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Vom tristen Acker, von verschiedenen Sichtweisen und von der Unheilbarkeit des Gartenfiebers.

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In jedem Jahr gibt es einen ganz besonderen Tag im Leben eines Hobbygaertners. Jedenfalls geht es mir in jedem Jahr gleich. Das ist dieser ganz besondere Tag an dem ich erkenne, dass unser Garten auch wirklich ein Garten und kein trister Acker ist. Meist kommt diese Erkenntnis so Anfang Mai. Irgendwann stehe ich im Garten, schaue auf meine Beete und die Pflanzen die darauf schon wachsen und ganz ploetzlich erkenne ich: “Jetzt habe ich wieder einen Garten”. Monate habe ich warten muessen, Monate voller Frost und manchmal auch Gaertner-frust, Monate wo sich nichts im Garten tat, nichts wuchs und die ganze Sache nur trist und oede aussah und meine Gartenlaune ebenso trist und oede war.

Dann, so Anfang Maerz wenn es langsam im Garten wieder losgeht, die ersten Arbeiten zu erledigen sind, die ersten Pflaenzchen vorzuziehen sind, die Planung abgeschlossen ist, regt sich wieder “Der Traum vom Garten” in mir.

Aber bis der wirklich Wirklichkeit wird, braucht es noch eine ganze Menge Geduld. Selbst wenn die ersten Samen keimen, Spinat, Stielmus, selbst wenn die Erdbeeren beginnen zu wachsen und an den Beerenstraeuchern die ersten Blueten zu sehen sind, selbst wenn die Kirschbaeume bluehen und der Rhabarber austreibt kann man eigentlich noch nicht wirklich von einem “Garten” sprechen.

garten-anfang-maiIrgendwie lustig, gestern noch habe ich einen trostlosen Acker gesehen, heute einen Garten.

Das sieht noch alles viel zu mickrig aus. Die paar winzigen Spinatblaettchen, das langsam aufkommende Unkraut und der leichte Anflug von Gruen in den Baeumen kann man noch lange nicht “Garten” nennen. So geht es jedenfalls mir.

Ganz ploetzlich, vom einen auf den anderen Tag, ja von der einen auf die andere Sekunde aendert sich aber die Sichtweise. Geht mir in jedem Jahr gleich. Ich stehe eines Tages im Garten, wende meinen Blick und auf einmal wechselt dieses mickrige winzige Gruen in den Zustand eines Gartens. Ganz ploetzlich sehe ich vor meinem inneren Auge, wie es in einigen Wochen (hoffentlich) aussehen wird. Der trostlose Acker verwandelt sich in meinen Gedanken in das, worauf ich monatelang gewartet habe.

Nicht, dass ueber Nacht alles in die Hoehe geschossen waere. Nein, veraendert hat sich zum Vortag eigentlich nichts. Nur eben mein Blickwinkel. Waren es gestern noch Keimlinge, sind es heute Pflanzen. War es gestern noch ein Schimmer von Gruen in den Baeumen, sind es heute Blaetter. Waren es gestern noch Blueten, sind es heute schon heranreifende Fruechte. Hatte ich gestern noch Angst vor Nachtfroesten, ist es mir heute schon zu warm.

Ich liebe diesen Moment und warte in jedem Jahr aufs Neue darauf. Ich kann es kaum erwarten, diese ploetzliche Wendung in meinem Kopf zu erleben. Das ist der Moment, an dem fuer mich das eigentliche Gartenjahr beginnt. Alles was vorher war, war nur “Vorgeplaenkel”. Pflanzen vorziehen, Garten umgraben, Planen. Alles nur “Pillepalle”. Das ist nicht wirlich das, was ich mir unter einem Garten vorstelle.

Dann aber, nach diesem besagten Moment, dann hat mich das Gartenfieber wieder voll im Griff. Nach diesem Moment geht es vorwaerts, manche Arbeit die vorher nur unwillig und ohne Freude von der Hand ging, beinhaltet ganz ploetzlich einen Spassfaktor, den nur der kennt, der selbst vom Gartenfieber befallen ist. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Jetzt soll das werden wovon ich so lange getraeumt habe. Dann bin ich der festen Ueberzeugung, dass dieses Gartenjahr das beste wird, das ich je erlebt habe. Ich werde nur Erfolge erzielen. Ich werde reiche Ernten einfahren, es wird ausreichend regnen, meine Pflanzen werden nicht von Krankheiten, Schaedlingen oder sonstigem Unbill heimgesucht. Die Tomaten werden noch besser schmecken, die Kohlkoepfe noch dicker sein, die Schwarzwurzeln noch laenger und die Erdbeeren noch suesser werden. Jetzt haelt mich nichts mehr vor dem Fernseher (und selbst an den Computer muss ich mich zwingen).

Mein Gott, welch ein tolles Gefuehl. Schade nur, dass es nicht lange anhaelt. Ich bin sicher, in einigen Wochen geht mir das ewige “Giessen” im Folientunnel auf die Nerven, sind die ersten kleinen Kohlpflanzen, die ich jetzt seit Wochen in der Wohnung gehegt und gepflegt habe von Schnecken verputzt worden, die Erdbeeren werden von Grauschimmel befallen, und die Schwarzwurzeln sind gar nicht erst gekeimt, und ich wuerde am liebsten alles wieder hinschmeissen. So ist das eben bei mir als Hobbygaertner.

Und trotzdem, ich bin dankbar dafuer, dass noch kein Kraut gegen das Gartenfieber gewachsen ist und auch Monsanto, Bayer und Co. noch kein Mittelchen dagegen entwickelt haben. Dieser besagte Moment ist es mir wert, jedes Jahr aufs Neue.

folientunnel-bepflanztUnd auch im Folientunnel ist vieles schon an Ort und Stelle. Jetzt gibt es keine Halten mehr.

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Ernte, Gartenansichten, Gemüseanbau, Gewächshaus, Schaedlinge Getagged mit: , ,
2 comments on “Vom tristen Acker, von verschiedenen Sichtweisen und von der Unheilbarkeit des Gartenfiebers.
  1. Klaus sagt:

    dein Folientunnel sieh von innen aber schon recht professionell aus. Hut ab ;-)

    • admin sagt:

      Hallo Klaus

      Ich denke auch, darin laesst sich vernuenftig arbeiten. Professionell wird sich aber noch herausstellen muessen. Spaetestens wenn die ersten Probleme auftauchen, dann zeigt sich der wahre Meister. :)

      Gruss RR

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