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So viel Geld spuelen wir den Abfluss runter, oder ueber eine Rechnung bei der ich graue Haare bekomme.

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Meinen Unmut ueber die Strom- und Gasrechnungen in den letzten 12 Monaten habe ich hier schon kundgetan. Es gibt aber eine Rechnung, die mich noch weit mehr schockiert hat, als die beiden vorherigen zusammen. Das ist die Rechnung fuer unseren Wasserverbrauch. Dafuer muessen wir naemlich ziemlich genau 700 Euro berappen. Jetzt bitte nicht lachen, das hat mich wirklich schockiert. Wenn ich mir je einmal einen Gedanken uebers Wasser gemacht habe, dann habe ich nur an das Frischwasser gedacht. Dass es ja auch einen Abfluss gibt, habe ich irgendwie nie beruecksichtigt. Wir haben eben in den vergangenen Jahren solche Rechnungen nicht selbst begleichen muessen.

Wie setzt sich unsere Wasserrechnung zusammen?

Unsere Rechnung setzt sich aus aus 295 Euro Frischwasser, 325 Euro Schmutzwasser und 82 Euro Niederschlagswasser zusammen (Niederschlagswasser? Ich frage mich, ob es in anderen Laendern so ein Konstrukt auch gibt). Ein stolzes Suemmchen. Fuer diese 700 Euro haben wir 123 Kubikmeter Wasser bekommen, also 10,25 Kubikmeter pro Monat,  336 Liter pro Tag oder 84 Liter pro Person und Tag  und wieder in die Kanalisation abgegeben. Dabei sind wir auch bei unserem Wasserverbrauch fuer mein Dafuerhalten recht sparsam gewesen. Ein klein wenig ist fuer die Gartenbewaesserung drauf gegangen. So ein oder zwei mal haben wir den Hof mit dem Wasserschlauch gereinigt. Tja, und die Kinder durften im Hochsommer auch mal ihr Plantschbecken fuellen oder mit dem Gartenschlauch spielen. Das gehoert dazu. Dafuer duerften so 5 bis 6 Kubikmeter nutzlos in die Kanalisation geflossen sein.

Nur der Statistik wegen moechte ich noch bemerken, dass unser Wasser somit einen halben Cent pro Liter gekostet hat. Damit spuelen wir bei einer normalen Toilettenspuelung so um die 5 Cent den Abfluss hinunter. Unsere Enten brauchen mindestens einmal in der Woche neues Wasser. Das duerften so um die 100 Liter sein. Somit kostet uns die Entenbadewanne 50 Cent pro Woche. Allerdings nur im Winter, wenn kein Regenwasser in den Tonnen vorhanden ist da sie aufgrund der Frostgefahr entleert sind. Der Kinder Sommerbadespass duerfte so um die 25 Euro gekostet haben und die 2 Liter Tee und Kaffee die wir so am Tag vertilgen kosten uns aufs Jahr hochgerechnet 3,6 Euro an Wasserkosten (ist ja geradezu spottbillig).

Der Rest unseres Wasserverbrauchs ist eigentlich nur unser ganz normales Leben. Kochen, Waschen, Duschen. Nichts Weltbewegendes. Selbst beim Duschen gehen wir sehr vorsichtig mit dem Wasser um. Wir muessen es ja vorher noch erwaermen und das kostet Geld. :)

Durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland

Laut Quarks und Co sieht der Durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland so aus:

  • Duschen und Baden – 46 Liter
  • Toilettenspülung – 34 Liter
  • Wäsche waschen – 12,7 Liter
  • Geschirrspülen – 7,6 Liter
  • Blumen und Garten wässern – ca 5 Liter
  • Autowäsche – ca 4 Liter
  • Kochen und Trinken – 5 Liter
  • Sonstiges – 13 Liter

Das sind 127,3 Liter Wasser am Tag. Da brauchen wir uns mit unseren 84 Litern doch gar nicht zu schaemen. Wir liegen knapp 35 Prozent unter dem durchschnittlichen Wasserverbrauch in Deutschland.

Moeglichkeiten der Wassereinsparung.

Lassen wir uns doch mal ueberlegen, wo wir unseren Wasserverbrauch ohne grosse Kosten noch einschraenken koennten. Eine Spar- oder Stopptaste an der Toilettenspuelung besitzen wir schon. Die Waschmaschine und der Geschirrspueler sind relativ neu und duerften zu den wenig wasserverbrauchenden Geraeten zaehlen. Ein Durchflussbegrenzer an der Dusche liesse sich noch einbauen. Fuer den Garten haben wir zur Zeit die Moeglichkeit, ca 3 Kubikmeter Regenwasser aufzufangen. Das ist nicht viel, besonders wenn ich die geplante Gartengroesse mit in die Ueberlegung einbeziehe. :) Da laesst sich aber die Kapazitaet durch einige IBC Tanks noch kurzfristig erheblich erweitern.

Alle anderen Moeglichkeiten, besonders der Regenwassernutzung fuer die Toilettenspuelung und die Waschmaschine, sind mit erheblichen Kosten verbunden. Auf der Seite “Oekologisch bauen” gibt es uebrigens einen Online Rechner, mit dem Sie ihre Anlagengroesse berechenen koennen, falls Sie den Gedanken hegen, selbst eine Regenwassernutzungsanlage im Haus zu installieren. Das habe ich mal gemacht mit dem Ergebnis, das wir ca. 95 Kubikmeter Regenwasser auffangen koennten. Dachflaechen gibt es reichlich, so dass diese Zahl durchaus stimmen kann. Der Regenwasserbedarf wird fuer uns vier auf 59 Kubikmeter berechnet. 35 fuer die Toilette, 18 fuer die Waschmaschine und 6 fuer die Gartenbewaesserung (6 fuer die Gartenbewaesserung? Da fehlt eine Null hinten dran :) ). Die Tankgroesse wurde mit knapp 6 Kubikmetern berechnet.

Wuerden wir diese 59 Kubikmeter also von unserem Wasserverbrauch abziehen, kaemen wir auf 64 Kubikmeter die wir noch aus dem Leitungsnetz entnehmen muessten. Rein rechnerisch muesste sich damit unsere Wasserrechnug auf 320 Euro druecken lassen (wir lassen die Anschluss und Zaehlergebuehren einmal ausser Acht). Ergaebe eine Ersparnis von rund 300 Euro im Jahr. Das aber auch nur dann, wenn unsere Gemeinde nicht auf die Idee kommt, fuer das genutzte Regenwasser wiederum Abwassergebuehren zu kassieren, was nur logisch ist, denn es landet am Ende ja in der Kanalisation und muss gereinigt werden. Dann bliebe naemlich von der Ersparnis nicht mehr viel uebrig, die Abwassergebuehren ueberschreiten ja die Kosten fuer das Frischwasser. Ausserdem muss beachtet werden, dass so eine Regenwassernutzungsanlage regelmaessig fachmaennisch ueberprueft werden muss. Dabei duerften noch mal um die 100 Euro pro Jahr anfallen. Ebenso brauchen die benoetigten Pumpen Strom.

Lohnt sich das?

Ich brauche keinen Doktortitel, um mir ausrechnen zu koennen, dass solche eine Anlage auch wieder nur was fuer Leute ist, die nicht wissen wohin mit ihrem Geld. Eine Regenwassernutzungsanlage in der Groessenordnung in der wir sie benoetigten, duerfte so um die 4 bis 5 Tausend Euro kosten (incl. Einbau). Selbst im guenstigsten Fall sparen wir keine 200 Euro im Jahr. Zu meinen Lebzeiten wird sich das nicht rechnen.

Weitere Moeglichkeiten

Ich bin allerdings dann doch noch auf eine angeblich Wasser-, Umwelt- und Geldbeutel sparende Methode gestossen, die keine grossen baulichen Massnahmen erfordert (den Preis konnte ich nicht ermitteln). Das AquaLoop Duschwasserrecycling System, fuer das der Hersteller eine Amortisationszeit von weniger als 10 Jahren angibt (enorm). Bei diesem System wird das Duschwasser aufgefangen, abgepumpt und in einer eigenen kleinen Klaeranlage, die wie mir scheint problemlos von jedermann aufgestellt werden kann,  gesammelt und auf Badewasserqualitaet gebracht, wonach es dann fuer die Toilettenspuelung oder die Gartenbewaesserung verwendet werden kann.

Ich sehe, auch beim Wasserverbrauch klafft eine grosse Luecke zwischen unserem Wunsch, die Umwelt zu entlasten, den Geldbeutel zu schonen und der Machbarkeit, der Finanzierbarkeit und dem Kosten Nutzen Verhaeltnis. Ist schon ganz schoen kompliziert seinen Teil zur Rettung des Planeten dazuzutun.

Ich glaube, ich muss nur noch den Rest der Familie davon ueberzeugen, neben die Toilette einen Eimer mit Regenwasser zu stellen. Das kostet nur ein wenig Arbeit und Zeit, laesst sich auf der Stelle umsetzen und spart Geld. Obwohl, irgendwann bekommen wir dann Besuch von der Gemeinde, die ueberprueft, wie es moeglich ist, mit vier Personen so wenig Wasser zu verbrauchen. Oder noch schlimmer, wir bekommen Besuch vom Jugendamt die uns verdaechtigen, die Kinder zu vernachlaessigen, weil wir die Kinder vielleicht nicht duschen lassen, nur um Geld zu sparen.

Oder hat da jemand andere Erfahrungen gemacht?

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Im Internet gefunden, Neues Haus, Selbst gemacht, Ungeklaerte Fragen Getagged mit: ,
10 comments on “So viel Geld spuelen wir den Abfluss runter, oder ueber eine Rechnung bei der ich graue Haare bekomme.
  1. Sabrina sagt:

    Hallo Ralf,
    bin gerade beim stöbern auf diesen etwas älteren Artikel von dir gekommen.
    Wir verbrauchen mit 2 Erwachsenen rund 60m³ im Jahr.
    Das sind 82 Liter pro Person pro Tag …

  2. Kerstin sagt:

    Also….wir haben eine Regenwassernutzungsanlage für Waschmaschine und Toilette und ich muss sagen: jederzeit wieder! Sie fasst 8 cm*3 , und die Wartung: in 15 Jahren haben wir einmal (!) eine Reparatur benötigt – mehr nicht. Widerstand gab es allerdings von unserem Wasserwart : es wäre gesundheitsschädlich mit Regenwasser zu waschen……die Vorteile überwiegen meines Erachtens allerdings: es wird immer die Waschmitteldosierung für Härtebereich 1 benötigt und keine Wasserentkalker a la Calgon und das schont auf die Dauer die Umwelt und den Geldbeutel und für weiche Handbücher brauche ich keinen Trockener mehr ;-) und von den Vorteilen den Wasserschlauch einfach an der GrauwasserLeitung anzuschließen und keine Gießkannen mehr schleppen zu müssen schwärme ich mal nicht ;-)

  3. Fried sagt:

    Moin Moin,

    ich bin gerade auf deinen Bericht gestossen, und es beruhigt mich, das wir (in einem 3 Personen-Haushalt) mit 89 l/Pers. ähnlich im Verbrauch liegen.
    Da wir vor 3 Jahren auf`s Land gezogen sind (da kann mann noch richtige, große + bezahlbare Grundstücke erwerben) stand ich vor dem Problem, nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen zu werden zu können, da keines vorhanden ist!
    Die zwangsweise darauf hin angeschaffte biologische Kleinkläranlage war nicht billig, aber letzt endlich ein Glückfall für die neuen Gärtner.
    Das geklärte Abwasser verrieselt im Normalfall oberirdisch in einem Kiesbett.
    Dies habe ich mir nun zu Nutzen gemacht, und 4 Wassertonnen à 300l angeschlossen.
    Im letzten Sommer (an die Dürreperiode kann sich sicherlich jeder erinnern) habe ich von 8m³ verbrauchtem Leitungswasser ca. 7,5m³ aus den Tonnen für meinen Garten genutzt – somit eine gute Kostensenkung in punkto Wasserverbrauch.

    Schön Gruß von der Ostsee

    Fried

    • admin sagt:

      Hallo Fried

      Was hat denn so eine Hausklaeranlage gekostet wenn ich fragen darf. Nehmt ihr denn auch euer Frischwasser aus einem Brunnen oder habt ihr einen Wasseranschluss?

      Gruss RR

  4. Gerschi sagt:

    Servus,
    kuck doch mal ob sich für dich ein seperater Wasserzähler für die Gartenbewässerung rentiert und deine Gemeinde soetwas anbietet dann würde hierfür keine Abwassergebühren anfallen.

    Bei Google findest du dazu so einiges

    http://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/weniger-abwassergebuehren-bei-gartenbewaesserung-39125

    nur mal als Beispiel

    Wassersparen schön und gut. Ich arbeite in Bayern in einem Versorgungsunternehmn… Wasserver- und entsorgung haben teilweise grosse Kosten aufgrund der in den letzten Jahren voranschreitenden Wassereinsparung.
    Leitungsstücke in der Versorgung müssen teilweise zurückgebaut werden da der Verbrauch zurückgegangen ist und die Gefahr der Verkeimung besteht.
    Bei den Entsorgern müssen zusätzliche Kanalreinigungen stattfinden da die Schwemmwirkung geringer wird bei 20 Litern schwimmt es sich nunmal besser als bei 10 …

    • admin sagt:

      Hallo Gerschi

      Das ist eine wirklich interessante Information. Wir haben einen separaten Zaehler fuer den Garten. So weit ich das aber bei der Gemeinde habe in Erfahrung bringen koennen, wird erst bei einem Verbrauch von mehr als 15 Kubikmeter ueber diesen Zaehler keine Abwassergebuehr mehr faellig (Bagatellgrenze?) . Das waere nach deinem Link zu urteilen, rechtswiedrig. Gibt es denn eine Moeglichkeit dies der Gemeinde klarzumachen, ohne den Rechtsweg einzuschlagen?

      Bei uns ist das naemlich nachweisbar. Kein einziger Tropfen der durch diesen Zaehler gelaufen ist, ist jemals in die Kanalisation gelangt. Trotzdem muessen wir dafuer bezahlen. Bei 2,6 Euro Abwassergebuehr pro Kubikmeter macht das immerhin 40 Euro im Jahr. Geld ist Geld.

      Kann ich nachvollziehen. Wenn weniger Wasser verbraucht wird, kann es zu Problemen im Leitungsnetz kommen. Ich bin ja auch gerne bereit meinen Teil dazu zu zahlen. Aber eben meinen Teil.

      Gruss RR
      Waere nett wenn du auf meine Frage eine Antwort haettest.

  5. Klaus sagt:

    Bei uns in der Gemeinde ist es so das du auch für Regenwasser das du sammelst und dann zum Spülen benutzt also der Kanalisation zuführst Abwasser bezahlen musst. Du brauchst also einen separaten Zähler für das Regenwasser und zahlst wieder.
    Sparen kannst du aber bei dem Niederschlag indem du die versiegelten Flächen auf deinem Grundstück verringerst oder das Regenwasser nicht über Kanalisation abführst sondern bei dir auf dem Grundstück versickern lässt.

    • admin sagt:

      Hallo Klaus

      Ich hatte es mir fast gedacht. So leicht lassen die sich nicht linken.

      Das mit den versiegelten Flaechen habe ich auch schon mal gehoert. Ich suche noch bei E bay nach Rasengittersteinen. Kriege ich die fuer ein paar Euro ueberlege ich mir, ob ich die Auffahrt mit diesen Steinen pflastere. Dass muesste dann ja durchgehen und ein paar Euro sparen.

      Ansonsten betrifft das Regenwasser bei uns nur die Auffahrt zum Haus und eine Haelfte des Hausdaches. Diese Auffahrt ist, wie gesagt, gepflastert. Alle anderen Flaechen, auch der gepflasterte Innenhof entwaessern nicht in die Kanalisation, sondern in eine Sickergrube. Alle weiteren Flaechen versickern schon auf dem Grundstueck. Da ist nicht mehr viel zu holen. Unsere Vorbesitzer haben schon ganze Arbeit geleistet. In dieser Hinsicht jedenfalls.

      Gruss RR

  6. Gabi.G. sagt:

    kleinen Nutzen für relativ wenig Geld bringen auch Strahlregler (Perlatoren) für Wasserhähne
    oder
    bei großen WC-Spühlkästen ber berühmte Backstein.
    Aber das kennt man ja. Genauso bekannt wie Kochwasser zum Blumengießen.

    • admin sagt:

      Hallo Gabi

      Richtig, diese Perlatoren hatte ich noch vergessen. Ich muss mal nachsehen ob die nicht schon eingebaut sind. Wird aber wohl nicht die Welt bringen. Genauso wie den Spuelkasten. Wenn ich mal keine Minusgrade im Badezimmer mehr habe sehe ich nach. :) Da sind zwar zwei Knoepfe dran, ich merke da aber keinen Unterschied.

      Gruss RR

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