{"id":16278,"date":"2013-02-27T10:40:13","date_gmt":"2013-02-27T08:40:13","guid":{"rendered":"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/?p=16278"},"modified":"2013-02-27T22:25:34","modified_gmt":"2013-02-27T20:25:34","slug":"warum-hausmaenner-menschen-zweiter-klasse-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/warum-hausmaenner-menschen-zweiter-klasse-sind\/","title":{"rendered":"Warum Hausmaenner Menschen zweiter Klasse sind!"},"content":{"rendered":"<p>Ist ja nicht so, als das wir nur in nahrungtechnischen Angelegenheiten nicht ganz so spurtreu leben, wie es vielleicht einige der &#8222;Wichtigen und Maechtigen&#8220; da oben gerne sehen wuerden. Wir versuchen \ud83d\ude42 Pferdefleisch gar nicht erst ins Haus zu holen und halten uns, so weit es eben geht, von all den &#8222;Errungenschaften&#8220; der modernen Agrarindustrie fern. Nein, wir gehen auch in anderer Hinsicht abweichende Wege. Einer der wichtigsten Punkte ist, dass in unserer Familie die Frau das Geld verdient und ich mich um den Haushalt (soweit es in meiner Macht steht \ud83d\ude42 ), den Garten und vor allem um die Kinder kuemmere. Haushalt eher weniger, aber Garten und vor allem die Kinder, das ist mein Ding. Ja, Sie koennen ruhig ueber mich lachen.<\/p>\n<p>Waehrend andere Maenner in meinem Alter sich schon laengst auf die Rente vorbereiten, allerhoechstenfalls noch die Enkelkinder im Kinderwagen\u00a0bei Not am Mann spazieren fahren, stehe ich noch voll im Leben. Die Gartenplaene werden immer umfangreicher, und auch die Kinder verlangen mit Recht ihren Tribut meiner Zeit.<\/p>\n<p>Jetzt hat das alles natuerlich nichts mit Garten und Selbstversorgung zu tun. Aber mit einer anderen Lebensweise, und irgendwie gehoert es damit eben doch zusammen. <!--more--><\/p>\n<p>Seit fast\u00a05 Jahren bin ich nun schon Hausmann und kuemmere mich um die Kinder. Alles was der Markt zu bieten hat, ich habe die gesamte Palette miterlebt. Ich habe Windeln gewechselt, ich war in der Notfallaufnahme im Krankenhaus, ziehe Splitter aus Fingern,\u00a0ich habe einen Geburtsvorbereitungskurs absolviert, Babyschwimmen, Pekipkurse, Babymassagekurse, Waldkinderkurs, Bauspielplatz, Bastel- und Tanzkurse, ich habe Kindergarten- und Schulfeste besucht, ich sehe mir <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/der-winter-ist-vorbei-es-geht-los-im-garten\/\">Karnevalsumzuege<\/a> an, singe auf Sankt Martinszuegen und jubele begeistert ueber die bestandene Pruefung zum weiss-gelben Judogurt, als waere der Kleine gerade zum\u00a0Jediritter ernannt worden. Ich habe Elternsprechtage und diverse Beurteilungstage miterlebt und weiss der Geier noch was alles. Man glaubt gar nicht, was in der heutigen Zeit so alles noetig ist, um Kinder den Weg ins Erwachsenenleben zu ebnen. Sprich, ich bin in Sachen Kinder geradezu ein Fachmann, koennte von heut auf morgen meinen Garten an den Nagel haengen und hier eine &#8222;Tagespapastation&#8220; aufmachen (gibt es das ueberhaupt ?) Wenn Sie selbst Kinder haben, dann werden Sie wissen, wovon ich spreche. \ud83d\ude42<\/p>\n<h2>Eine reine Frauenwelt<\/h2>\n<p>Nun ist die Erziehung und das Wohlbefinden\u00a0der Kinder in unserem Land\u00a0bis zum Ende der Grundschulzeit weitestgehend in Frauenhand. Die wenigen Vertreter meines Geschlechtes, die sich in diesem Erziehungssee tummeln, kann man an einer Hand abzaehlen. Wie ich nun mal so bin, blieb es nicht aus, dass ich doch das ein oder andere Mal mit dem anderen Geschlecht aneinandergeraten bin. Einfach deshalb weil ich, vielleicht liegt das in der Natur der Sache, andere Vorstellungen davon habe, wie man mit kleinen Kindern umgehen sollte. Ich renne nicht bei jedem kleinen &#8222;PAPAAAA&#8220; Jammerer los, Pflaster muss bei mir auch keinen Donald Duck aufgedruckt haben, ich stopfe sie nicht mit Keksen voll, und wenn sie mal ihre Trinkflasche vergessen haben, dann schicke ich sie auch schon mal auf dem Sportplatz in die Umkleide, um dort aus dem\u00a0Wasserhahn\u00a0zu trinken. Nur um so einige Beispiele zu nennen.<\/p>\n<p>So habe ich in den letzten Jahren Erfahrungen gesammelt, von denen ich vorher nicht einmal gewusst habe, dass es solche ueberhaupt gibt. Natuerlich moechte ich diese auch fuer kein Geld der Welt missen.<\/p>\n<h2>Schwimmkurse sind immer gut fuer einen kleinen Konflikt<\/h2>\n<p>Aber kommen wir auf den Punkt. Im Moment macht der Kleine gerade einen Schwimmkurs. Jetzt bin ich als Mann natuerlich dort ein ziemlicher Exot. Ich wurde schon gebeten, die Sammelumkleide zu verlassen, weil man mir wohl in meinem Alter nicht mehr zutraute, selbst dort mit Kindern aufgetaucht zu sein. Ich fahre naemlich meist mit drei Kindern, so eine Art Fahrgemeinschaft. Man hielt mich wohl fuer einen perversen Kinderschaender, der sich absichtlich in die\u00a0Sammelumkleiden schleicht. Was mir da von der Fraktion &#8222;Uebermuetter&#8220; an Unverstaendnis entgegenschlaegt, da kann man eigentlich nur schmunzeln.<\/p>\n<p>Bei mir ziehen sich die Kinder, auch wenn sie erst vier sind, selbst aus und an, sie trocknen sich selbst ab und stellen sich auch selbst unter den Haartrockner. Die Blicke sollten Sie sehen, wie ich es mir erlauben kann, die Kinder &#8222;sich selbst zu ueberlassen&#8220; und nicht zwischen jedem Zeh die Wassertropfen sorgfaeltig zu entfernen (hat eigentlich schon mal ein Kind einen bleibenden Schaden erlitten, nur weil nach dem Schwimmen die Fuesse nicht ganz trocken waren?)<\/p>\n<p>Bei mir wird nach dem Schwimmen auch in der Umkleidekabine kein Bufett aufgebaut. Hier ein Schaelchen &#8222;Aepfelchen&#8220;, dort eine Doeschen mit &#8222;Kekschen&#8220; (immer wieder diese Verniedlichungen !), eine weitere mit Trauben, und eine Tuete Gummibaerchen darf natuerlich auch nicht fehlen. Ich meine, wir sind da in der Umkleide eines Schwimmbades und nicht in einem Restaurant. Das habe ich mich uebrigens mal gewagt, in der Kabine zu erwaehnen. Die giftigen Blicke, die Kommentare haetten Sie erleben muessen. Schade, dass ich den sicherlich folgenden Tratsch nicht miterleben durfte.<\/p>\n<p>Haben Sie schon mal zugesehen, wie eine Mutter ein Kind anziehen wollte, welches in der einen Hand einen Keks, aus dem Mund herausragend ein Stueck Banane und mit der zweiten Hand in Richtung Gummibaerchentuete greift? In der Zeit, in der sie das Unterhemd ueber den Kopf gezogen hat, haette ich gleich zwei Kinder komplett angezogen, inclusive Foehnen. Manchmal frage ich mich, ob die Muetter ihre Kinder <strong>SO<\/strong> richtig auf&#8217;s Leben vorbereiten. Ich meine, auch vierjaehrige Kinder brauchen nicht als erstes einen Keks in den Mund gestopft zu bekommen, wenn sie aus der Dusche kommen. Oder ist schon mal eines nach dem Schwimmtraining in der Umkleidekabine verhungert?<\/p>\n<h2>Der Kampf der Geschlechter<\/h2>\n<p>Richtig lustig wird es aber, wenn es um die Geschlechtertrennung geht. Ich fahre ja wie gesagt mit drei kleinen Kindern, zwei Jungen und einem Maedchen. Da steht man schon mal vor der Frage, welche Umkleidekabine denn nun die richtige ist (spielt eigentlich keine Rolle, fehl am Platze bin ich in dieser Muetterwelt so oder so \ud83d\ude42 ) Ich entscheide mich fuer die Jungenkabine, will ja den Aerger nicht heraufbeschwoeren. Die Schwimmlehrerin holt die Kinder aber in der Maedchenumkleide ab, und auch Terminangelegenheiten werden dort verkuendet. So bin ich immer kurz vor Unterrichtsbeginn mit den Dreien in die Maedchenkabine umgezogen. Das wurde mir jetzt verboten. Ich solle doch die drei Kinder unbeaufsichtigt in der Umkleide zuruecklassen, oder noch besser, mit ihnen in Badehose wieder in den Vorraum des Schwimmbades gehen und dort warten. Ich lasse mir diesen Vorschlag immer wieder auf der Zunge zergehen. Nur weil ich ein Mann bin, soll ich mit den Dreien im Foyer des Schwimmbades warten, zwischen Kaffeeautomat und Wartestuehlen?<\/p>\n<p>Ich koennte natuerlich auch in der Jungenumkleide warten. Ich bin sicher, bis zu mir waere nicht einmal durchgedrungen, wann der naechste Kurs beginnt. Weil alles Wichtige nur in der anderen Kabine gesagt wird.\u00a0Den einen &#8222;Tuennemann&#8220;, der da in der\u00a0Kabine nebenan wartet, hat man doch schnell uebersehen.<\/p>\n<h2>Alles keine Absicht<\/h2>\n<p>Dabei will ich nicht einmal boese Absichten unterstellen. Nach Jahren, in denen ich mich in dieser weiblich dominierten Welt tummele, sind meine Sensoren nur sehr empfindlich geworden. Den meisten wuerden diese feinen Nuancen der &#8222;Diskriminierung&#8220; nicht einmal auffallen. Man stelle sich den umgekehrten Fall mal vor. Ich wuerde eine dieser Muetter dazu auffordern, mit ihrem Kind im Foyer des Schwimmbades zu warten. Au weia, ob ich da noch lebend heraus kaeme? \ud83d\ude42 Man stelle sich mal vor, ich wuerde eine dieser Muetter aus der Jungenumkleide weisen, die Kleinen koennten sich ja schaemen (es spielt uebrigens fuer die Muetter\u00a0keine Rolle, ob sie nun einen Jungen oder ein Maedchen haben, sie benutzen ganz selbstverstaendlich beide). Das sollte ich mal machen. Ich sollte es wagen, mit meinem Nachschwimmkurskindervordemverhungenbewahrbuefett gleich vier Plaetze auf der Umkleidebank zu belegen, waehrend sich die Kinder besagter Muetter mit dem blanken Fliesenboden begnuegen muessten. Ich bekaeme bestimmt Hausverbot.<\/p>\n<p>Ja ja, so als Hausmann mit kleinen Kindern hat man es nicht leicht. Ich plaediere fuer mehr Maenner im Erziehungswesen. Dann duerften die Kinder vielleicht wieder mit Schneebaellen auf dem Pausenhof werfen, sie duerften vielleicht wieder eine Fliege ausspucken, die versehentlich in den Mund geraten ist, und sie wuerden vielleicht auch lernen, dass ein Schwimmbad ein Schwimmbad und keine Kantine ist.<\/p>\n<p>So, jetzt bin ich bereit fuer die geballte Attake der &#8222;\u00dcbermutterfraktion.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist ja nicht so, als das wir nur in nahrungtechnischen Angelegenheiten nicht ganz so spurtreu leben, wie es vielleicht einige der &#8222;Wichtigen und Maechtigen&#8220; da oben gerne sehen wuerden. 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