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Ueber ausgefallene Methoden, Heizkosten zu sparen.

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Ich bin ja so ein kleiner Statistiker. Gebe ich zu. In meiner Kindheit habe ich akribisch meine ersparten Groschen aufgeschrieben (mir kommen jetzt noch die Traenen), ich habe jahrelang Tagebuch gefuehrt, und jeder Tag begann damit, dass ich notiert habe, was es mittags zu essen gab (meistens Reis). Ich zaehle jeden Tag die Eier, die unsere Huehner legen (siehe rechts), ich notiere jeden Tag wieviel Strom und Gas wir verbraucht haben (das sind dann nicht nur einzelne Traenen, die mir die Wangen herunterlaufen), und ich mache z.B. schon seit Jahren jeden Tag ein Foto von mir und der Familie.

Und auch jede Statistik, die ich irgendwo aufschnappe, sehe ich mir an. Statistiken sind einfach fabelhaft. Was man da so alles herauslesen kann!  

Kommt meine Frau eben mit dem oertlichen Kaeseblaettchen vom Briefkasten zurueck und findet darin einen kurzen Artikel mit der Ueberschrift “Zahlen des Tages”. Das ist was fuer mich. Mal sehen, was man wieder mittels Umfragen herausgefunden hat. In dem Artikel geht es um die Folgen des harten Winters. Aber nicht etwa wieviele Obdachlose erfroren, wieviele Wasserrohre geplatzt oder wieviele Enten in Ententeichen festgefroren sind, nein, es geht um die hohen Energiepreise, und wie die Menschen darauf reagieren.

Dass die Energiepreise einen nicht gerade Freudenspruenge machen lassen, ist klar. Dass man bei den heutigen Energiepreisen nicht gerade die Heizung auf volle Pulle laufen lassen sollte, ist klar. Dass man bei den heutigen Energiepreisen den Weg zum Baecker doch mal besser mit dem Fahrrad zuruecklegen sollte hat bestimmt der ein oder andere schon eingesehen. Dass die Energiesparwut aber noch ganz andere Auswirkungen auf das Leben in Deutschland hat, haette ich nicht gedacht.

Da steht z.B. schwarz auf weiss, dass 6,2 Millionen Deutsche in ihrer Wohnung schon Stiefel tragen, um Heizkosten zu sparen (und ich dachte, ich wuerde mit meiner Wollmutze schon zu den Exoten gehoeren). Haetten Sie das gedacht? 1,3 Millionen Bundesbuerger geben sogar zu, schon einmal mit oeffentlichen Verkehrsmitteln gefahren zu sein, nur um der Kaelte in ihren eigenen vier Waenden zu entkommen! (Die DB wird sich freuen). Ob man damit aber wirklich Geld sparen kann, da habe ich so meine Zweifel. Dagegen machen sich die 770000 Deutsche, die laenger als ueblich und notwendig in Kneipen und Cafes herumsitzen ja noch geradezu mickrig aus.

Dass sich aber eine Million Bundesbuerger ohne Grund in Banken, Behoerden und Kaufhaeusern herumtreibt, nur um zuhause Energiekosten zu sparen, das geht doch irgendwie zu weit. Und ich frage mich immer, wenn ich denn ab und zu mal in eine Stadt komme (wir sind ja jetzt Landmenschen), was all die Leute da machen. Was kaufen die alle? So viele Millionaere kann es doch in diesem Land gar nicht geben, wie mir Menschen in meiner Bank begegnen. Letztens war ich sogar mal im hiesigen Rathaus. Was da fuer eine Schlange vor dem Zimmer des Sozialamtes wartete! Mann, jetzt weiss ich endlich was die dort hin treibt. :)

Statistik wie Statistik. Glaube nur der, die du selbst gefaelscht hast, sagt man doch so schoen. Als wir noch unser Hotel hatten, gab es natuerlich auch fuer uns die Pflichtstatistiken auszufuellen. Da gab es (ich werde es nie vergessen) z.B. die Meldepflicht an das Statistische Bundesamt ueber die Herkunft derer, die bei uns uebernachtet haben. Streng genommen haette ich jeden einzelnen Gast fragen muessen, woher er stammt und wo er seinen Wohnsitz hat. Das haette ich dann schoen in Zettellisten packen muessen und einmal im Monat an das Statistische Bundesamt uebersenden muessen. Als haette ich bei Tausenden von Gaesten nichts anderes zu tun gehabt, als jeden nach seinem Wohnort zu fragen, mit Zetteln herumzuhantieren und Formulare auszufuellen. Ich habe diesen Prozess ein wenig abgekuerzt. Jahrelang Hotelmanager, da hat man so etwas im Urin, wie man bei uns sagt. Da brauche ich niemanden zu fragen. Ich brauchte den Gast bloss anzusehen und wusste genau, wo er wohnt.  

So waren meine Statistiken an das Bundesamt auch immer ganz genau und total aussagekraeftig. Da kamen Menschen aus aller Herren Laender zu uns. Mal mehr aus Polen und weniger aus Ungarn, mal waren einige Israelis dabei, mal welche aus dem Gaza-Streifen (ich wollte ja fair bleiben). Ich habe auch immer einige Japaner, Mongolen und Kasachen mit hineingeschmuggelt. Die waren bestimmt dabei. Da bin ich hundertprozentig sicher. Und auch denen aus  Nigeria, denen aus Uganda oder denen aus Belize habe ich persoenlich die Hand geschuettelt. Da lege ich meine Hand fuer ins Feuer.

Mich haben dann immer die offiziellen Statistiken gefreut, die von der Stadt oder vom Bundesamt herausgegeben wurden. Wenn da von Gaesten aus Neuginuea die Rede war, dann wusste ich, einer war bestimmt von mir.

Aber der kam jedenfalls bestimmt nicht in unser Hotel, um Heizkosten zu sparen!

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4 comments on “Ueber ausgefallene Methoden, Heizkosten zu sparen.
  1. KatjaK sagt:

    Meine bevorzugte Heizkosten-Sparvariante: Ingwertee kochen, ab aufs Sofa, eine Katze auf den Bauch und eine auf die Füsse. Allerdings kostet diese Variante Katzenfutter, da zumindest unsere Miezen lausige Mäusejäger sind ;-)

    • admin sagt:

      Hallo Katja
      Auch keine schlechte Idee. Ich sollte das mal mit unseren Huehnern versuchen. Ich glaube aber, die sind nicht so begeistert davon. :)

      Gruss RR

  2. Klaus sagt:

    Die Idee jeden Tag ein Bild von sich und der Familie zumachen finde ich wirklich sehr interessant!! Wie lange machst du das schon ?

    • admin sagt:

      Hallo Klaus
      Seit Dezember 2002 fuer meinen Teil. Die Kinder seit ihrem ersten Lebenstag. Ich denke mal, sie sind fast die einzigen Menschen auf der Welt die das von sich behaupten koennen. Ich kennen nur noch die Udkow Family, die aber spaeter angefangen haben, zu erreichen unter http://www.udkow.com/

      Unsere Bilder unter http://bobelo.de/index.html

      Meines Erachtens eine der besten Ideen die ich je hatte.

      Gruss RR

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