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Unser Moehrenanbau, oder wie wir versuchen der Moehrenfliege ein Schnippchen zu schlagen.

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Karotten gehoeren in jedem Hobbygarten wohl zum Standard. So auch in unserem. Allerdings ist der Anbau gar nicht so einfach wie man denkt. Zum einen sind die Moehrensamen sehr klein und dadurch nur schwer im richtigen Abstand in die Saatrille zu bekommen. Zum anderen haelt die Natur einen Moehrenschaedling bereit, der uns in den vergangenen Jahren doch recht oft die Haare zu Berge stehen liess. Die Moehrenfliege, ueber die es auf der Seite Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum eine PDF Datei zu sehen gibt, die ihre Biologie und ihr Aussehen beschreibt.

moehrensamen

Persoenlich haben wir noch nie eine dieser netten Fliegen zu Gesicht bekommen, wohl aber deren Werk. Mag daran liegen, dass wir selten am Abend mit dem Kinn auf der Erde neben dem Moehrenbeet liegen und Fliegen suchen. Moehrenfliegen fliegen naemlich nur knapp ueber dem Boden, was gelegentlich zum Anlass genommen wird, als Schutzmassnahme eine dichte Beetumrandung von mehr als 30 Zentimetern zu benutzen. Darauf verlassen wir uns allerdings nicht.

moehrenbeet-geduengt

Wie haben wir unser Beet nun vorbereitet? Einen Eimer Kompost, der mangels eigenem von der Kompostanlage stammt. Drei Haende voll Urgesteinsmehl und ein paar Haende Bentonit auf dem gesamten Beet von drei Metern Laenge. Zusaetzlich ca. 50 Gramm Oscorna Animalin pro Quadratmeter in das Beet eingearbeitet. Die von uns verwendete Duengermenge ist wesentlich geringer als auf der Packung mit 120 Gramm angegeben. In Verbindung mit dem Kompost sollte das hoffentlich reichen.

Aufgrund der trockenen Tage haben wir das Beet gut gewaessert, um ein Austrocknen der keimenden Moehren zu verhindern. Auch in den naechsten Tagen, bis kleine Pflaenzchen zu sehen sind, werden wir sofern es nicht regnet das Beet regelmaessig waessern. Wir haben durch Trockenheit schon ganze Aussaaten verloren und mussten dann im Mai neu beginnen. Uns ist fraglich, wie die Bauern es schaffen Moehren anzubauen ohne zu Beginn zu bewaessern.

moehrenbeet-vorbereitet

Vier Reihen auf dem 1,2 Meter breiten Beet haben sich bewaehrt. In diesem Jahr versuchen wir die Sorten Almaro und Vollenda von Kiepenkerl. Almaro liess sich relativ leicht aussaeen. Die Samen waren groesser als die von Vollenda. Es war moeglich, die Samen ziemlich gut auf die Reihen zu verteilen, was uns, sofern sie alle keimen, viel Arbeit erspart, da wir sie nicht ausduennen muessen. Vollanda hatte sehr kleine Samen, die wir ziemlich dicht in den Saatrillen verteilt haben. Da werden wir nicht drumherum kommen, die Reihen auszulichten. Das hat sich bei uns als sehr wichtig erwiesen. Stehen sie zu dicht, entwickeln sich kaum nennenswerte Moehren, und der Abfall nach dem Schaelen uebertrifft die Ernte.

Nach dem Schliessen der Saatrillen und gutem Andruecken der Erde haben wir auch dieses Beet mit einem Netztunnel ueberspannt. Unser Versuch im letzten Jahr gibt uns recht. Wir konnten, dank Netztunnel, zum ersten Mal Moehren ernten, die nicht von Madengaengen durchzogen waren.

moehrenbeet-bestellt

Sucht man im Internet nach biologischen oder besser gesagt nach natuerlichen Gegen- oder Abwehrmassnahmen, dann werden eine ganze Reihe verschiedener Methoden genannt. Eine weite Fruchtfolge von mindestens 6 Jahren, woechentlich ueberbrausen mit Bruehe aus Tomaten- und Holunderblaettern oder Kamillentee. (Wer hat dafuer denn die Zeit?) Mischkultur mit Zwiebeln wird auch genannt ueber die sich “unsere” Moehrenfliegen nur “totgelacht” haben. (Haetten sie mal besser woertlich genommen). Die Sorte Flyaway aussaeen, die keine Chlorogensäure mehr enthalten soll (wir wollen doch keine Chemie im Garten :) ) was bei uns allerdings auch ein Reinfall war. Wir haben vieles probiert, ohne Erfolg. Die einzige wirklich wirksame Methode ist die, das Beet konsequent unter einem dichten Gemueseschutznetz zu halten, das keine Oeffnungen und Schlupfloecher bietet. Eine wesentlich umfangreichere und detailliertere Zusammenfassung aller moeglichen Abwehrmassnahmen ist auf der Seite des Bio Gaertners zu finden. Im uebrigen eine Seite, die unbedingt in die Bookmarks gehoert.

Allein der Vergleich der Erntemengen der beiden letzten Jahre spricht Baende. 2007 haben wir mit Muehe etwas mehr als 7 Kilogramm essbarer Moehren zusammenbekommen, nachdem wir alle befallenen Moehrenstuecke weggeschnitten hatten. Und was dabei uebrig blieb war auch nicht besonders appetitlich. 2008 dagegen auf der selben Flaeche von 3 mal 1,2 Metern ein Ertrag von 31,6 Kilogramm. Und es waere mehr gewesen, haetten wir mehr ausgeduennt und nicht nur kleine duenne Moehren geerntet. Auch unter dem Netz war ein geringer Befall zu beklagen, aber nicht annaehernd so niederschmetternd wie in den vorherigen Jahren.

Hoffen wir mal, auch in 2009 eine erfolgreiche Moehrenernte einbringen zu koennen. Der Kleine wird es uns danken. Ganz nebenbei, wer wir sind ist auf unserer anderen Internetseite http://bobelo.de zu sehen.

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Veröffentlicht unter Gemüseanbau, Schaedlinge Getagged mit: ,
4 comments on “Unser Moehrenanbau, oder wie wir versuchen der Moehrenfliege ein Schnippchen zu schlagen.
  1. hugo winkler sagt:

    wo kann man solche netztunnel kaufen

  2. admin sagt:

    Flaechenmaessiges Giessen ist kein Problem. Das geht einfach durchs Netz hindurch. Es gibt allerdings Probleme, wenn man Jungpflanzen ueber Tage gezielt waessern moechte. Das ist durch ein Netz nicht so gut moeglich, da man nicht nah genug an den Setzling herankommt.

    Es gibt auch noch andere Nachteile. Was man auch immer auf dem Beet machen moechte, sei es Unkraut jaeten, sei es mulchen, sei es duengen oder was auch immer, dazu muss man den Netztunnel mindestens auf einer Seite oeffnen. Solange die Pflanzen noch klein sind geht das noch. Sind sie erst einmal groesser, dann haben wir schon Probleme gehabt, sie nachher wieder unter das Netz zu bekommen und es dann auch noch an den Seiten abzudichten. Spitzkohl ist uns z.B. im letzten Jahr so gross geworden, dass wir Muehe hatten, das Netz wieder aufzulegen.

    Nichtsdestotrotz, die Vorteile ueberwiegen eindeutig, und wir moechten die Netze nicht mehr missen.

  3. Bettina sagt:

    Die Gemüsenetze finde ich super.

    Ich habe mal eine Frage an Euch: Kann man einfach über das Netz giessen – mit der Giesskanne – und es wird alles gleichmässig feucht? Oder müsst Ihr die Konstruktion zum Giessen abheben?

    LG Bettina

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