{"id":13775,"date":"2012-03-30T06:17:02","date_gmt":"2012-03-30T04:17:02","guid":{"rendered":"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/?p=13775"},"modified":"2012-03-29T22:42:23","modified_gmt":"2012-03-29T20:42:23","slug":"bodenanalyse-hausgarten-ergebnis-auswertung-und-richtig-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/bodenanalyse-hausgarten-ergebnis-auswertung-und-richtig-handeln\/","title":{"rendered":"Bodenanalyse auswerten und richtig handeln, oder da haben wir den Salat."},"content":{"rendered":"<p>Nun gut, noch nicht den Salat. Der wird noch einige Wochen auf sich warten lassen. Aber das Untersuchungsergebnis dessen, worauf er wachsen soll. Vor einigen Wochen habe ich naemlich eine <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/bodenuntersuchung-bodenprobe-richtig-nehmen\/\" target=\"_self\">Bodenprobe zur Analyse<\/a> an die Landwirtschaftkammer NRW, kurz <a href=\"http:\/\/www.landwirtschaftskammer.de\/lufa\/index.htm\" target=\"_blank\">LUFA<\/a> genannt, eingesandt und seitdem warte ich mit Spannung auf das Ergebnis. Untersuchen lassen habe ich auf die gaengigen Naehrstoffe und zusaetzlich auf den Humusgehalt. Gestern dann das Ergebnis. <!--more--><\/p>\n<h2>Mit welcher Bodenart gaertnern wir<\/h2>\n<p>Zuerst einmal kurz erwaehnt, in welch eine Bodenart unser Gartenboden eingeordnet wurde. Sand. Lehm\/Loess\/Lehm (sL, uL, L), also angesiedelt irgendwo zwischen mittleren und schweren Boeden. Das haette ich auch <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ALE5q-AWfA0&amp;feature=email&amp;email=comment_received\" target=\"_blank\">ohne Untersuchung sagen koennen<\/a>. Damit habe ich ja schon so meine Erfahrungen gemacht. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Um die Sache nicht unnoetig zu verkomplizieren, vergleiche ich in diesem Artikel die Werte mit den Sollwerten fuer mittleren Boden. Dafuer gibt es naemlich einen Richtwert, an dem man sich orientieren sollte.<\/p>\n<h2>Die Sollwerte<\/h2>\n<p>Ein\u00a0mittlerer Boden sollte folgende Werte aufweisen: Einen pH Wert zwischen 5,7 und 6,5, die Phosphorversorgung (P2O5) sollte zwischen 14 und 24 Milligramm pro 100 Gramm Erde liegen, der Kaliumanteil (K2O) sollte ebenfalls zwischen 14 und 24 Milligramm liegen und der Magnesiumwert (MG) zwischen 4 und 6 Milligramm pro 100 Gramm Probe liegen. Wuerde meine Probe diese Werte aufweisen, braeuchte ich mir um ihn keine Sorgen zu machen. Auf den Stickstoffgehalt komme ich spaeter noch zu sprechen.<\/p>\n<h2>Die Istwerte<\/h2>\n<p>Das Ergebnis der Probe weicht aber doch um einiges von den Sollwerten ab. Beim pH Wert liege ich mit 5,9 ja gerade noch im Soll, obwohl er ein wenig hoeher sein koennte. Dabei habe ich im letzten Jahr die komplette Flaeche mit Kalk behandelt.<\/p>\n<p>Der Kaliumwert (K2O) liegt mit 32 mg\/100g schon um einiges ueber den Sollwerten. Auch der Magnesiumwert (Mg) liegt mit 9 mg\/100g um ein Drittel ueber dem Hoechstwert. Richtig lustig wird es aber beim Ergebnis des Phoshorwertes. Da hat die Analyse einen Wert von 106 mg\/100g ergeben, also mehr als fuenf mal mehr als der Richtwert angibt.<\/p>\n<h2>Die Geschichte unseres Gartens<\/h2>\n<p>Zack, so kann&#8217;s einem gehen. Vielleicht noch einmal in Erinnerung gerufen, wie die Vergangenheit des Stueckchen Gartens ausgesehen hat. Frueher einmal muss die gesamte Flaeche ein grosser Garten gewesen sein. Noch in den Zeiten, in denen die Menschen es sich eben nicht leisten konnten, in den Supermarkt zu fahren. Teilweise wurde hier sogar Gemuese fuer den Verkauf angebaut. Danach wurde das Steuck fuer die Viehhaltung\u00a0als Weide genutzt und in den letzten Jahren als Pferdewiese.<\/p>\n<p>Dann kam ich mit meinem Tick, &#8222;Back to the roots&#8220;, \ud83d\ude42 \u00a0und habe wieder Gartenland daraus gemacht. Die einzigen &#8222;Zusatzstoffe&#8220;, die ich nach der\u00a0Rueckverwandlung\u00a0der Pferdewiese in Garten ausgebracht habe, waren Urgesteinsmehl und Hornspaene. Man liest ja recht haeufig, dass Privatgaerten in der Regel mit <a href=\"http:\/\/www.mein-schoener-garten.de\/de\/gartenpraxis\/nutzgarten\/duengung-weniger-ist-mehr-94916\" target=\"_blank\">Naehrstoffen ueberversorgt<\/a> sind.\u00a0In dieser Annahme, und aus Mangel an <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/kompostwirtschaft-im-biogarten\/\" target=\"_self\">Kompost<\/a> habe ich auf weitere Duengergaben verzichtet.<\/p>\n<h2>Woher kommen dann diese hohen Werte<\/h2>\n<p>Woher\u00a0stammen aber jetzt diese hohen Werte? An mir kann es\u00a0kaum gelegen haben.\u00a0Urgesteinsmehl enthaelt zwar auch die genannten Naehrstoffe, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass die Tuete Gesteinsmehl die Werte so in die Hoehe getrieben hat. 0,3 Prozent P2O5, 0,1 Prozent K2o und 4 Prozent Mg Anteile im Gesteinsmehl\u00a0sind nicht die Welt. Vor allem auch, weil Urgesteinsmehl recht haeufig als &#8222;Allheilmittel&#8220; und absolutes Muss in diversen Gartenbuechern, die sich mit dem\u00a0Thema Biogarten befassen, gepriesen wird. Entweder als Zusatz zur Brennesseljauche, als Beimischung unter den Kompost oder als feiner Staub auf Pflanzen. Hornspaene duengen in erster Linie mit Stickstoff und koennen die vorgenannten Werte somit\u00a0nicht in die Hoehe\u00a0getrieben haben.<\/p>\n<h2>Stickstoff koennte etwas mehr sein<\/h2>\n<p>In diesem Zusammenhang dann gleich noch\u00a0das Ergebnis der Stickstoffuntersuchung. Die ausgebrachten Duengermengen habe ich ja oben schon erwaehnt. Nach der ersten Bebauung mit Weizen habe ich das Stueck mit <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/die-richtige-gruenduengungspflanze-mitte-august\/\" target=\"_self\">Perserklee<\/a> eingesaet, der ja bekanntlich mithilfe sogenannter Knoellchenbakterien auch Stickstoff in den Boden bringen soll. Trotzdem lag der Wert mit 1,3 mg\/100g gerade mal halb so hoch, wie der Duengevorschlag der mitgelieferten Duengeempfehlung fuer Haus und Kleingaerten angibt. Dort ist naemlich von einem Sollwert von 2 bis 3 mg\/100g die Rede.<\/p>\n<h2>Was tun, sprach Zeus<\/h2>\n<p>Bei <a href=\"http:\/\/forum.garten-pur.de\/Komposthaufen--29\/Ich-soll-mein-Gemuesebeet-nicht-31383_0A.htm\" target=\"_blank\">Garten-pur habe ich einen ellenlangen Thread<\/a> gefunden, der sich mit genau dieser Problematik befasst. Dort wird auch ueber die Duengung mit Kompost gesprochen. Gerade Kompost bringt viel Phosphor mit, so ist jedenfalls nachzulesen, den ich ja nun nicht sonderlich gut gebrauchen kann. Auch\u00a0die anderen Naehrstoffe sind im Kompost reichlich vertreten. Soll das also heissen, ich muesse auf Kompost verzichten und damit auf all die anderen positiven Begleiterscheinungen wie Bodenverbesserung durch ein Mehr an Humus verzichten? Kompost bringt ja nicht nur Naehrstoffe in die Erde sondern auch Humus, den unser Garten sicherlich gut gebrauchen kann. Eine Zwickmuehle.<\/p>\n<p>Ich bin gerade dabei, unseren <a href=\"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/dies-und-das\/kompostwuermer-eisenia-hortensis-dendrobaena-veneta-im-garten\/\" target=\"_self\">Kompostplatz<\/a> so zu gestalten, dass ich problemlos groessere Mengen &#8222;Gaertnergold&#8220; selbst herstellen kann und jetzt DAS. Wie sollte ich denn den Humusgehalt im Boden erhoehen, wenn nicht mit Kompost? Da bliebe doch als einzige Moeglichkeit die Gruenduengung, die, wie der Klee, zwar etwas Stickstoff in den Boden bringt, aber eben keine zusaetzlichen Naehrstoffe. Das, was die Gruenduengung zum Wachstum braucht, wird dem Boden nach dem Verrotten wieder zugefuehrt.<\/p>\n<p>Humus kann man eigentlich kaum jemals genuegend im Boden haben. Der ermittelte Humusgehalt unserer Probe lag bei 2,8 Prozent. Damit liege ich fuer meine Bodenart eher im hohen Bereich. Der Humusgehalt wird naemlich mit einem Sollwert von 1,5 bis 2,5 Prozent angegeben. Von daher kann ich also nicht klagen. Obwohl, nachvollziehen kann ich das nicht. Unsere Gartenerde hat nun rein gar nichts\u00a0mit Waldboden oder Schwarzerde\u00a0gemeinsam.<\/p>\n<p>Aber noch ein paar Worte dazu, wie ich dieses Problem in den Griff bekommen kann. Kompost als Duengemittel scheidet also weitestgehend\u00a0aus. Jedenfalls dann, wenn ich die ueberhoehten Werte reduzieren moechte. Der fehlende Stickstoff laesst sich recht leicht auf natuerlichem Wege mit Hornspaenen in den Griff bekommen. und in bezug auf den Humusgehalt bleibt wohl nichts anderes uebrig, als ihn ohne Eintrag von ausserhalb nur durch Gruenduengungen zu erhoehen. Jedenfalls sollte ich alles vermeiden, was den Phosphor, den Kalium- und den Magnesiumwert weiter in die Hoehe treibt. Ich frage mich nur, wie lange ich dieses Spiel treiben muss? Wie lange dauert es, bis die ueberhoehten Werte sich wieder im Sollbereich einpendeln? Wieviel Milligramm Phosphor, Kalium und Magnesium werden denn so in einer Gartensaison dem Boden entzogen oder ausgeschwemmt? Weiss da jemand vielleicht eine Antwort drauf?<\/p>\n<h2>Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird<\/h2>\n<p>Oder aber, wird das alles vollkommen uebertrieben? Frueher haben die Leute auch ihren Mist unter die Kartoffeln gegeben, frueher als es noch keine Bodenanalysen gab, ist in den Gaerten auch Gemuese gewachsen, warum sollte es also heute nicht mehr so sein? Bei einem extrem erhoehten Stickstoffwert haette ich ja noch Bedenken gehabt, wegen Nitrat und so. Aber die anderen Werte? Haben die eine direkte Auswirkung auf diejenigen, die es essen muessen, mal abgesehen von den negativen Auswirkungen auf\u00a0 das Grundwasser?<\/p>\n<h2>Und andere Methoden der Hobbygaertnerei?<\/h2>\n<p>Eine Sache kommt mir aber immer wieder in den Sinn. Man liest doch so haeufig von Hochbeeten, von Huegelbeeten, von Mengen an Kompost die in Squarefootgaerten verwendet werden. Vielleicht sollten sich die Anhaenger dieser Gartenmethoden einmal Gedanken darueber machen, wie hoch diese Werte z.B.\u00a0in einem\u00a0Hochbeet liegen. Holz und Gestrueppfuellung unten drin, Rasensoden, Rasenschnitt, Laub, Kompost in Mengen und oben drauf moeglichst noch gut geduengte\u00a0Blumenerde. Ich moechte wirklich gerne mal wissen, wie eine Bodenanalyse eines Hochbeetes nach\u00a04 oder\u00a05 Jahren aussieht. wenn sich alles Material zersetzt hat.<\/p>\n<p>Amazonlinks zum Thema<\/p>\n<p><center><iframe src=\"http:\/\/rcm-de.amazon.de\/e\/cm?t=neulimgart-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=B000PTMD9C&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=EEEEEE&#038;bg1=EEEEEE&#038;f=ifr\" style=\"width:120px;height:240px;\" scrolling=\"no\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" frameborder=\"0\"><\/iframe><iframe src=\"http:\/\/rcm-de.amazon.de\/e\/cm?t=neulimgart-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3835409085&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=EEEEEE&#038;bg1=EEEEEE&#038;f=ifr\" style=\"width:120px;height:240px;\" scrolling=\"no\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" frameborder=\"0\"><\/iframe><iframe src=\"http:\/\/rcm-de.amazon.de\/e\/cm?t=neulimgart-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3783161452&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=EEEEEE&#038;bg1=EEEEEE&#038;f=ifr\" style=\"width:120px;height:240px;\" scrolling=\"no\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/center><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun gut, noch nicht den Salat. 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