{"id":9797,"date":"2011-01-31T02:00:02","date_gmt":"2011-01-31T00:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/?p=9797"},"modified":"2011-01-31T00:26:33","modified_gmt":"2011-01-30T22:26:33","slug":"ausgefallene-methoden-heizkosten-zu-sparen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/ausgefallene-methoden-heizkosten-zu-sparen\/","title":{"rendered":"Ueber ausgefallene Methoden, Heizkosten zu sparen."},"content":{"rendered":"<p>Ich bin ja so ein kleiner Statistiker. Gebe ich zu. In meiner Kindheit habe ich akribisch meine ersparten Groschen aufgeschrieben (mir kommen jetzt noch die Traenen), ich habe jahrelang Tagebuch gefuehrt, und jeder Tag begann damit, dass ich notiert habe, was es mittags zu essen gab (meistens Reis). Ich zaehle jeden Tag die Eier, die unsere Huehner legen (siehe rechts),\u00a0ich notiere jeden Tag wieviel <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/energieverbrauch-computer-kosten\/\" target=\"_self\">Strom<\/a> und Gas wir verbraucht haben (das sind dann nicht nur einzelne\u00a0Traenen, die mir die Wangen herunterlaufen), und ich mache z.B. schon seit Jahren<a href=\"http:\/\/bobelo.de\/\" target=\"_blank\"> jeden Tag ein Foto<\/a> von mir und der Familie.<\/p>\n<p>Und auch jede Statistik, die ich irgendwo <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/waschbaeren-im-garten-was-tun\/\" target=\"_self\">aufschnappe<\/a>, sehe ich mir an. Statistiken sind einfach fabelhaft. Was man da so alles herauslesen kann!\u00a0\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Kommt meine Frau eben mit dem oertlichen Kaeseblaettchen\u00a0vom Briefkasten\u00a0zurueck und findet darin einen kurzen Artikel mit der Ueberschrift &#8222;Zahlen des Tages&#8220;. Das ist was fuer mich. Mal sehen, was man wieder mittels Umfragen herausgefunden hat. In dem Artikel geht es um die Folgen des harten Winters. Aber nicht etwa wieviele Obdachlose erfroren, wieviele Wasserrohre geplatzt oder wieviele Enten in Ententeichen festgefroren sind, nein, es geht um die hohen Energiepreise, und wie die Menschen darauf reagieren.<\/p>\n<p>Dass die Energiepreise einen nicht gerade Freudenspruenge machen lassen, ist klar. Dass man bei den heutigen Energiepreisen nicht gerade die Heizung auf volle Pulle laufen lassen\u00a0sollte, ist klar. Dass man\u00a0bei den heutigen Energiepreisen den Weg zum Baecker doch mal besser mit dem Fahrrad zuruecklegen sollte hat bestimmt der ein oder andere schon eingesehen. Dass die Energiesparwut aber noch ganz andere Auswirkungen auf das Leben in Deutschland hat, haette ich nicht gedacht.<\/p>\n<p>Da steht z.B. schwarz auf weiss, dass 6,2 Millionen Deutsche in ihrer Wohnung schon Stiefel tragen, um Heizkosten zu sparen (und ich dachte, ich wuerde mit meiner Wollmutze schon zu den Exoten gehoeren). Haetten Sie das gedacht? 1,3 Millionen Bundesbuerger geben sogar zu, schon einmal mit oeffentlichen Verkehrsmitteln gefahren zu sein, nur um der Kaelte in ihren eigenen vier Waenden zu entkommen! (Die DB wird sich freuen). Ob man damit aber wirklich Geld sparen kann, da habe ich so meine Zweifel. Dagegen\u00a0machen sich\u00a0die 770000 Deutsche, die laenger als ueblich und notwendig in Kneipen und Cafes herumsitzen ja noch geradezu mickrig aus.<\/p>\n<p>Dass sich aber eine Million Bundesbuerger ohne Grund in Banken, Behoerden und Kaufhaeusern herumtreibt, nur um zuhause Energiekosten zu sparen, das geht doch irgendwie zu weit. Und ich frage mich immer, wenn ich denn ab und zu mal in eine Stadt komme (wir sind ja jetzt <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/fliegen-stubenfliegen-bekaempfung\/\" target=\"_self\">Landmenschen<\/a>), was all die Leute da machen. Was kaufen die alle? So viele Millionaere kann es doch in diesem Land gar nicht geben, wie mir Menschen in meiner Bank begegnen. Letztens war ich sogar mal im hiesigen Rathaus. Was da fuer eine Schlange vor dem Zimmer des Sozialamtes wartete! Mann, jetzt weiss ich endlich was die dort hin treibt. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Statistik wie Statistik. Glaube nur der, die du selbst gefaelscht hast, sagt man doch so schoen. Als wir noch unser Hotel hatten, gab es natuerlich auch fuer uns die Pflichtstatistiken auszufuellen. Da gab es (ich werde es nie vergessen)\u00a0z.B. die Meldepflicht an das Statistische Bundesamt ueber die Herkunft derer, die bei uns uebernachtet haben. Streng genommen haette ich jeden einzelnen Gast\u00a0fragen muessen, woher er stammt und wo er seinen Wohnsitz hat. Das haette ich dann schoen in Zettellisten packen muessen und einmal im Monat an das Statistische Bundesamt uebersenden muessen. Als haette ich bei Tausenden von Gaesten nichts anderes zu tun gehabt, als jeden nach seinem Wohnort zu fragen, mit Zetteln herumzuhantieren und Formulare auszufuellen.\u00a0Ich habe diesen Prozess ein wenig abgekuerzt.\u00a0Jahrelang Hotelmanager, da hat man so etwas im Urin, wie man bei uns sagt. Da brauche ich niemanden zu fragen. Ich brauchte den Gast bloss anzusehen und wusste genau, wo er wohnt. \u00a0<\/p>\n<p>So waren meine Statistiken an das Bundesamt auch immer ganz genau und total aussagekraeftig. Da kamen Menschen aus aller Herren Laender zu uns. Mal mehr aus Polen und weniger aus Ungarn, mal waren einige\u00a0Israelis dabei, mal welche aus dem Gaza-Streifen (ich wollte ja fair bleiben). Ich habe auch immer einige Japaner, Mongolen und Kasachen\u00a0mit hineingeschmuggelt. Die waren bestimmt dabei. Da bin ich hundertprozentig sicher. Und auch\u00a0denen aus \u00a0Nigeria, denen aus Uganda oder denen aus\u00a0Belize habe ich\u00a0persoenlich die Hand geschuettelt. Da lege ich meine Hand fuer ins Feuer.<\/p>\n<p>Mich haben dann immer die\u00a0offiziellen Statistiken gefreut, die von der Stadt oder\u00a0vom Bundesamt herausgegeben\u00a0wurden. Wenn da\u00a0von Gaesten aus Neuginuea die Rede war, dann\u00a0wusste ich, einer war bestimmt von mir.<\/p>\n<p>Aber der kam jedenfalls bestimmt nicht in unser Hotel,\u00a0um Heizkosten zu sparen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin ja so ein kleiner Statistiker. Gebe ich zu. 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