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Selbstversorgung? Was ist das und was bedeutet das? Teil 2

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Wie sind wir eigentlich auf die Idee mit der Selbstversorgung gekommen? Ganz sicher sind wir naemlich nicht die vom Schicksal fuer die Idee der Selbstversorgung praedestinierten Menschen. Beide Familien, aus denen wir stammen, haben mit dieser Idee nichts am Hut gehabt. Eine andere Generation eben. Auf den Punkt gebracht: “Schaffe schaffe Haeusle baue”. So sind wir gross geworden und so haben wir auch eine Zeit lang gelebt.   Aber, wie das Leben so spielt, die Zeiten aendern sich und auch Menschen koennen sich aendern.

Vom Schrebergarten zum Selbstversorger – Minibauernhof

Angefangen haben wir vor 8 Jahren, als unser erster Sohn zur Welt kam. 

Wir hatten den Wunsch, ihm (und natuerlich dann auch dem zweiten) die Natur naeher zu bringen. Wir kauften eine kleine Schrebergartenparzelle. Zuerst sollte sie nur der Entspannung und als Fussballplatz fuer die Kinder dienen und uns einen Ausgleich zum Job und zur Stadt bieten. Aber schon nach kurzer Zeit kam der Gedanke auf, auch Gemuese zu ziehen, so wie es meine Eltern (in ganz kleinem Stil) und Grosseltern noch gemacht haben. Wir mussten bei Null anfangen. Was wir vorfanden war eine Wiese auf einer aufgefuellten Bahntrasse. Keine idealen Bedingungen. Aber wir haben es geschafft. Immer mehr Wiese verwandelte sich in Gemuesebeete bis zum Schluss der fuer die Kinder uebriggebliebene Freiraum schon fuer einen Dreijaehrigen nicht mehr ausgereicht haette, um einmal kraeftig gegen den Ball zu treten, ohne denselben im Kartoffelbeet zu versenken. Als wir den Schrebergarten wieder abgaben, hatten wir daraus einen Gemuesegarten gemacht, der sich sehen lassen konnte. Auf dieser kleinen Flaeche haben wir fast das gesamte Gemuese gezogen, das wir verbrauchten.

Ganz ohne Einkommen geht es nicht (und soll es auch nicht).

Vor zwei Jahren dann der Schnitt mit der Vergangenheit. Raus aus der Stadt und rauf aufs Land. Nicht mehr nur ein Schrebergarten fern von zuhause. Es musste etwas mehr sein. Wir fanden ein Haus in einem kleinen Dorf mit insgesamt 3000 Quadratmetern Land, wovon 1000 bebaut oder schon genutzt sind. Bleiben 2000 Quadratmeter uebrig, um daraus einen Garten zu machen (im Nachhinein muss ich allerdings sagen, dass es durchaus auch etwas mehr qm haetten sein koennen. Ein paar Schafe, die auf unserer Streuobstwiese grasen, wuerden mir noch passen :) ). Aber das ist eine andere Geschichte.

Vorher waren wir beide in Lohn und Brot, nach dem Umzug nur noch meine Frau. Es sollte unseren Kindern nicht so gehen, wie vielen anderen. Morgens rein in die Schule, bis halb fuenf in der OGS waehrend wir beide einer stumpfen nicht befriedigenden Arbeit nachgehen, dann Abendessen und rein ins Bett. Am Wochenende alle zusammen in den Supermarkt und die Karre vollgestopft und einmal im Jahr an die See, um den alltaeglichen Stress und das taegliche Einerlei wegblasen zu lassen. Ein Lebensweg, den viele gehen und mit dem auch viele zufrieden sind.

Die ersten Projekte auf dem Weg zur Selbstversorgung.

Wir aber nicht. So kam mit dem Land der Gedanke der Selbstversorgung auf. Das erste Projekt war die Huehnerhaltung, dann kamen Kaninchen hinzu. Spaeter noch Enten. Wir begannen, aus der Pferdewiese einen Garten zu machen. Erst sollte es nur ein Gemuesegarten sein, dann kamen Obstbaeume und allerlei Straeucher hinzu. Wir haben im letzten Jahr zum ersten Mal eigenes Getreide angebaut, aus dem wir unser eigenes Brot backen. Wir haben mit der Imkerei begonnen, wenn auch mit wenig Erfolg im ersten Jahr, und der Kopf ist noch voller Ideen, die es gilt in die Tat umzusetzen. Mit irgendetwas muss ich mich ja beschaeftigen. Kann ja nicht den ganzen Tag im Wohnzimmer sitzen und Daeumchen drehen :) . Zumal ein Verdiener in der Familie heutzutage nicht mehr standesgemaess zu sein scheint. Um all den ueberfluessigen Luxus zu finanzieren, der einem so ans Herz gelegt wird, braucht es schon so einige Euros.

Was braucht es zur Selbstversorgung mit Obst und Gemuese.

Es wird noch Jahre dauern, bis wir, wenn ueberhaupt, von einer nennenswerten Selbstversorgung sprechen koennen. Bis unsere Obstbaeume Fruechte tragen, werden noch Jahre ins Land gehen. Bis wir unseren Garten so gestaltet haben, wie wir es uns vorstellen, wird ebenfalls noch ziemlich viel Zeit vergehen. Wenn es denn auf dieser kleinen Flaeche ueberhaupt moeglich ist. 2000 Quadratmeter sind nicht die Welt. Es gibt Menschen die behaupten, schon 50 Quadratmeter wuerden ausreichen, um eine Familie davon zu ernaehren. Mit 100 Quadratmetern koenne man schon fast von Selbstversorgung sprechen. Ich bin da anderer Meinung. Sicher, man kann auch einiges an Gemuese auf kleiner Flaeche ernten. Aber Selbstversorgung kann man das nicht ernstlich nennen.

Lassen wir das doch einfach mal grob ueberschlagen. Vier Personen, 365 Tage im Jahr. So ist die Theorie, und das ist das Ziel, welches wir anstreben. Ohne jetzt lange nach Kalorientabellen und Ballaststoffanteilen in den verschiedenen Obst- und Gemuesesorten zu suchen, ueberschlage ich das ganz einfach mal. Ich wuerde mal annehmen, ein Durchschnittsmensch braucht bei extrem abgespeckter Fleischkost gut ein Kilo Nahrung pro Tag, um am Leben zu bleiben. Das waeren bei vier Personen knapp 1,5 Tonnen Nahrung, die wir erzeugen muessten,wenn unsere Nahrung denn nur aus unserem Garten und von unseren Tieren stammen soll, um davon leben zu koennen. Ist so meine Schaetzung. Um so viel Nahrung zu erzeugen braucht man einfach Flaeche. Das geht nicht in einem 50 m2 Garten. Kann man drehen und wenden wie man will. Und selbst wenn ich viel zu hoch gegriffen habe und nur die Haelfte noetig ist, wenn von Selbstversorgung die Rede ist, dann ist eine ausreichende Flaeche zum Anbau unentbehrlich.

Ein wenig altmodisch sind wir ja.

Dazu muss ich sagen sind wir ziemlich “altmodisch” in Essensangelegenheiten. Auch wenn Brennesseln essbar sind, wuerde ich eine Blumenkohlsuppe einer mit Brennesseln immer vorziehen. Auch wenn ein Gaensebluemchen oder Loewenzahnsalat wertvoller fuer die Ernaehrung ist als ein Eisbergsalat, werde ich doch den Eisberg waehlen. Auch wenn Hagebuttenmarmelade mehr Naehrstoffe enthaelt als eine aus schwarzen Johannisbeeren, werde ich nur ungerne nach der aus Hagebutten greifen. Und auch wenn Topinambur schon seit Urzeiten der menschlichen Ernaehrung dient, werde ich mich damit trotzdem nie anfreunden koennen. Das heisst nicht, dass wir es nicht probieren. Ich mag auch ungerne auf Fleisch verzichten. Fleisch gehoert zu unseren Kultur und unserer Natur. Da koennen Sie ruhig anderer Meinung sein. Ich stehe zu meiner. Es ist nur eine Frage der Menge. Wer jeden Tag sein Steak braucht, der uebertreibt.Wer zweimal im Monat ein Kaninchen aus dem eigenen Stall auftischt, liegt da schon wesentlich besser.

Sicher, fuer Gemuese ist allemal Platz genug in unserem Garten. Bei Getreide wird es schon schwieriger. Aber bei den Tieren wird es unmoeglich. Ich sehe jeden Tag, wieviel unsere Tiere fressen. Den Gedanken daran, die Tiere von dem zu ernaehren, was wir hier anbauen koennen, ist illusorisch. Alleine das Huehnerfutter, das wir brauchen, liesse sich auf dieser Flaeche nicht anbauen. Aber auch in anderer Hinsicht ist eine komplette Selbstversorgung auf dieser kleinen Flaeche nicht moeglich. Milchprodukte koennen wir nicht produzieren. Wo sollte denn die Kuh noch hin? Das gleiche gilt fuer Oele. Fuer ein Rapsfeld ist hier wirklich kein Platz. Fische laessen sich ebenfalls nicht “anbauen” genauso wenig wie Orangen. Darjeeling, auf den ich nicht verzichte, ist nicht winterhart und von Gewuerzen wie Muskat oder Pfeffer sind noch keine Sorten auf dem Markt, die bei uns wachsen wuerden. Soll heissen, Selbstversorgung ist ein relativer Begriff.

Duerfen wir das Wort “Selbstversorgung” eigentlich in den Mund nehmen?

Demnach duerften wir eigentlich gar nicht von Selbstversorgung sprechen. Schon gar nicht, wenn man die von uns verbrauchte Energie in Betracht zieht. Wir besitzen keinen Wald um an Holz zu kommen. Unsere Dachflaechen sind zu klein oder liegen in der falschen Himmelsrichtung, um eine Solaranlage zu installieren (ich arbeite aber noch daran), und die Kinder morgens mit einem Holzvergaserautomobil zur Schule zu bringen waere zwar lustig und wuerde die Blicke auf uns ziehen, aber eine Stunde vorher den Holzvergaser anzuwerfen waere auch nicht mein Ding ;) .

Also, Selbstversorgung wie Selbstversorgung oder Schuster bleib bei deinen Leisten. Was wir hier anstreben ist das, was machbar ist. Das dann aber in voller Konsequenz. Alles weitere sind schoene Vorstellungen  und Gedankenspielereien. Trotzdem denke ich, sind wir auf dem richtigen Weg.

Selbstversorgung so weit es eben geht auf kleiner Flaeche. Das ist unser Ziel.

Was mich bei vielen Selbstversorgerprojekten und alternativen Lebensweisen, die man im Internet oder Buechern findet, stoert ist die Tatsache, dass dort in ganz anderen Dimensionen gedacht wird. Oft steht Land im Ueberfluss zur Verfuegung. Dort koennen Teiche angelegt werden, dort koennen sogenannte Foodforests angelegt werden. Dort hat das Gaensepaar so viel Auslauf wie bei uns der ganze Garten gross ist, und die Huehner muessen Angst haben, sich auf dem Grundstueck zu verlaufen. So etwas werden nur die wenigsten realisieren koennen. Wir moechten zeigen, wie weit man mit der Selbstversorgung kommen kann, wenn man eben nicht in der gluecklichen Lage ist, aus dem Vollen schoepfen zu koennen. Es muss nicht der Restbauernhof mit einigen Hektar Land sein. Die Grundstuecksgroesse, die wir zur Verfuegung haben, ist fuer viele andere auch erreichbar, so man denn wollte.

Haben wir erst einmal alle Ideen und Projekte umgesetzt (das wird noch lange lange dauern), sind wir schon ein grosses Stueck weiter und, vermessen wie ich bin, zeigen wir einen Weg auf, auch ohne grosse Laendereien einen Grad an Selbstversorgung zu erreichen, der sich sehen lassen kann. Ich bin auch sicher, wuerden mehr Menschen so handeln wie wir, waere unserer Welt schon ein bisschen geholfen.

Wir bleiben mit allen Beinen auf der Erde.

Um es aber mal ganz klar zu sagen. Wir haben uns nicht dazu entschlossen, auf unserem kleinen Fleckchen Erde eine moeglichst grosse Selbstversorgung mit Lebensmitteln anzustreben, weil wir uns auf den “Ernstfall” vorbereiten wollen. Wir glauben weder an den bevorstehenden Kollaps der Weltwirtschaft, noch an den Zusammenbruch des Euros. Wir glauben weder daran, dass es in Zukunft in den Laeden nichts mehr zu kaufen gaebe, oder das Peak Oil uns alle in den Ruin stuerzt. Wir wollen auch mit unserer Selbstversorgung nicht die Welt oder das Klima retten, noch wollen wir irgendwem ein Schnippchen schlagen (das heisst nicht, dass wir uns der Problematiken nicht bewusst sind). Wir sind frei von jeglicher Ideologie und  stehen mit allen acht Beinen im Leben. Auch wir essen gerne mal einen Hamburger oder noch besser, einen deftigen Gyrosteller in der Frittenbude im naechsten Dorf. Auch wir fahren ein Auto (obwohl ich gerne darauf verzichten wuerde) und heizen mit Gas. Auch wir kaufen im Supermarkt (mit fallender Tendenz), und auch wir besitzen einen Fernseher (schrecklich diese Dinger). Wir sind nicht “weltfremd” und wollen auch niemanden “missionieren”. Wir sind schlicht und ergreifend eine Familie, die versucht, anders zu leben, dabei aber den Horizont nicht aus den Augen zu verlieren. Ich fuer meinen Teil wuerde noch ein ganzes Stueck weiter gehen und an der Selbstversorgerspirale noch ein wenig drehen. Beim Rest der Familie muss ich aber doch noch Missionsarbeit leisten :)

Wenn schon ein Grund, dann sind es die Kinder.

So wie der wichtigste Grund ueberhaupt einen Garten anzuschaffen die Kinder waren, so sind sie auch der Grund dafuer, es nicht zuweit zu treiben. Wir haben eine Verantwortung den Kindern gegenueber. Sie sollen nicht auf einer Insel aufwachsen und nur von anderen Kindern hoeren wie ein Hamburger schmeckt. Ein Familienausflug ins Phantasialand mit dem Auto wird auch immer drin sein. Wenn sie sich einen Nintendo DS von Herzen wuenschen, dann  soll auch dieser Wunsch nicht unerfuellt bleiben. Das sind wir ihnen schuldig. Was wir koennen, ist ihnen einen Weg zu zeigen, wie man leben kann, sie aber nicht auf diesen Weg draengen. Sie sollen alle Seiten des Lebens kennenlernen und sich spaeter selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen.  

Was wir wollen ist schlichtweg ein zufriedeneres Leben im Einklang mit der Natur (hoert sich hochgestochen an was?), mit genuegend Freiraum fuer uns und die Kinder, eine Ernaehrung mit gesunden Lebensmitteln die wir mit unser eigenen Haende Arbeit erzeugt haben. Was wir wollen ist ein wenig Unabhaengigkeit, ein wenig mehr Selbstbestimmtheit und ein wenig mehr Sonnenschein im Herzen. Wenn wir damit dann auch noch das Klima ein wenig retten, wenn wir dann auch noch unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen, dann haben wir erreicht was wir wollten.

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23 comments on “Selbstversorgung? Was ist das und was bedeutet das? Teil 2
  1. maxgreena sagt:

    Hallo Ralf,
    du hast Recht: Holz wird immer teurer, es ist in den letzten Jahren zu einer Preissteigerung von bis zu 30% gekommen. Und damit scheidet es, früher oder später, als Energie-Alternative aus. Ich wohne direkt an einem großen Waldgebiet, wenn man das als solches noch bezeichnen kann. In den letzten zwei Wintern (und auch im Sommer!!!) wurden hier über 50% der Bäume gefällt! Anscheinend “lohnt” sich der Holzverkauf jetzt. “Über 50%” ist wirklich ungelogen, denn glücklicherweise wurde zumindest streckenweise wieder aufgeforstet. Nur dauert das mindestens 20 Jahre, bis sich der Wald erholt hat. Jedenfalls hätten die nicht Setzlinge gesetzt, wenn es nicht im Gesetz heißen würde, dass bei solchem radikalen “Ausdünnen” – über 25% – wieder aufgeforstet werden MUSS. Freiwillig haben die das nicht gemacht. (Für Interessierte hier beispielsweise der Gesetzestext aus Niedersachsen (insbesondere §12): http://www.recht-niedersachsen.de/79100/nwaldlg.htm#p12 )

    Bitte berichte doch über die Preisangebote, was diese Solar-Dünnschicht-Module angeht und deine Erfahrungen. Ich wohne zwar “zur Miete”, aber evtl. kann ich den Vermieter ja überzeugen…
    Liebe Grüße
    Maxgreena

    • admin sagt:

      Hallo Maxgreena

      Das mit dem Holzheizen ist eine feine Sache. Aber keine Loesung fuer die Probleme, denen wir uns gegenuebersehen. Es wird immer teurer werden und keine Alternative. Hoechstens fuer eine kleine Minderheit, die ihr Gewissen damit beruhigt, was fuer die Umwelt zu tun. Ich tue mich aber schwer mit Vorschlaegen, die auf die Allgemeinheit nicht umsetzbar sind. Auch wenn wieder aufgeforstet wird. Es wird der Tag kommen, an dem sich wieder Tierschuetzer zu Wort melden und sich beklagen, die heimische Tierwelt wuerde unter dem Holzeinschlag leiden (oder aber die in Litauen oder sonstwo). Das ist alles keine Loesung.

      Das mit der Solaranlage ist ja noch in Planung. Ich habe das Angebot noch nicht vorliegen. Ich nehme an, der Mensch hat die letzen Aenderungen in der Rechtsprechung abwarten wollen. Ich bleibe aber am Ball und werde sicherlich berichten.

      Gruss RR

  2. maxgreena sagt:

    Hallo Ralf und Mit-Kommentatoren,
    der Trend zur Selbstversorgung ist doch eigentlich schon “alt”. Man muss sich doch nur mal das 1.-Erscheinungsdatum des Buch-Klassikers von Seymour anschauen. Mein Gefühl sagt mir, das wir “Möchtegern-Selbstversorger” mittlerweile doch eine größere Menge der Gesamtbevölkerung ausmachen, als uns so bewußt ist.
    Offen gestanden, halte ich es für einen “echten Trend”. Und das sehen die Trendforscher genauso.
    Ich erinnere mich an ein Buch von Simone de Beauvoir, die sich, als sie das einsame Bergwandern für sich entdeckte, mit ihrer Leidenschaft in der Natur zu sein und sich selbst zu finden, zunächst für eine Vorreiterin und Vordenkerin hielt. Um später dann festzustellen, dass es in der Zeit als sie das machte, von unzähligen Menschen ebenfalls so getan und empfunden wurde und sie “nur stumpf einem Trend folgte”. Es lag was in der Luft, könnte man auch sagen.

    Die Gründe für den angesprochenen heutigen Trend der Selbstversorgung sind, wie Ralf es beschreibt und andere Kommentatoren bestätigen und ergänzen, vielfältigster Art. Wir denken wohl alle auf die eine oder andere Art und Weise: “So wie bisher, kann es doch gar nicht mehr weitergehen.” Als Gärtner und naturbeobachtende und -verbundende Menschen wissen wir doch, das Wachstum nicht unbegrenzt stattfinden kann. Das sagt uns doch schon unser gesunder Menschenverstand.
    Jeder reagiert ein wenig anderes auf die äußeren Einflüsse, und das ist auch gut so. Einige meinen, die “Katastrophe”, die Krise, sei nur noch eine Frage der Zeit und bunkern tatsächlich Dosenravioli. Andere, auch die “Normalos”, sind oft ebenfalls nicht die Kopf-in-den-Sand-Steckenden, als die, wie sie hier von manchen beschrieben werden.

    Mir persönlich macht die Energieversorgung der Zukunft auch die größten Kopfschmerzen. Zur Zeit ist es bitter kalt, wir heizen zusätzlich zum Öl auch mit Holz (selbstgeschlagen) und Kohle. Ich frage mich oft, wie lange können wir das Öl noch bezahlen? Wir haben leider kein Geld für Solaranlage oder andere Vor-ort-Energiequellen – gerne würde ich sonst in diese Richtung gehen.

    Ich finde es gut, wenn wir uns Gedanken machen und handeln, ausprobieren und uns austauschen -Trend hin oder her. Weitermachen! ;)
    Liebe Grüße Maxgreena

    • admin sagt:

      Hallo Maxgreena

      Das ist schon richtig. Die Energieversorgung wird zu einem viel groesseren Problem werden, als viele glauben. Die Rohstoffe werden sich noch so verteuern, wir werden uns noch alle “umsehen”. Wir heizen mit Gas und Holz. Wobei wir aber mit unserem Specksteinofen nicht das komplette Haus heizen koennen. Wir werden also auf lange Sicht immer auf Gas angewiesen bleiben. Ich arbeite im Moment an der Idee, doch Solar zu nutzen. Werde mir ein Angbot einholen fuer Duennschichtmodule auf den diversen Schuppen. Darin sehe ich die einzige Alternative. Ein Windrad duerfen wir im Garten nicht aufstellen.

      Holz ist auch keine Alternative. Die Preise werden, genau wie andere Energietraeger, immer teurer. So viele Menschen die sich einen Ofen kaufen. Hat man keine Quelle, um an Holz zu kommen, macht es aus Kostengruenden keinen Sinn. Allenfalls, um sein Gewissen ein wenig zu beruhigen. Bei Neubauten sieht dasanders aus.

      Gruss RR

  3. Biene sagt:

    Moin moin nochmal RR,
    hättest du mal auch schon so jung angefangen ??? ;-)
    Alles Situationsbedingt!!! ;-) ;-) ;-)
    Finde ich regelrecht fazinierend, wenn deine Frau es schafft, mit ihrem alleinigen Einkommen eine 4 köpfige Familie durchzubringen.
    Wie gesagt hier geht es nicht. Mein GöGa ist (52) und Schweißer und ich bin (26) und gelernte Bürokauffrau … hab aber abseits von meiner Ausbildung lediglich nur Jobs im 400€ Segment als Reinigungskraft, Kurierfahrerin, Produktionshilfe etc. bla bla gefunden und gemacht. Mein Mann hat in den letzten knapp 3 Jahren rund 300 Bewerbungen raus gehauen und davon rund – ach komm pie mal Daumen – um die 20-30 Jobs im Endergebnis auch angeboten bekommen. Dazu zählten ausnahmslos Personaldienste und kein einziger davon hätte inkl. Schicht oder Montage, oder Arbeitswegen über 30km mehr als 10€ Brutto bezahlt. Dies entspricht für einen erfahrenen Facharbeiter rund 100€ netto über ALG2 (2Personenhaushalt) zu liegen. Abzüglich Fahrtkosten usw. die natürlich grundsätzlich nicht erstattet werden oder nur unzureichend, liegt man UNTER ALG2. Und auch meine Wenigkeit ist grundsätzlich fehl am Platze. Jung verheiratete Frau – sowas will keiner haben, könnte ja bald schwanger werden ;-) schon klar … ich bekomme hier in der Region noch nicht mal ne Anstellung als Putze. Das gute und zugleich traurige dabei ist, ich gehöre eben NICHT zu der Arno Dübel Fraktion *lol*, nutzt trotzdem alles nichts.
    Was deine Antwort zur “Kriese” betrifft (ich mag das Wort nicht, da es dem nicht gerecht wird) … sehen wir hier ein wenig anders. Leider gibt es immer mehr Möchtgernselbstversorger, die auf der Schiene jetzt versuchen Geld zu machen – sprich mit der Angst der Leute – finde ich unmöglich. Aber bei aller nüchterner Betrachtung sehe ich miserable Jahre auf uns zukommen bzw. haben wir ja schon.
    Das wird in ALLEN bereichen mächtig unbequem für uns kleine Normalos werden. Heitzen tuen wir eh nur noch mit Holz, Öl können wir uns schon lange nicht mehr erlauben (lediglich zur Warmwasseraufbereitung). Nicht aus irgendeiner Ideologie heraus, sondern weil es anders wirklich nicht mehr geht. Das hat abgesehen von finnanziellem Hintergrund Vor- und Nachteile. Und beim Garten ist es das gleiche. Ich plane immer so, dass sich der Garten auch rechnet. Habe diese Tage die Sämerein für die Saison 2012 besorgt und insgesamt rund 30€ investiert. Das Geld habe ich selbst bei einer mittelmäßigen Ernte 10x wieder raus. Ich verwende z.B. auch keine teuren Pflanzkartoffeln. Ich hole mir im Aldi einen stinknormalen 5kg Sack Speisekartoffeln für 1,80€, setze ihn in die Erde und ernte wenige Monate später 50kg – übrigens allerbester Qualität). Aus einem einzigen Saattütchen Stangenbohnen (Neckarperle) für 99cent erntete ich letztes Jahr sage und schreibe 16kg Bohnen.
    Also wenn sich das nicht rechnet, dann weis ich es nicht ;-) ;-) Überschüsse nebst Einkochen und Einfrieren werden getauscht – das läuft immer besser. Anders geht es schlicht nicht mehr und damit spreche ich nicht nur für uns, sondern für ein viertel unseres Dorfes

    • admin sagt:

      Hallo Biene

      Gut, meine Frau verdient recht gut. Aber wir wir haben auch zwei Kinder und recht grosse anderweitige Ausgaben. Zum Leben bleibt nicht sonderlich viel. Dafuer leben wir sehr preiswert. Z.B. kaum ein Moebelstueck, das nicht von Ebay stammt. Ich mache viel selbst und wir haben unsere Ansprueche mittlerweile so weit zurueckgeschraubt, die meisten wuerden ueber uns lachen. Aber das ist eine andere Sache.

      Sicher kann man mit einem Garten Geld sparen. Wenn man ihn so betreibt, wie du es beschreibst, dann ist das kein Problem. Ich habe aber auch Spass an Gartendingen, die etwas teurer sind. Ich gebe gerne einige Euros fuer aussergeoehnliche Kartoffelsorten aus. Das macht ja mit den Reiz ds Hobbygaertnerns aus. Obwohl, ich plane in diesem Jahr mehr die wirklich nuetzlichen Sorten anzubauen und das Spassgemuese sein zu lassen.

      Das Spiel mit der Selbstversorgung machen wir nicht, weil wir es muessten, sondern aus Ueberzeugung.

      Gruss RR

  4. Anja sagt:

    Hallo RR, vielen Dank dass Du Deine Erfahrungen und Gedanken einem so großen Publikum mitteilst. Ich habe Deine Seite über Youtube gefunden – ich hatte nach “naturgarten” gesucht. Wir haben genau so eine Ausgangssituation wie Ihr sie damals hattet, nur mit etwas mehr Land, dafür aber ein schwieriger weil saurer Boden. Grade auch deine Imker-Versuche habe ich mit großem Interesse angeschaut und sie machen mir Mut, das auch zu probieren. Gleiches gilt auch für die Hühnerhaltung, ich schaue nach besonders flugfaulen Tieren ;-) Bitte mach weiter, Du kannst damit mehr (Menschen) erreichen als du denkst. Gerade weil Du es so undogmatisch und witzig rüberbringst ;-) Alles Gute für Dich und Deine Lieben sowie für Haus und Hof wünscht Anja aus Bayern.

    • admin sagt:

      Hallo Anja

      Also so gross ist mein Publikum nun auch wieder nicht. Ein paar tausend Besucher im Monat. Damit kann ich die Welt nicht veraendern.

      Besonders Flugfaule Huehner? Ich habe mal gelesen, je kleiner ein Huhn bleibt, je groesser ist die Gefahr das sie fliegen. Nimm eine besonders schwere Rasse und du duerftest kaum Probleme damit haben. Erstaunlich dass doch so viele Leute meine Imkerversuche gerne sehen. Dabei scheine ich doch auf ganzer Breite gescheitert zu sein.

      Gruss RR

  5. dominik sagt:

    Klasse Text den ich zu großen Teilen zustimme. Besonders dein Fazit kann ich sehr nachvollziehen und unterstützen…..

  6. Ingo sagt:

    Ich komme aus einem kleinen Dorf in der Eifel und hier ist es immer noch üblich einen Gemüsegarten hinter dem Haus zu haben und die Obstbäume zu hegen und zu pflegen. Wir bauen unsere Kartoffeln selbst an und versorgen uns von Juni bis Dezember mit Obst, auch Gemüse in den verschiedensten Variationen haben wir, frisch und eingekocht.
    Wir erliegen allerdings auch immer wieder den Versuchungen der Konsumgesellschaft und das gerne. Wir kennen kein schwarz und weiß, es gibt unendlich viele Zwischentöne und genau da sind wir daheim. Gewissenhafter, moderater Konsum, kaufen was zuviel Arbeit macht, selbst herstellen was spaß macht und arbeiten (ich mag meinen Job) um Geld zu verdienen.

    PS: Ich war geschockt als wir im letzten Herbst Äpfel verschenken wollten und kaum jemand darauf angesprungen ist.

    • admin sagt:

      Hallo Ingo

      Sicher, man muss es nicht uebertreiben. Immer auf dem Boden bleiben. Was nicht geht, sollte man lassen. Ein klein wenig Luxus gehoert ja auch zum Leben.

      Gruss RR

  7. rudi sagt:

    Na,stell Dein Licht mal nicht unter den Scheffel. Auch wenn nur drei Leute Deine HP lesen würden (ich denke es sind einige mehr) und dann z.b. von Dir empfohlene Samensorten bei Dreschflegel kaufen ,ist das schon der richtige Weg.Jedenfalls finde ich Deine Einstellung zum Gärtnern erfreulich undogmatisch,im Gegensatz zu manch anderen Seiten im Netz.Dein Selbstversuch ist übrigens ganz klasse und wenn das dann noch etwas auf Deine Familie ausstrahlt und Du Deinen Kindern die bekloppten Ninja/Monster was-weiß-ich Tauschkarten abluchsen kannst und sie durch einen selbstgerösteten Zuckermais mit Butter und Salz drauf eintauschen könntest, wäre doch alles gut!Zum “Bekloppt” sein nur soviel: Ich bin eher jemand der oft in Foren liest, sich aber mit Kommentaren allermeistens zurückhält.Eben deswegen weil so oft kritisierende,ewig nörgelnde und das Haar in der Suppe suchende, verklemmte und irgendwie voreingenommene Menschen dort unterwegs zu sein scheinen…Auch hier gibt es ja einige Kopfschüttelkandidaten bei den Kommentaren…Also, weiter so!

  8. rudi sagt:

    Hallo Ralf!
    Heute will ich Dir mal ein bißchen den Bauch pinseln:Ich bin vor einiger Zeit auf Deine HP gestoßen und finde sie, kurz gesagt ganz hervorragend.Es ist toll wie unvoreingenommen und neugierig Du an die Sachen herangehst, wie tolerant Du gegenüber anderen Leuten bist (Beispiel Imker) die nicht immer Deiner Meinung sind, und wie humorvoll und augenzwinkernd manche Deiner Beiträge rüberkommen.Dein Selbstversorgerartikel gefällt mir z.B. ausnehmend gut weil er sämtliche Kernfragen berührt.Du und wohl auch viele Deiner Leser haben kapiert das das Hamsterrad mit anschließendem Konsum bis zum Tode nicht alles sein kann und das es nichts befriedigerendes gibt (zumindest nicht nachhaltig befriedigend) als in der Erde zu wühlen und der Natur bei ihren Wundern zuzusehen.Auch Dein Artikel (weiß nicht mehr wie er hieß. irgendwas mit Geheule) über Dein Dasein als Hausmann mit zwei Kindern konnte ich haargenau verstehen,bin in der gleichen Situation, nur mit drei Kindern…Ich sehne mich genauso manchmal nach Ruhe um einen klaren Gedanken fassen zu können oder auch nach Muße um eine Sache mal in Ruhe zu Ende bringen zu können.Kurz zu uns: Wir sind vor knapp drei Jahren aus dem kleinen, schnelldrehenden Hamsterrad rausgesprungen um in ein größeres,etwas langsamer drehendes in Schweden einzusteigen.So, dies muß Dir für heute als weiterer ansporn reichen,mach weiter so, es ist toll was Du da nicht nur für Dich sondern die Öffentlichkeit da draußen leistest! Chapau!

    • admin sagt:

      Hallo Rudi

      Freut mich zu hoeren. Aber ist mein Einfluss auf die Oeffentlichkeit wirklich so gross? Gut, es gibt eine Reihe Leute die meine Worte lesen und die vielleicht auch Spass daran haben. Die meisten allerdings halten mich doch fuer “bekloppt”. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

      Gruss RR

  9. JoergL sagt:

    Hallo Ihr Selbstversorger,
    bei uns im Osten (Nähe polnische Grenze) gibt es noch viele Leute, vor allem auf dem Land, die praktisch seit Krieg und Nachkriegszeit eine Eigenversorgung betreiben. Auch wenn das seit der Wiedervereinigung zurückgegangen ist, konnte dadurch viel praktisches Wissene erhalten bleiben.
    Eine reine Selbstversorgung war das aber nie: wenns groß war, dann wurde der Hunger/Appetit gestillt und der Mehrwert verkauft/getauscht. In der DDR konnte man davon bescheiden leben (und außerdem die Arbeitspflicht austricksen, wenn man selbständiger Bauer/Gärtner war).
    Die gesellschaftliche Arbeitsteilung ist eine Errungenschaft der menschlichen Entwicklung und es wäre unsinnig, darauf zu verzichtet, indem wieder jeder alles selbst macht.
    In der Moderne ist es aber gleichsam eine Herausforderung, sich auszuprobieren und zu testen was geht. Daher verfolge ich diesen Blog mit großem Interesse und werde in diesem Jahr auch mit der Imkerei beginnen (Garten hab ich sowieso, Brot backe ich, Käse hab ich wieder aufgegeben…).
    Und wenn manches ausprobieren zum Ergebnis führt, dass das nichts für mich ist, dann schätzt man die Arbeit der anderen “Hersteller” um so mehr.

    Allen Aktiven ein gutes Jahr und viele Interessante Blogbeiträge – ich schau immer wieder mal rein.

    • admin sagt:

      Hallo JoergL

      Nein, so weit wollen wir es auch nicht treiben. Das was machbar ist, moechten wir umsetzen, aber uns dabei auch nicht vollkommen abkapseln. Du hast schon recht, die Arbeitsteilung ist eine tolle Errungenschaft. Aber ein klein wenig koennten wir alle schon zu unserem Wohlbefinden und unserer Ernaehrung beitragen. So wie ihr es eben dort macht. Ist vielleicht gar kein schlechtes Vorbild.

      Gruss RR

  10. Biene sagt:

    Hallo Eniaca,
    unsere Kommentare ähneln sich so sehr ;-) *schmunzel*
    Gut zu wissen dass es überall im Land Leute gibt, die genau so denken und handeln wie wir hier. Denn wir kommen uns hier manchmal vor die auf dem Mars *lach*.
    Als wir hier vor knapp 2 Jahren gegannen den hübschen Ziergarten auf Links zu drehen, guckten die Nachbarn nicht schlecht. Und wärend die alten Omas und Opas fast dankbar applaudierten, rümpften die mitt50er und alles was danach kam die Nase.
    Ich muss dazu sagen, dass ich erst 26 Jahre alt bin und das kriegen viele nicht gebacken, was ich hier in “meinmem jugenglichen Leichtsinn” bewerkställige. Sehr amüsamt aber auch erschreckend. So, nun geht das PC aber auch aus und das ist auch gut so. Das Wetter beruhigt sich langsam wieder und wir wollen nun mal langsam was vorran kriegen. Denn das selbstgesteckte Arbeitspensum hat es die kommenden Wochen in sich.

  11. eniaca sagt:

    Hallo, zunächst mal danke für das ganze Jahr, ich hab immer mal wieder reingeschaut was du und deine Familie so treibst und viele Paralellen zu mir und meinem Lebenspartner gefunden. Schwer gegrinst vor allem über deinen Humor in den Videos, gelacht, geweint und nachgedacht. Die Beiden Beiträge sprechen mir in vielen Teilen aus dem Herzen, anbei mein Beitrag für dich auch aus dem Herz! Wir haben vor ca. 2 Jahren unser Leben quasi auf den Kopf gestellt. Schnauze voll von immer schneller, immer weiter, immer höher. Körper streikte zuerst bei mir recht heftig. Ich bin schon als Kind mehr in der Natur und auf dem Bauernhof als sonst wo. Musste dann aber ein paar heftige Runden drehen um die Famlienvorstellungen und Programme die unbewusst waren zu erledigen bis ich weit oben auf dem Treppchen stand núnd mir irgendwann nicht mehr ins Gesicht sehen konnte. Wir wohnen in Bayern auf em Dorf letzes Haus am Feldrand. Vorletztes Jahr war da so eine Ecke wo unser Bauer immer schön rumkurven musste und ich fragte ihn spontan ob wir das pachten können. Gesagt getan, so um die 170qm, rin in die Kartoffel, raus aus der Kartoffel, also ich kann nur eins sagen, als ich die ersten Kartoffeln geernet hattte, so richtig im Dreck sass, staunend wie ein Kind wurde ich glaube ich nochmals geboren. Es war die purste Freude, der purste Stolz. Ja vom Büropotato raus auf Feld bei Wind und bei Wetter dauerte etwas, viel Kreuz, viel Schmerz du kennst das und andere auch. Aber zu sehen was aus den klitzekleinen Dingern da entsteht, jeden Morgen früh da rüber und staunen das hat was, das ersetzt alles die purste Freude. Jedenfalls immer größer gell 170qm reichten nicht, wir nahmen noch was dazu im nächsten Jahr. Denn der Virus hat uns befallen unheilbar. So um die 1400 qm haben wir nun, mit Kräutern, Heilkräutern, Gemüse, Mischkultur, Beinweilljauchen, Folietunnel 4-8 m, Hochbeete, Tipi aus Weiden, Uralter Bauwagen und ich sage immer nun bestimmt nur noch einer über unser Leben der LEHMBoden. Selbstversorgung ist noch weit mehr eigentlich unbeschreiblich -mann und Frau kann es nur ausprobieren um zu sehen wie sich das wirklich anfühlt. Man kommt zu sich selbst, aufs Einfachste reduziert, wird wesentlich und Klar. So viele Ideen sprudeln noch wir haben auch Senf angebaut und der Glanzkäfer hat alles abgefressen, grins. AUch Samengewinnungsversuche, viele Experimente eben auch dafür hats Platz und ich hab Melonen gepflanzt, keiner glaubte dass die was werden, die Nachbarn dachten nun hat sie endgültig einen an der Klatsche. Nur beim Ernten und essen waren alle da, ich war so brunnenputzerstolz auf mich. Das ganze Konsumverhalten änderte sich obwohl ich schon vorher nie so dabei war, bin ohne Fernseher aufgewachsen, damals ein Unglück als KInd, heute ein Glück, ich haben jeden Tag da auf dem Feld mehr Life-Kino völlig umsonst mit alldem was da wäüchst kreucht und fleucht. Ich denke übrigens dass der Euro zusammenbrechen muss, dass und noch viel mehr, doch die Masse darf denken und tun was sie will, sie darf auch weiterhin weiterschlafen, sich selbst belkügen, hab ich auch jahrelang gemacht. Mir ist ganz egal was dann passiert, sozusagen sch…egel, denn ich hab meine Seele die ich vorher für Geld verkauft habe da draußen bei dieser ganzen Schweine und Drecksarbeit wieder gefunden, Stück für Stück werden wir wie die verletzten Kinder wieder GANZ. Wir vermissen wirklich nichts, obwohl wir recht spartanisch leben jedenfalls in den Augen der andern um uns rum, alles adett und sauber, Rasen mit der Nagelschere geschinitten, sie sind sich noch nicht ganz einig ob wir denn nun eine Bedrohung snd, total übergeschnappt oder faszinierend. Die Kinder kommen und kochen mit mir mit den Kräutern, fragen mir Löcher in den Bauch und auch die großen Kinder kommen ganz langsam bis die allerdings sich wirklich die Hände wieder schmutzig machen wollen und das aber auch noch geniessen wird noch viel Wasser die Isar runterfließen. Letzens hab ich beim unserm Bauern von dem wir das Feld gepachtet haben eine Flugente geruft uhd ausgenommen, Kopf abhacken ging nicht, aber das war eine große Lektion für mich zum Lernen und hat meinen Bezug zum Fleisch und den Respekt schwer verändert ist doch ganz anderst als das beim Mertzger zu kaufen. An Mistkratzer sprich Hühner wird wohl dieses Jahr kein Weg mehr vorbeiführen, auch an Kaninchen haben wir gedacht. Jedenfalls ob nun Krise oder nicht, wobei das Wort ja eigentlich Chance ist ich komme nun nach 46 Jahren SUCHE im außen (grins) mit dieser Beschäftigung mit dem ganzen Grünzeugs, dem Konservieren, den ganz alten Methoden, dem guten alten Weckeinkochtopf usw. solangsam bei mir an und ich war im ganzen Leben noch niemals so zufrieden wie seitdem ich da draußen buddle, grabe, experimentierte ab und an laut brülle ich muss verrückt sein, kauf dir das doch den Kohlrabi für 40 Cent….nein es lohnt sich. Wünsch Euch einen guten Start, wir sind schon am planen was ins Gewächshaus kommt usw. eine Website haben wir auch, aber die ist noch nicht up tu date vielleicht schick ich dir mal den Link, wollten wir über Weihnachten eigentlich mal machen, aber es blieb beim eigentlich…Nun sitze ich hier und scharre schaun wieder mit den Hufen und denke bald gehts endlich wieder los…raus nichts wie raus, bei Wind und Wetter das ist wahre Freiheit. Gruss und Herzlichen Dank für deinen Bloq. Eniaca

    • admin sagt:

      Hallo Eniaca

      Ich bin also doch nicht alleine. Vielen Dank fuer deine Worte und die Muehe die du dir mit deinem Kommentar gemacht hast. Hat mich wirklich gefreut. Wuensche euch dann allen Erfolg den man sich denken kann.

      Waere schoen, wenn du mir die Internetseite mal nennen koenntest, wenn ihr so weit seid. Ich bin immer auf der Suche.

      Gruss RR

  12. Biene sagt:

    Moin moin,
    Sturm und Regen trieben mich auch heute wieder an den Computer und ich muss sagen toller Bericht – sowohl Teil 1 als auch Teil 2.
    Mein Mann und ich haben uns selbst vor gut 2,5Jahren für die “Selbstversorgung” entschieden und haben seit knapp 2 Jahren (April 2010) ein kleines Häuschen in einem dörflichen Nest mit rund 1000m² Land hinterm Haus klar gemacht.
    Wir haben unsere Entscheidung bis zum heutigen Tag nicht bereut – im Gegenteil.
    Meine Ideen in Bezug auf die Selbstversorgung werden immer “radikaler”, zugleich bin ich über mich selbst erschüttert, welche Mengen ich immer noch aus dem Supermarkt schleppe. Ich gebe dir zum Teil reicht – in Bezug auf Arbeit usw. gebe ich dir sogar völlig recht. Es ist seit bereits mehreren Jahren, bei uns persönlich, nicht mehr möglich gegen den Konsum anzuarbeiten. Dumpinglöhne und der Gleichen tragen ihren Teil dazu bei. Mein Mann und ich müssten mittlerweile beide Vollzeit und in Schicht arbeiten gehen um auch nur bescheiden über die Runden zu kommen. Da wäre nichts bei über auch ohne Konsumterrrorismis, Urlaub und Schicki Micki. Tja, Stundenlöhne zwischen 6€ und 9€ machen es möglich *kopfschüttel*. Nachdem wir beide wiederholt und nach kurzer Zeit in die Arbeitslosigkeit gerieten, beschlossen wir einen Schlussstrich unter das Thema zu ziehen. Bei dem jetzigen System hat es einfach keinen Sinn. Natürlich haben auch wir ein Grundeinkommen – das berühmt berüchtigte Hartz4. Oh Gott oh Gott. Im Gegensatz zu der Masse haben wir damit aber kein Problem. Und gängige Vorurteile greifen bei uns nicht. Ich sage immer zu meinem Mann er könne 1000 Leute durch unser Haus schicken. Nicht einer würde anschließend feststellen, dass hier ein “Harzer” lebt. Dies war wie gesagt der Ausschlaggebende Punkt für die Selbstversorgung – die angestrebte.
    Mittlerweile – und da liegt der Unterschied zwischen euch und uns – sind wir schon auf das Pferd “Kriese” aufgestiegen – warum? Nicht weil es im Moment schick ist, sondern weil sie sich ganz einfach bei uns bemerkbar macht. Der Systemkollaps ist eine mathematische Gewissheit und tut davon abgesehen auch not. Wie sich das darstellen wird in den kommenden Monaten und Jahren, das wagen auch wir nicht vorrauszusagen. Fakt ist mal – egal wie – je unabhängiger desto besser. Schaden kann es in keinem Fall. Und es ist ja nicht so, dass man die angestrebte Selbstversorgung aus Frust betreibt. Wir sind so glücklich damit wie nie zuvor, auch wenn uns Abends all zu oft die Knochen weh tun ;-). Es geht mit großen Schritten Vorran, die ersten Außenarbeiten werden schon wieder in den kommenden Tagen beginnen sobald Sturm und Regen sich beruhigt haben.

    • admin sagt:

      Hallo Biene

      Wir haben den Vorteil, wenigstens ein vernuenftiges Einkommen zu haben. Obwohl, wenn es ginge, wuerde meine Frau eher heute als morgen nicht mehr arbeiten gehen. Wenn wir es schon schaffen wuerden, mit spaetestens 55 aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, dann haetten wir schon einen Erfolg erzielt.

      Wenn es eine Krise geben wird, dann wird sie meines Erachtens nicht unbedingt bei den Nahrungsmitteln liegen. Da machen mir die Energiekosten schon viel mehr zu schaffen. Wenn ich diese REchnungen sehe, dann koennte ich heulen. Viel Spass und Erfolg bei eurem Vorhaben. Dann mal frohes Schaffen.

      Gruss RR

      • Biene sagt:

        Habe gerade mal wieder in deinen Videos und Artikeln gestöbert … der Eintrag ist rund 2 Jahre alt … Mann oh Mann … Tja seitdem sind die Preise geklettert und geklettert, aber auch die Ernten sind wesentlich besser geworden :-D
        Wir haben seit dem Eintrag hier ganz schön gerackert um viele nachhaltige Anschaffungen für die Selbstversorgung machen zu können. Da kommt einiges zusammen. Mit den eigenen Händen einem Spaten und einer Kiste voll Werkzeug ist das nicht getan. Ende dieses Jahres bin ich aber an einem Punkt angekommen den man wo ich fix und alle war. Total entnervt und ausgelaugt. Tja, aber ohne diesen Weg wäre es nicht gegangen. Ab sofort steht die Selbstversorgung wieder im Vordergrund und ich werde mich bis zum Frühjahr wieder komplett vom Job zurück ziehen.

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