{"id":12815,"date":"2012-01-02T22:04:25","date_gmt":"2012-01-02T20:04:25","guid":{"rendered":"http:\/\/neulichimgarten.de\/blog\/?p=12815"},"modified":"2012-01-02T21:37:25","modified_gmt":"2012-01-02T19:37:25","slug":"was-bedeutet-und-was-ist-selbstversorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.neulichimgarten.de\/blog\/was-bedeutet-und-was-ist-selbstversorgung\/","title":{"rendered":"Selbstversorgung? Was ist das und was bedeutet das? Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Was bedeutet das eigentlich, &#8222;Selbstversorgung&#8220;, ein Wort welches hier auf meinem Blog schon desoefteren gefallen ist? Eine interessante Frage. Wie weit kann man damit kommen, wie weit darf man gehen und was bedeutet Selbstversorgung fuer uns? Fragen, ueber die ich mir in lockerer Folge in den naechsten Artikeln so meine\u00a0(unqualifizierten und laienhaften) Gedanken machen moechte.<\/p>\n<h2>Einige Vorbemerkungen<\/h2>\n<p>Das Wort Selbstversorgung macht immer mehr die Runde. In immer kuerzer werdenden Abstanden erscheinen Sendungen im TV und Berichte\u00a0in den Printmedien. Buecher, die das Wort Selbstversorgung im Titel tragen, fehlen in keiner Buchhandlung mehr, und eine Suchanfrage bei Google bringt sage und schreibe 1,25 Millionen Treffer. Muss also etwas dran sein an der Idee der Selbstversorgung. Aber was genau\u00a0ist dran an dieser Idee, und was sind die Beweggruende fuer Menschen, dem Konsum ein wenig zu entsagen und ihr Schicksal mehr und mehr in die eigenen Haende zu nehmen? <!--more--><\/p>\n<h2>Beweggruende fuer Selbstversorger und solche, die es werden wollen, gibt es viele.<\/h2>\n<p>Die Welt hat sich in den letzten vielleicht 40 Jahren so rasant veraendert, dass einem schwindelig werden kann. Peak Oil, Energiekrise, Atomausstieg, Genfood, Klimawandel, Anstieg des Meeresspiegels, Artensterben, Ozonloch, Waldsterben, Boersencrash, Weltwirtschaftskrise, Monsanto, Internet usw.\u00a0sind Begriffe, die in meiner\u00a0Jugend die allerwenigsten interessiert habe, wenn es sie denn ueberhaupt schon gab. Die Prioritaeten waren anders verteilt. Angesagt waren chice schnelle Autos, ein eigenes Haeuschen, ein sicherer Job mit angehaengter sicherer Rente, genuegend Geld auf dem Bankkonto und in jedem Jahr ein (oder vielleicht auch zwei) Urlaubsreisen in fremde Laender, sei es der Bildung oder dem Eimer Sangria wegen. Die Aufgabe der &#8222;Herrschenden&#8220; war, genau diese Beduerfnisse erst zu wecken und dann zu befriedigen. Die Wirtschaft musste ja rund laufen.<\/p>\n<p>Man koennte meinen, die Welt haette sich in einem Tempo veraendert, und das nicht unbedingt nur zum Guten, dass so manch einen langsam aber sicher der Verdacht plagt, es koenne nicht mit rechten Dingen zugehen. Das kann doch nicht immer so weitergehen. Irgendwann muss doch mal das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Bei immer mehr Menschen schlaegt die Stimmung um. Sie fragen sich, ob die Menschheit noch auf dem richtigen Weg ist. Immer mehr Menschen fragen sich, ob die Werte, fuer die sie in den letzten 40 Jahren geschuftet haben die sind, fuer die es sich auch lohnte und weiterhin noch lohnt \u00a0zu schuften.<\/p>\n<p>Jetzt steht das feine Haeuschen in der Vorstadt, zwei schicke Flitzer in der Garage, die Lampen im Haus lassen sich per Fernbedienung dimmen, der Fernseher ist gross wie eine mittlere Kinoleinwand, der Rasen hinterm Haus gepflegt und kurz geschoren und die Supermarktregale uebervoll mit allerlei Koestlichem aus der ganzen Welt. Was will man mehr?<\/p>\n<h2>Immer diese Horrormeldungen!<\/h2>\n<p>Viele haben erreicht, was sie erreichen wollten. Waeren da nur nicht diese Horrormeldungen in der Tagesschau. Waere da nicht die Preisanzeige an der Tankstelle, waeren da nicht die auf breiter Front fallenden Aktienkurse ueberall auf der Welt und waeren da nicht die nicht identifizierbaren und unverstaendlichen &#8222;Inhaltsangaben&#8220; auf den Packungen der Fertiggerichte. Ach ja, und waeren da nicht die diversen Lebensmittelskandale gewesen.\u00a0<\/p>\n<p>Das schnelle Auto wird fuer immer mehr Menschen zu einem ueberteuerten Spass, die Arbeit ist lange nicht mehr so sicher wie sie einmal war, auf vielen Lebensmitteln aus dem Supermarkt muesste eigentlich ein Beipackzettel pappen, der ueber die Risiken und Nebenwirkungen desgleichen Aufschluss gibt. Bei immer mehr &#8222;Politikern&#8220; fragt man sich, wem sie eigentlich dienen und an welchen Faeden sie haengen.<\/p>\n<h2>Wird die Selbstversorgung wieder salonfaehig?<\/h2>\n<p>Gruende, den eingeschlagenen Weg und speziell den\u00a0ganz persoenlichen zu ueberdenken gibt es also genuegend. Die Schlussfolgerungen daraus koennen vielfaeltig sein. Der eine bunkert im Keller Konservendosen fuer den Fall der Faelle, der andere steigt auf das Heizen mit Holzpellets um, wieder andere verfallen irgendeiner Weltuntergangs- oder Verschwoerungstheorie,\u00a0andere beruhigen ihr Gewissen, indem sie im Bioladen Fair Trade Kaffee kaufen und wieder andere wandern schlichtweg aus. Nach Kanada,\u00a0 Australien oder sonstwohin, wo sie meinen, die Welt waere dort noch in Ordnung.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch einige, die den Weg der Selbstversorgung einschlagen. Die Gruende koennen auch hier mannigfaltig sein. Der eine, weil er seinen Beitrag zur Rettung der Welt leisten will, der andere weil er glaubt, die Weltwirtschaft wuerde uebermorgen zusammenbrechen. Wieder andere suchen nach einem erfuellteren Leben in der Natur, andere moegen sich von den Entscheidungstraegern kein X mehr fuer ein U vormachen lassen. Und natuerlich diejenigen, die es satt haben, Lebensmittel zu kaufen, deren Umweltbilanz verheerend und dessen gesundheitliche Unbedenklichkeit nur auf dem Papier existiert.<\/p>\n<p>Sicher, Selbstversorger sind immer noch eine Minderheit und werden es auch in Zukunft bleiben. So lange die Welt noch in den Angeln haengt, ist es einfacher, sich mit den steigenden Oelpreisen zu arrangieren, den Versicherungen der Nahrungsmittelkonzerne und Discounter Glauben zu schenken und mit kleinen Einschraenkungen so weiter zu machen wie bisher. Lieber noch einen 400 Euro Job nebenher, aber dafuer mit 200 Sachen ueber die Autobahn brausen. Lieber einen Herzinfarkt riskieren, als sich die Haende im Garten schmutzig zu machen. Lieber eine\u00a0doppelt so grosse Mattscheibe kaufen, in der Hoffnung, die Nachrichten waeren dann nur noch halb so schlimm. Bis die Idee der Selbstversorgung salonfaehig und akzeptiert wird, bis die Idee der Selbstversorgung einen Verbreitungsgrad erreicht hat, bei dem man von einer nennenswerten Bewegung sprechen kann, wird noch viel Wasser den Rhein herunter laufen.<\/p>\n<h2>Ist es vielleicht schon zu spaet?<\/h2>\n<p>Ich persoenlich glaube sogar, wir werden nie wieder den Punkt erreichen. So schlimm kann es gar nicht kommen, als dass wir wieder so leben, wie es Generationen vor uns noch gemacht haben. Darueber taeuscht auch ein zum Gemuesegarten umgewandelter Rasen vor dem\u00a0weissen Haus nicht hinweg. Die breite Masse der Menschen\u00a0ist zu bequem,\u00a0zu desinteressiert und zu obrigkeitshoerig um etwas zu veraendern. Jedenfalls nicht in einer Geschwindigkeit, die noetig\u00a0und angesagt waere. Die breite Masse wird weiterhin in der Tretmuehle schuften, sie wird weiterhin konsumieren auf Teufel komm raus, und sie wird weiterhin schnell Auto fahren wollen. Sei es nun mit Benzin, mit Gas oder mit elektrischem Antrieb. Die Mehrheit der Menschen wird auch weiterhin keinen Pfifferling dafuer geben, ob die Trauben im Dezember nun aus Suedafrika eingeflogen wurden, sie wird weiterhin Spargel aus Peru kaufen und\u00a0auch weiterhin Kakao trinken, in dem Kinderarbeit steckt. Uns\u00a0nicht ausgenommen (bis zu einem gewissen Grad, denn auch wir wollen uns nicht ausklinken).<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht bin ich Pessimist. Keine Frage. Selbst wenn in unserem Land oder besser den Laendern, die fuer die Misere verantwortlich sind, ein Umdenken stattfindet, so steht doch der Rest der Welt in den Startloechern, um genau dieselben Fehler zu begehen, wie wir sie gemacht haben. Eine bittere, aber nach meinem Dafuerhalten realistische Einschaetzung.<\/p>\n<p>Was wir aber haben, ich spreche jetzt von uns persoenlich,\u00a0ist den ersten Schritt gemacht. Wir haben angefangen, ueber uns und den Weg nachzudenken, den wir gehen und haben die ersten Schritte eingeleitet, unser Leben zu aendern. Jeder, der nicht nur nachdenkt, sondern handelt, ist wichtig.<\/p>\n<p>Aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Vielleicht gibt es ja doch noch eine winzig kleine Chance, das Steuer noch rechtzeitg herumzureissen. Ich wuerde es unseren Kindern und Kindeskindern goennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bedeutet das eigentlich, &#8222;Selbstversorgung&#8220;, ein Wort welches hier auf meinem Blog schon desoefteren gefallen ist? Eine interessante Frage. Wie weit kann man damit kommen, wie weit darf man gehen und was bedeutet Selbstversorgung fuer uns? Fragen, ueber die ich mir in lockerer Folge in den naechsten Artikeln so meine\u00a0(unqualifizierten und laienhaften) Gedanken machen moechte. 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