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Landmaschinen sind schon eine feine Sache. Die Handarbeit von Wochen in wenigen Minuten.

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Ich glaube, ich muss meine Plaene doch etwas aendern. Unseren gesamten Garten mit der Hand urbar zu machen werde ich wohl nicht schaffen. Alle guten Vorsaetze in Ehren, man muss auch einmal zugeben, dass man sich zuviel zugemutet hat. War ich doch heute mit den Kindern wieder hinten auf der Wiese Fussballspielen, wie fast jeden Tag (wenn wir nicht gerade wieder Segeln sind), da sehe ich wie der Bauer auf dem Feld hinten raus sein vor einigen Tagen abgeerntetes Getreidefeld bearbeitet. Das musste ich mir einmal genauer ansehen.

stoppelfeldStoppelfeld

Am Traktor hing ein Grubber, wenn ich mich da richtig informiert habe. Mit diesem Geraet, einer Ansammlung von in die Erde reichenden Zinken mit einer kleinen flachen Flaeche vorne dran, hat er sein Stoppelfeld aufgerissen. Ich war geradezu fasziniert, wie schnell diese Maschine ueber den Acker sauste. In meinen Gedanken habe ich dann gesehen, wie ich muehselig mit dem Spaten die Grasnarbe absteche, dann unter Aufbietung all meiner Kraft die darunter liegende knochenharte Erde Spaten fuer Spaten umgrabe. Eine Arbeit fuer “Bekloppte”. Will ich all das noch auf diese Weise umgraben, dann bin ich noch Jahre dran, und wenn ich dann fertig bin, brauche ich Hochbeete weil ich mich nicht mehr buecken kann und nur noch im Rollstuhl in den Garten komme. Nein, das muss nicht sein. Gut, der Bauer hat nicht gepfluegt sondern nur das Feld vielleicht 10 Zentimeter tief aufgerissen. Trotzdem konnte ich mir locker vorstellen, dass dieser nette Mann mit seiner Landmaschine in einer halben Stunde so viel schafft wie ich in einem halben Jahr.

Das Schauspiel habe ich mir eine Zeitlang angesehen und bin dann zu ihm hin und habe ihn mal gefragt, ob es nicht moeglich sei, mir diese Arbeit abzunehmen. Das Gute in so einem kleinen Dorf ist, dass man sich noch untereinander hilft, sofern es moeglich ist. Der Bauer war auch recht gespraechig. Wie man sich eben so einen Bauern auf einem kleinen Dorf im Rheinland vorstellt. Nicht besonders herzlich, aber keineswegs abweisend. Der meinte, dass es wohl durchaus moeglich sein sollte, noch in diesem Jahr einen Teil unserer Wiese in vernuenftiges Gartenland zu verwandeln. Nicht jetzt zu dieser Jahreszeit. Die Boeden seien viel zu trocken. Die Regenfaelle der letzten Tage haben gerade mal gereicht, die obersten paar Zentimeter ein wenig zu befeuchten, und selbst das wenige Nass wurde vom Gras in kurzer Zeit wieder aufgenommen und weg ist es. Ich habe es selbst versucht. Habe den Spaten rausgeholt und versucht, ein wenig weiter mit meiner Gartenurbarmachung zu kommen. Pustekuchen. Der Regen hat nicht einmal gereicht, um die Grasnarbe so weit anzufeuchten, dass ich diese abstechen konnte. Ganz zu schweigen von der knochenharten Erde darunter.

stoppelfeld-nach-bearbeitungIn wenigen Minuten mehr geschafft als ich in einem halben Jahr je koennte.

Was hat er nun vorgeschlagen? Zuerst einmal warten bis die Boeden wieder genug Feuchtigkeit enthalten. Entweder wenn es in den naechsten Tagen oder Wochen mal wieder so ordentlich regnet, dass der Boden wirklich bis in die tiefen Schichten nass geworden ist. Oder aber wir muessten warten bis September oder Oktober. In diesen Monaten koenne man davon ausgehen, dass bis dahin genuegend Niederschlage gefallen seien, so dass eine Bodenbearbeitung mit schweren Maschinen sinnvoll und machbar ist. Als erstes muesse man die Grasnarbe abschaelen und diese einige Zeit liegen und vertrocknen lassen. Dann wuerde er sich stufenweise in die Tiefe arbeiten. Zuerst vielleicht 10 Zentimeter, dann 20 Zentimeter und so weiter bis er eine Tiefe erreicht hat, bei der wir eine genuegend tiefe Bodenlockerung erreicht haben. Und das duerfte mit seinen Maschinen ungefaehr die Tiefe sein, die auch ich mit meinem Spaten erreiche.

Hoert sich doch gut an. Ich glaube, ich sollte mir das wirklich einmal ernstlich durch den Kopf gehen lassen. Nicht, dass ich mich vor der Arbeit druecken wollte. Keineswegs. Aber mal ganz nuechtern betrachtet mache ich mich bei dieser Umgraberei kaputt. Da kann ich doch besser einen Hunderter oder ein paar Kaesten Bier investieren und mir die ganze Arbeit sparen. Oder besser gesagt, meine Arbeitskraft besser an anderer Stelle nutzen als mich wochenlang mit Rueckenschmerzen, verdrehten Ellenbogen und knirschenden Kniegelenken herumzuplagen. Ganz zu schweigen von den Kindern, fuer die dann viel weniger Zeit ist.

Auf einen Vorschlag des Bauern werde ich allerdings wohl nicht eingehen. Er meinte, die Bauern wuerden bei der Umwandlung von Gruenland in Ackerflaeche die Vegetation erst einmal mit der Chemischen Keule abspritzen. So eine Wiese ist kein englischer Rasen, und niemand weiss genau, was da so alles waechst mit dem man spaeter nur zu kaempfen hat, wie Quecken zum Beispiel. Heiner hat mal einen Bericht darueber verfasst, wie nervig Quecken im Garten sein koennen. Nichtsdestotrotz: Unser Ziel ist weiterhin ein Biogarten, in dem Round Up keinen Platz hat und in dem jedes “Wild-“Kraut seine faire Chance bekommt….

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Gemüseanbau, Selbst gemacht, Ungeklaerte Fragen Getagged mit: ,
One comment on “Landmaschinen sind schon eine feine Sache. Die Handarbeit von Wochen in wenigen Minuten.
  1. Ines sagt:

    Mein Nachbar ist auch konv. Landwirt und bietet mir immer wieder (fürchertlich lieb gemeint) seine Hilfe an – aus der Flasche, weil es für schweres Gerät keinen Zugang gibt. Mal gegen ‘Un’kräuter, mal zur Ertragssteigerung, mal gegen dieses oder für jenes.

    Und jedesmal endet unser Gespräch damit, daß wir uns gegenseitig mitleidig an- und belächeln. Bin mal gespannt, wie viel anders es dir mit deinem Nachbarn ergehen wird. *ggg*

    Und mit beständigem Jäten und einer ordentlichen Mulchschicht habe ich selbst der Quecke innerhalb einer Saison den Spaß an meinen Beeten vermiest. Also Kopf hoch.

    Aber wenn deine Regentonnen es hergeben, kannst du ja vielleicht jetzt schon Stück für Stück wässern und die Nachbarschaftshilfe annehmen. Dann bist du wenigstens früh genug dran für verschiedene Gründüngungen.

    Im Übrigen hat sich meine Strategie ‘neues Beet durch Unkrautvlies und Kiesschicht’ als voller Erfolg erwiesen. Das habe ich am Sonntag umgestochen – wie Butter! :-)
    Jetzt ziert schon wieder ein Stück Vlies die Wiese … bis zum Herbst.

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