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Ein krankes Kaninchen oder: Ich tue alles fuer meine Kinder.

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Ich glaube, ich habe noch gar nicht von unseren weiteren Kaninchenabenteuern berichtet. Denn ganz so problemlos ist das nun doch nicht gelaufen. Die ersten beiden Kaninchen haben wir vor einigen Wochen bekommen, 12 Euro das Stueck. Riesenschecken, aber noch nicht geschlechtsreif. So hat uns der Zuechter jedenfalls versichert. Die hatten sich auch gut eingelebt, bis eines davon ploetzlich immer ruhiger wurde und sich in einer Ecke verkrochen hat. Zuerst haben wir uns nichts dabei gedacht. Da sich dieses Verhalten aber nicht gelegt hat, bin ich dann doch mit dem Tier zum Tierarzt gefahren. Der Kinder wegen. Waere ja nicht auszudenken, wenn das Tier stirbt, ohne dass wir alles Menschenmoegliche haetten unternommen.

Ich kam mir schon etwas komisch vor, als ich mit dem Kaninchen in einer Einkaufskiste da in die Praxis kam und die nette Dame am Empfang mich nach dem Namen fragte. Ich sagte “Ralf”, aber der Blick der netten Dame hat mir gezeigt, ich habe falsch gelegen. “Der des Kaninchens natuerlich” kam prompt die Antwort. Ach so, wie konnte ich das nur missverstehen. Ich habe auf die Frage nach Kassenpatient oder Privatpatient gewartet. Die kam aber zu meiner Endtaeuschung nicht. Ein paar Minuten im Wartezimmer, dann wurde ich hereingerufen. Mit Hilfe einer Aerztin und einer weiteren netten Dame wurde Stupsi, so haben die Kinder sie getauft, auf den Untersuchungstisch gelegt und erst einmal Fieber gemessen, die Zaehne nachgesehen und der Bauch abgetastet. Zu meinem Glueck war ein CT nicht noetig denn die Diagnose war schnell gestellt. Irgendein Magen-Darm-Problem.

Da muessen wir was unternehmen, meinte die Aetztin. Zuerst braucht das Kaninchen ein Schmerzmittel, dann ein “Antiblaehmittel” namens Sab Simplex (das hat unser Jüngster auch als Baby bekommen :), eine spezielle Trockennahrung namens “Critical Care” und natuerlich eine Infusion. Ich denk, ich hoer nicht recht. Eine Infusion. Aber waehrend ich noch staunte, steckte schon die Kanuele auch schon im Kaninchennacken, und aus einer Flasche tropfte Kochsalzloesung hinein. Gut, wenn’s hilft, dachte ich mir. Wer da noch denkt, ich haette nicht alles Menschenmoegliche unternommen, der liegt wirklich falsch.

Aber es kommt noch haerter. “Moechten Sie das Kaninchen hier lassen oder koennen Sie selbst die noetigen Medikamente und die Nahrung mit der Spritze fuettern?” Ich habe zwar keine Ahnung, wie man ein krankes Kaninchen mit einer Spritze fuettert, aber dalassen mochte ich das arme Tier nun doch nicht. Haette bestimmt eine Menge Geld gekostet. Also bekam ich die witere Behandlung fein saeuberlich aufgeschrieben und stand nach 10 Minuten und 42 Euro 25 aermer wieder auf der Strasse.

kaninchenmedizin

Niemand da, der mir haette helfen koennen, niemand da, der mir gezeigt haette, wie man so etwas macht. So blieb mir nichts anderes uebrig als mich zu ueberwinden, den Notarzt zu spielen. Eine Spritze mit dem Medikament und eine Packung Critical Care, das ich mit Wasser mischen sollte und dem Tier seitlich zwischen die Zaehne in den Mund spritzen musste. Da habe ich schon meine Zeit fuer gebraucht. Das Kaninchen wollte um keinen Preis den Mund aufmachen, und mir schien auch nicht, als ob es wirklich Hunger gehabt haette. Was habe ich was mit der Spritze herumgestochert. Ich bitte um Verzeihung, mein Zivildienst auf dem Krankenwagen liegt nun doch schon viele Jahre zurueck.

Diese Prozedur natuerlich nicht nur einmal, nein, alle zwei Stunden. Kaum hatte ich das Tier versorgt, mir die Haende gewaschen und eine Tasse Tee aufgebrueht, da konnte ich das Tier schon fast wieder aus dem Kaefig holen und von neuem beginnen. Das war ein ziemlich harter Tag, und ich war froh, als am Nachmittag der Rest der Familie eintrudelte und mir die Arbeit abnehmen konnte. Schliesslich wollten die Kinder doch Kaninchen, sollen die auch ihren Teil dazu beitragen.

Aber alle Pflege, alle Liebe, alles gute Zureden, all die Medizin und all die teure Schonkost hat nicht verhindern koennen, dass das arme Tier am naechsten Morgen tot, alle Viere von sich gestreckt und ziemlich steif in seinem Kaefig lag. Ein schwerer Schlag. “Wie sag ichs meinem Kinde” war der erste Gedanke.

Die aber haben den Schlag recht locker weggesteckt. Vielleicht haben die Erfahrungen mit den Kueken geholfen. Wenn ich aber darueber nachdenke, dass ich mit den Kindern dann mit dem Fahrrad an den Waldrand gefahren bin, auf dem Gepaecktraeger eine Schaufel und in einer Plastiktuete das tote Kaninchen, dann muss ich doch schmunzeln. Wir haben das Kaninchen mit “allen Ehren” begraben. Eine schoene Stelle ausgesucht, ein spatentiefes Loch gegraben und das Kaninchen hineingelegt. Wie bei jeder anderen Beerdigung durften alle anwesenden ein paar letzte Worte an das Kaninchen richten, dann die erste Schaufel Erde ins Grab werfen, sich schnell bekreuzigen und dann das Grab mit Erde auffuellen. Ein Kreuz aus Aesten draufgelegt und ziemlich traurig dreingeschaut. Wir haben sogar daran gedacht, unsere Kappen und die Fahrradhelme abzunehmen. Gehoert sich doch so. Nur ein “Ave Maria” mochte ich nicht dazu singen lassen.

Das war schon eine ziemlich groteske Situation und ich bin froh, dass uns niemand beobachtet hat. Was haette der sich wohl gedacht?

Jedenfalls bin ich jetzt ein wenig schlauer. Die Tieraetztin hat mir so einiges erzaehlt. Kaninchen haben nicht umsonst eine so hohe Vermehrungsrate. Die sind ziemlich anfaellig. Waeren laengst ausgestorben, wenn die sich nicht “wie die Karnickel” vermehren wuerden. Und bei den Todesursachen auch in der freien Natur stehen Darmprobleme ziemlich weit oben auf der Liste. Kaninchen koennen naemlich nicht “furzen”, mir sei der harte Ausdruck verziehen. Im Gegensatz zu uns Menschen bleibt alles Gas einfach drin, und dann kommt der Moment, da gibt selbgst das haerteste Kaninchen den Geist auf. Verstaendlich oder? Offensichtlich wissen Kaninchen nicht, welches Futter nun gut fuer sie ist und welches nicht. Die fressen was zu kriegen ist. Da koennen schon ein paar nasse Loewenzahnblaetter der Ausloeser fuer eine Magenverstimmung sein, die das Tier nicht ueberlebt.

Und dabei haben wir uns solche Muehe gegeben. Nur die leckersten Blaettchen, nur bestes Trockenfutter, nur die saftigsten Moehrchen. Vielleicht hat es daran gelegen, dass wir unsere Moehren nicht im Bioladen gekauft haben. Womit wir den Beweis erbracht haben. Bio ist eben doch besser fuer die Gesundheit. :)

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Neues Haus, Selbst gemacht, Tierhaltung, Ungeklaerte Fragen, Versuche Getagged mit: , ,
3 comments on “Ein krankes Kaninchen oder: Ich tue alles fuer meine Kinder.
  1. Uelzen sagt:

    Ganz toll.
    Gleiche spiel wie bei uns.
    Gefüttert mit der Spritze, in einem Atemzug danach, hat das liebe Zwergkaninchen , gehustet,gezuckt, und ist dann verstorben.

    Tierarzt sagt, war wohl schon zu schwach.
    Ich sage wir haben es damit erstickt.
    Ist sicher in dei Lunge gegangen.
    Das habe ich danch im Netz gelesen.
    Das ist noch viel mehr Scheiße.
    Es hätte wieder Gesund werden können, wenn wir vielleicht erst einmal nicht gleich gefüttert hätten.

    Erst einmal einen halben Tag die Medikamente wirken lassen,infusion und…..

    Dann klein wenig füttern. Scheiße Scheiße

    • admin sagt:

      Kaninchen sind keine einfache Sache. Die sind sehr anfaellig. Man braucht lange Erfahrung damit das klappt.

      Gruss RR

  2. Ines sagt:

    Klingt alles danach, dass du in deinem bisherigen Leben niemals Haustiere hattest (und natürlich keine Kaninchen) .

    Das einzig groteske an der Situation ist die Fahrt mit Plastiktüte zum Waldrand.
    Wozu gibt es Decken, Kartons, Weinkisten und hauseigene Gärten?

    Und da Kaninchen nunmal fressen, was sie kriegen, kann ‘Mensch’ einen (übrigens sehr qualvollen) Tod durch Magenblähung durch entsprechende Fütterung verhindern.

    Alle Infos gibt es (tierarztkostenfrei) im www. ;-)

1 Pings/Trackbacks für "Ein krankes Kaninchen oder: Ich tue alles fuer meine Kinder."
  1. [...] tags: Kaninchen, Landleben, Meine Meinung, schl Es war mal wieder so weit. Einige unserer Kaninchen sollten geschlachtet werden. Gross und alt genug waren sie,  und dafuer halten wir sie ja auch. [...]

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