube wirken nur, wenn sie die Milben tatsächlich erreichen und auch nur an den erwachsenen Milben. Sie erhöhen den Staubgehalt der Luft und trocknen auch die Schleimhäute des Geflügels und des Betreuungspersonals aus. Bei der Anwendung muss auf jeden Fall eine Feinstaubmaske getragen werden!

    Silikatstäube sind relativ teuer. Um die Kosten der Milbenbekämpfung zu senken und weil keine Resistenz ausgebildet wird eigenen sie sich für den oben angeführten Mittelwechsel (Kombination chemisch / biophysikalisch).

    Eine weitere Bekämpfung erwachsener Milben ist mit Speiseöl möglich. Das Öl wird dann mittels Pinsel oder Bürste auf die Milbenverstecke dick aufgetragen damit es tief eindringen kann. Es verklebt die Atemöffnungen der Milben und diese sterben ab.

    Auf keinen Fall darf Altöl, Diesel oder Karbolineum verwendet werden!

    xxx.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1071621_l1/index.html

  8. sabi(e)ne sagt:

    Fändest du Neonics in Lebensmitteln WIRKLICH besser?????

  9. Antje sagt:

    Hallo, ich bin großer Fan deines Gartens, besonders deiner Tiere. Ich habe jetzt dein neuestes Video gesehen über deine Tiere und wollte gern wissen, ob du noch Laufenten hast. Das interessiert mich, weil ich auch Laufenten habe, und hatte es bei dir verfolgt, das eine tot war, die anderen gern verschwanden usw. Mfg

  10. Uwe sagt:

    Mein lieber Schwan!

    Hat es sich noch nicht rumgesprochen das Diatomeenmehl (Kieselgur) krebserregend ist!?!

    http://fzarchiv.sachon.de/index
    .php?pdf=Fachzeitschriften/
    Getraenke-Fachzeitschriften/
    Brauindustrie/2002/12_02/
    BI_12-02_Problemstoff_Kieselgur.pdf

    :0

    Uwe

  11. Kerstin sagt:

    Guten Morgen, Ralf! :)
    Erst Mal danke für das Spitzenmäßige Gewächshaus-Video, ich schreib bald noch mehr dazu.
    Wir (mein Mann und ich) waren am Dienstag auf einem Vortrag über Hühnerhaltung, von einer Frau von der Uni Kassel (ich müsste meine Unterlagen raussuchen wegen des Namens), die einen super Eindruck bei uns hinterlassen hat.

    Sie redete auch von der roten Vogelmilbe und dass man den Stall im Falle eines Befalls mit Kieselgur ausstäuben könnte, weil das die Milben nicht vertragen und daran kaputt gehen. Das bekäme man z.B. günstig über ebay, den Hühnern schadet es nicht (man kann es ja z.B. auch morgens machen und die Hühner sind dann erst abends wieder drin) und die Milben ersticken dran oder so. Kein Gift!
    Es muss nur ordentlich stauben.

    Abflammen ist aber jedenfalls auch ne originelle Idee…

  12. sabi(e)ne sagt:

    Moin,
    Milben bleiben nicht, wenn das Staubbad im Stall aus Kieselgur aka Diatomeenmehl besteht.
    Das funzt bei Geflügel so gut, daß man (NICHT ich!) es auch bei den Bienen damit versucht hat, was aber leider nicht klappt, weil das Zeug so fein ist, daß es den Bienen auch gleich die Tracheen vestopfte.

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