{"id":9589,"date":"2011-01-12T09:35:14","date_gmt":"2011-01-12T07:35:14","guid":{"rendered":"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/?p=9589"},"modified":"2011-01-16T21:35:21","modified_gmt":"2011-01-16T19:35:21","slug":"huehner-selbst-schlachten-das-erste-mal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/huehner-selbst-schlachten-das-erste-mal\/","title":{"rendered":"Essen Sie gerne Brathaehnchen? Dann sollten Sie mal selbst ein Huhn schlachten. Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Jeder, der sich mit dem Gedanken traegt, selbst Nutztiere zu halten, kommt irgendwann an den Punkt, an dem er sich von dem einen oder anderen Tier trennen muss. Das ist so unausweichlich wie das Amen in der Kirche. Und damit meine ich nicht das sanfte Einschlafen aufgrund von Altersschwaeche. Nutztiere haben nun mal einen Zweck zu erfuellen, der in der Regel darin liegt, dass sie der menschlichen Ernaehrung dienen sollen. Auch wenn ich mit meiner Meinung in bezug auf Fleischkonsum bei vielen Menschen auf Ablehnung stosse, stehe ich dazu. Nicht nur, dass ich in einer Familie aufgewachsen bin, in der ein Tag ohne Fleisch auf dem Teller kein wirklicher Tag war und immer noch nicht ist, nein, es hat auch andere Gruende. Das ist aber eine andere Geschichte ueber die ich vielleicht ein anderes Mal schreibe.<\/p>\n<p>Bitte nur weiterlesen, wenn Sie nicht zu den Zartbesaiteten gehoeren. <!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehnerkoepfe.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9595\" title=\"huehnerkoepfe\" src=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehnerkoepfe-300x200.jpg\" alt=\"huehnerkoepfe\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehnerkoepfe-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehnerkoepfe.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jetzt handelt es sich bei uns ja &#8222;nur&#8220; um <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/tiere\/huehnerstall-selbst-bauen-pferdestall-umbauen\/\" target=\"_self\">Huehner<\/a>, <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/kaninchen-mit-darmproblemen-was-muss-man-machen\/\" target=\"_self\">Kaninchen<\/a> und <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/richtiger-einstieg-in-die-entenhaltung\/\" target=\"_self\">Enten<\/a>, alles recht kleine Tiere und selbst damit sind wir noch ziemlich am Anfang. Trotzdem war vor einigen Wochen bei uns dieser besagte Tag gekommen, an dem wir uns von einigen Tieren trennen mussten.<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Seit dem Fruehjahr halten wir <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/huehnerhaltung-huehnerkauf-eingewoehnung-in-den-stal\/\" target=\"_self\">sieben Huehner und einen Hahn<\/a>. Zwei der Huehner haben im vergangenen Jahr <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/huehner-huehnervideo-huehner-brueten\/\" target=\"_self\">gegluckt<\/a>, soll heissen, sie haben sich dazu entschlossen, die gelegten Eier auch auszubrueten. Ist nicht alltaeglich bei den heutigen Huehnerrassen, denen der Bruttrieb systematisch abgezuechtet worden ist. Eines der beiden Huehner haben wir brueten lassen, und aus diesem Gelege sind <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/die-kueken-sind-da-oder-von-kueken-und-menschenmuettern\/\" target=\"_self\">acht Kueken<\/a> und eines tot zur Welt gekommen. Wir haben darueber berichtet. Allerdings sind dann in den folgenden Wochen immer mal wieder Kueken <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/huehnerhaltung-kuekenaufzucht-mit-problemen\/\" target=\"_self\">spurlos verschwunden<\/a>, und wir haben nie herausgefunden, was aus ihnen geworden ist. Wir haben uns wirklich alle Muehe gegeben. Wir haben extra einen Bereich im Huehnergehege abgetrennt, in denen sich die Glucke und die Kueken wohl haetten fuehlen koennen. Haben sie aber nicht. Sie hatten nichts anderes in ihrem gefiederten Kopf, als um alles in der Welt aus diesem Bereich zu entkommen. So kleine Kueken sind schon schwer daran zu hindern auszubuechsen. Als dann auch noch die Glucke, sobald wir auch nur die Abdeckung der Kinderstube abgenommen hatten um Futter hineinzustellen, aus diesem in hohem Bogen davonflog, und wir unsere liebe Not hatten, sie wieder hineinzubekommen, haben wir dann irgendwann aufgegeben und der Natur ihren Lauf gelassen.<\/p>\n<p>Mal war eines spurlos verschwunden, mal zwei bis letztendlich von den achten nur noch drei uebrig waren. Und weil wir ja zu denen gehoeren, denen das Glueck immer wohlgesonnen ist, waren diese drei dann auch noch Haehne. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Vielleicht waren die Haehne einfach schneller, vielleicht waren sie klueger oder vorsichtiger, keine Ahnung. Jedenfalls haben sich diese drei vorzueglich entwickelt, sind schnell gewachsen und hatten sich zu stattlichen Jungs entwickelt. Diese drei wurden von den anderen Huehnern nie angenommen. Sie waren immer Aussenseiter. Aber wie das nun mal so ist, aus Jungs werden Maenner, und da kann es schon zu der einen oder anderen Rauferei kommen. Eines Tages fingen sie an, untereinander ihre Rangeleien auszufechten, mehr spielersich als ernst, dann fingen sie an, <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/ueber-unseren-streitsuechtigen-hahn\/\" target=\"_self\">mich als Ziel<\/a> ihrer vorsichtigen Revierkaempfe auszusuchen und irgendwann ging es dann auch mit den Huehnern und dem alt eingesessenen Hahn los. Spaetestens da ist uns klar geworden, dass vier Haehne und sieben Huehner nicht zusammen passen.<\/p>\n<p>Was also tun? Wir haben lange ueberlegt. Wir hatten erwogen, sie zu verkaufen oder zu verschenken. Wer will aber schon Haehne haben, zumal keiner der drei reinrassig war. Blieb also nur noch der Ausweg ueber den Suppentopf.<\/p>\n<p>Jetzt habe ich nun von Schlachtung wirklich keine Ahnung. In ferner Vergangenheit habe ich beim Angeln Fische getoetet und verzehrt, diese kalten glitschigen stummen Dinger sind aber nicht wirklich mit Huehnern zu vergleichen. Huehner sind da schon eine andere Kategorie. Gluecklicherweise konnten wir jemanden im Dorf finden, der schon einmal Huehner geschlachtet hatte, der sich damit hinreichend auskennt und der sich angeboten hat, dies fuer uns zu tun. Denn ganz ohne Anleitung wollte ich mich nicht drangeben. Es macht keinen Sinn den Tieren ein so angenehmes Leben wie moeglich zu machen, um dann am Schlachttag mit seinem eigenen Unvermoegen alles wieder zunichte zu machen. So machten wir einen Termin aus an dem er mir zeigen sollte, wie man Huehner schlachtet (Ich glaube aber auch heute nicht daran, dass ich es in Zukunft selbst erledigen kann. Bin vielleicht doch ein zu grosses Weichei).<\/p>\n<p><strong>Die Vorbereitungen<\/strong><\/p>\n<p>Am Vorabend haben wir die drei Haehne bei Dunkelheit aus dem Stall genommen und separat in Kisten gesetzt, damit sie nichts mehr fressen. Haben wir so gelesen. Alleine das war schon ein hartes Stueck Arbeit, denn mir schien, die drei wussten genau worum es ging. Sonst lassen sich die Huehner ja bei Dunkelheit problemlos aus dem Stall holen, bei den dreien ging das aber alles andere als einfach.<\/p>\n<p><strong>Das Schlachten<\/strong><\/p>\n<p>Am darauffolgenden Tag kam dann unser Bekannter, mit dem wir in den Garten zu den Huehnern gingen. Ich muss zugeben, fuer jemanden der eine solche Szene nur aus Filmen kennt, ist es schon, sagen wir mal gewoehungsbeduerftig gewesen. Hahn an den Beinen packen, mit dem Kopf nach unten baumeln lassen, einen schnellen Schlag mit einem schweren Stock auf den Kopf versetzen und dann auf einem bereitgestellten Baumklotz den Kopf abhacken. Hahn dann schnell in eine bereitgestellte Plastiktonne legen und warten. Zum Glueck ist keines entkommen. Das Allerletzte was ich haette brauchen koennen, waere einen Hahn ohne Kopf durch den Garten taumeln zu sehen, wie zum Beispiel auf <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3agnuSSvihI&amp;feature=related\" target=\"_blank\">diesem Video<\/a> zu sehen ist. Solche Geschichten hat man uns naemlich erzaehlt.<\/p>\n<p>Ist doch irgendwie pervers. Ein Film aus Afghanistan oder Bagdad, mit viel totem und zerfetztem Menschenfleich wuerde Otto Normalverbraucher nicht so sehr schocken, wie zuzusehen wie Huehner geschlachtet werden. So verdreht ist diese Welt. Da laeuft doch was schief.<\/p>\n<p>Ich weiss, jeden Tag sterben in Deutschland hunderttausende Huehner und andere Tiere einen gewaltsamen Tod. Den allermeisten ist es in ihrem Leben mit Sicherheit nicht so gut ergangen wie den unseren. Jeder kennt die Bilder aus den Legebatterien und den Schlachthoefen. Man braucht nur mal bei Youtube zu suchen und wird mit Sicherheit fuendig. Aber live dabei zu sein ist schon eine andere Sache. Ich bin sicher, all jene, die nach dem Besuch im Supermarkt schnell noch am Haehnchenwagen zwei halbe Haehnchen fuer 2,99 Euro das Stueck mitnehmen, wuerden beim naechsten Mal doch einen Moment inne halten, bevor sie kaufen, haetten sie so etwas schon einmal miterlebt oder gar mitgemacht.<\/p>\n<p>Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man ein knusprig lecker duftendes Brathaehnchen am Wagen kauft, ob man die Packung tiefgefrorener Chicken Wings aus dem Froster holt und eine Pfanne voll zubereitet, es ist schon ein gewaltiger Unterschied einen Mc Chicken in sich hineinzustopfen oder eine fein saeuberlich herausgeloeste Huehnerbrust in der Pfanne zu braten, als selbst so ein Tier vom ersten Tag bei sich zu haben, zuzusehen wie es als winziges &#8222;Etwas&#8220; herumtapselt, gierig jedem Koernchen und jedem Wuermchen hinterherjagt, um von Tag zu Tag groesser und staerker zu werden, bis es dann eben gross genug ist, um getoetet und in letzter Konsequenz auch gegessen zu werden.<\/p>\n<p><strong>Was andere denken<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Kollegen von &#8222;<a href=\"http:\/\/experimentselbstversorgung.net\/\" target=\"_blank\">Experiment Selbstversorgung<\/a>&#8220; gibt es einen ziemlich langen Thread zum <a href=\"http:\/\/experimentselbstversorgung.net\/?p=420\" target=\"_blank\">Thema Tierhaltung<\/a> und Fleischkonsum. Lisa und Michael haben sich entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen.\u00a0Aus ethischen, aus moralischen, aus rein wissenschaftlichen oder auch unter Umweltgesichtspunkten mag das alles richtig und nachvollziehbar sein. Ich teile diese Meinung\u00a0nicht. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir viel zu viel Fleisch essen, als es unserer Natur entspricht (ich bin der Ueberzeugung, dass der Mensch von Natur aus einen Teil seiner Nahrung aus tierischer Herkunft beziehen darf und auch muss) und als es fuer unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit zutraeglich waere. Viele der Probleme, besonders in bezug auf die Umweltbelastung durch die Tierhaltung, von der Michael schreibt, wuerden sich in Luft aufloesen, muessten die Menschen in diesem Lande (und nicht nur hier) einmal bei einer Schlachtung live dabei sein und ganz wichtig, selbst Hand anlegen. Wir verdraengen diese Problematik aus unserem Leben, verbannen das Schlachten in die Schlachthaeuser und Metzgereien und moechten nichts damit zu tun haben. Essen tun wir\u00b4s aber immer wieder gerne und auch mit Genuss.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehner-rupfen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9594\" title=\"huehner-rupfen\" src=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehner-rupfen-300x200.jpg\" alt=\"huehner-rupfen\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehner-rupfen-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/huehner-rupfen.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gut, weiter im Text. Unser Bekannter hatte weiter keine Zeit. Hat uns zwar die drei Haehne getoetet, den Rest mussten wir aber alleine machen. So fanden wir uns dann wenige Minuten spaeter mit drei kopflosen Haehnen in einer schwarzen Plastiktonne auf dem Hof wieder. Es pfiff ein eisiger Wind, und wir mussten etwas unternehmen, schnell, bevor wir sie mit Federn in den Gefrierschrank haetten legen koennen. Wir, das sind in diesem Falle meine Eltern und ich, denen ich noch einmal einen herzlichen Dank aussprechen moechte. Auch bei meinen Eltern ist es schon Jahrzehnte her, dass sie mal ein Huhn geschlachtet und ausgenommen haben. Dementsprechend ungenau war die Erinnerung. Ohne waere ich da allerdings an dieser Aufgabe klaeglich gescheitert.<\/p>\n<p><strong>Der haerteste Teil der Arbeit<\/strong><\/p>\n<p>Klar, ich habe <a href=\"http:\/\/www.huehnerzucht.de\/haltung\/schlachten.html\" target=\"_blank\">nachgelesen<\/a> wie man ein Huehnchen zerlegt, klar, ich habe mir bei Youtube entsprechende Filme angesehen (wobei erstaunlicherweise in deutscher Sprache\u00a0nur sehr wenig zu finden war. Warum wird so ein Thema bei uns denn totgeschwiegen?) <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rukYHSOKZzM\" target=\"_blank\">Hier ist zum Beispiel ein Youtubevideo<\/a> ueber das Schlachten eines Huhnes im Stile der Sendung mit der Maus. Aber grau ist alle Theorie. Vor so einem gefiederten kopflosen Tier zu stehen, draussen im eisigen Wind, und daraus dann ein verzehrfertiges Stueck Fleisch zu machen ist eine andere Sache.<\/p>\n<p>Und genau davon handelt dann morgen der<a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/huehner-selbst-schlachten-unsere-erfahrungen\/\" target=\"_self\"> zweite Teil meines Berichtes<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder, der sich mit dem Gedanken traegt, selbst Nutztiere zu halten, kommt irgendwann an den Punkt, an dem er sich von dem einen oder anderen Tier trennen muss. Das ist so unausweichlich wie das Amen in der Kirche. Und damit meine ich nicht das sanfte Einschlafen aufgrund von Altersschwaeche. 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