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Linsenanbau im Garten, oder von einer kleinen aber feinen Ernte. (Video)

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Ich habe keine Ahnung, was mich im Fruehjahr dazu getrieben hat, Linsen anzubauen. Besser gesagt, was mich dazu getrieben hat, die kleinste verfuegbare Linsensorte zu waehlen. Das war doch abzusehen. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Ein Fehler war es auf jeden Fall.

Einen Quadratmeter Mährische Linse von Dreschflegel habe ich im Freuhjahr ausgesaet. Eine der ganz wenigen Kulturen, um die ich mich keinen Deut habe kuemmern muessen.

Die Linsen sind zuverlaessig gekeimt und gewachsen, ohne dass ich auch nur eine einzige Pflegearbeit haette leisten muessen. So muss Gaertnern sein. Ich habe mich zwar immer gewundert, wo denn an den Pflanzen die Linsen sein sollten, es hat sich aber herausgestellt, dass wirklich welche dran waren. Die Schoten sind sooo klein, man haelt sie glatt fuer kleine Blaettchen.

Gestern war es dann so weit. So gut wie alle Linsenpflanzen waren knochentrocken und sproede. Bis auf einige wenige die im Schatten vom Weizen standen. Ich musste irgendwie ernten, bevor sie von alleine aus den Schoten herausfallen. Aber wie erntet man Linsen? Einzeln aus den Schoten holen unmoeglich. Viel zu viele und viel zu klein. Nach dem Abschneiden habe ich es zuerst mit den Haenden versucht. Einfach zwischen den Handflaechen reiben. Die Schoten sind so was von fein, bei der leichtesten Beruehrung brechen sie auf. Diese Methode war aber viel zu aufwendig. Daraufhin habe ich das Linsenstroh in ein altes Bettlaken eingewickelt und zuerst mit dem Pantoffel, dann mit einem abgebrochenen Besenstiel kraeftig drauf geschlagen, quasi ausgedroschen.

Was uebrig war, war ein pulveriges “Etwas”, in dem auch einige Linsen zu finden waren. Welch ein Dreck und Staub. Nachdem ich sie so gut es eben ging aus den Schoten geklopft hatte, versuchte ich die Schalen und die Spreu in einer Schuessel abzunehmen. Aber die Linsen waren sooo klein, die setzten sich nicht nach unten in der Schuessel ab, wenn ich sie bewegt habe. Ich denke mal, alleine dabei sind schon allerhand Linsen verloren gegangen. Wie gesagt, Maehrische Linsen sind viel zu klein.

linsen-im-gartenViele winzig kleine Linsen sind die Ausbeute. Ich werde es aber noch mal mit einer anderen Sorte versuchen.

Danach habe ich versucht, sie an meiner selbstgebauten Windfege zu reinigen. Welch ein Staub, welch ein Dreck. Die Linsen sind so leicht, die werden von dem Geblaese mit weggeweht. Ich denke mal, so zehn Durchgaenge habe ich sicher gebraucht. Selbst dann enthielt die Ernte noch mehr als genuegend Erde, Staub und sonstiges unerwuenschtes Zeugs. Auch bei diesem Vorgang sind sicher eine grosse Zahl Linsen verloren gegangen.

Den groebsten Dreck habe ich von Hand noch abgesucht und die Linsen dann in ein feines Kuechensieb gegeben. Und noch mal konnte ich minutenlang Dreck aussieben. Die Linsen haben ja im Garten auf der Erde gelegen, nicht wie Weizen, der aufrecht stehen bleibt und damit keinen Kontakt zur Erde bekommt, jedenfalls in der Regel.

Ergebnis meines Linsenanbauversuches: 330 Gramm winzig kleine Linsen. Viele davon durch den Kontakt zur Erde schon wieder gekeimt. Wenn ich diese 330 Gramm jetzt noch nachtrockne, sind es bestimmt noch mal 30 Gramm weniger. Das reicht gerade mal fuer einen Topf Linsensuppe.

Ein paar davon habe ich versuchsweise in Wasser eingeweicht. Die stehen jetzt einen Tag im Wasser, aufgequollen sind sie aber nur unmerklich. Alles in allem, diese Linsensorte werde ich sicher nicht noch einmal anbauen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, noch einmal Linsen anzubauen. Linsensuppe ist einfach eine leckere Sache. Aber dann nur noch mit der Sorte, die die groessten Linsen hervorbringt, die dann besser zu dreschen und zu reinigen sind.

Vielleicht weiss ja jemand da draussen, welche Linsensorte die groessten Linsen hervorbringt. Wenn sie das Gewicht eines Weizenkornes haetten, waere ich schon zufrieden. Damit wuerde Linsenanbau im Garten sicher Spass machen. Die einzige Sorte, die ich finden konnte, ist die Pisarecka Perla von Dreschflegel. Bei dieser Sorte ist jedenfalls vermerkt, dass sie gross sein soll.

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Veröffentlicht unter Ernte, Gemüseanbau, Getreideanbau, Selbst gemacht, Ungeklaerte Fragen, Verarbeitung und Zubereitung, Versuche Getagged mit: , , ,
14 comments on “Linsenanbau im Garten, oder von einer kleinen aber feinen Ernte. (Video)
  1. mchristian sagt:

    Hallo!

    Vielleicht solltest du im nächsten Jahr Linsen in Kombination mit Getreide (als Stütze) versuchen. Die Linse ist ein Stickstoffbinder dh. sie hat vielseitigen Nutzen. Sie düngt den Boden mit Stickstoff und gibt dir etwas zu essen. Wenn du Linsen – wie in dem Film (Link weiter unten) in Kombination mit Hafer anbaust, hast du zusätzlich Hühnerfutter. Der Hafer hat im Ackerbau auch einige sehr gute Auswirkungen auf die Fruchtfolge um Krankheiten zu verhindern. Aber es wäre auch einen Versuch wert, Nacktgerste in Kombination zu versuchen. Nacktgerste ist eine freidreschende Getreidesorte. Keine Spelz! Sie kann direkt wie Reis verkocht werden, hat interessante Ernährungsphysiologische Eigenschafen und einen (für Getreide) relativ hohen Eiweisgehalt.

    Ich schlage dir zum Thema Linsen folgende kurze Doku vor. Darin gibt es auch einen interessanten Ansatz zum Auslesen und reinigen der Ernte!

    http://www.youtube.com/watch?v=
    113i8FZn7yE&context=
    C4922d12ADvjVQa1PpcFOyh
    3l9kqYK3kn_g_-GP8qD4GGyIvBR2WI=

    Im Sinne der Permakultur hättest du hier einen Mehrfachnutzen und eine Reduktion des Auswandes!

    Ich hoffe die Info hilft dir weiter!
    Grüße aus den Salzburger Land!

    • admin sagt:

      Hallo mchristian

      Nacktgerste? Habe ich noch nie gehoert. Muss ich mich mal erkundigen. Das mit der Stuetzfrucht habe ich auf dem Plan stehen. Dazu habe ich Linsen und Hafer bei Dreschflegel besorgt. Mal sehen ob ich damit mehr Erfolg habe. Habe auch eine andere Linsensorte gewaehlt, eine die groessere Linsen produziert. Ich esse doch so gerne Linsensuppe.

      Gruss RR

  2. Sebastian sagt:

    Hallo

    Den Hinweis fand ich auf einer Packung Linsen von Davert aus dem Bioladen,dort steht:
    “Getreide dient beim Anbau von Linsen häufig als Rankhilfe,daher können noch vereinzelt Getreidekörnen in den Linsen vorhanden sein.”(Herkunft Türkei)

    Linsen sammeln Stickstoff,Getreide stützt.Bei Trockenheit werden viele Linsen,bei Feuchtigkeit mehr Korn gerntet.Der Boden wird besser durchwurzelt und mehr beschattet.
    Und so wie beide gut zusammen wachsen,so sollen sie sich auch in der Ernährung ergänzen,zusammen gegessen bieten sie das ganze Spectrum an wichtigen Eiweißen.

    Ähnlich ist das mit Bohnen und Mais die zuammen wachsen,und gegessen werden.Und Ebsen in Mischkultur mit Korn.

    • admin sagt:

      Hallo Sebastian

      Der Gedanke, Getreide und Linsen gleichzeitig anzubauen ist nicht schlecht. Ich frage mich nur, wie ich die spaeter ernten soll. Besonders die Linsen. Ernte ich gleichzeitig, kann ich das Getreide nicht zum trocknen aufhaengen. Zum Dreschen muesste ich aber beide Sorten getrennt vor mir liegen haben. Ich denke mal darueber nach.

      Gruss RR

  3. Sebastian sagt:

    Hallo

    Hab die gleiche Sorte angebaut,fast ein Pfund aus fast einer Samenpackung. Allerdings ist die als Stützfrucht gesäte Gerste nicht gewachsen,hab also die Linsen ein wenig hochgebunden,so hielt sich der Dreck etwas in Grenzen.
    Hab mal Irgendwo gehört kleine Linsen seien delikater (Puy Linsen z.B.die ich noch nicht gegessen hab)als Große.Mir hat die Mährische auf jeden Fall sehr gut Geschmeckt,ist schon was besonderes in jeder Hinsicht,wer hat schon Linsen im Garten.
    Werd auf jeden Fall eine Hand voll als Saatgut zurücklegen,und passende Siebe besorgen.

    Gruss und Dank

    • admin sagt:

      Hallo Sebastian

      Versuch macht eben klug. Ich habe meine noch nicht verkostet. Ich kann mir aber gut vorstellen, es im naechsten Jahr noch mal mit Linsen zu versuchen. Woher hast du denn die Information mit der Stuetzfrucht? Hoert sich interessant an.

      Gruss RR

  4. Kristof sagt:

    Wenn man das ganze rein unter dem Aspekt der Ersparnis betrachtet, dann ist das wirklich eine magere Ernte. Da bringen Tomaten eindeutig einen besseren finanziellen Nutzen. Dafür sind Linsen so anspruchslos, dass man sie getrost auf ausgelautem Boden pflanzen kann. Ausserdem machen sie auf dem Feld keine Arbeit – dafür natürlich um so mehr bei der Ernte. Als Lückefüller ideal.

    • admin sagt:

      Hallo Kristof

      Linsen sind bestimmt eine gute Sache. Man braucht dazu aber Platz. Im Garten macht es wenig Sinn. Haette man ein kleines Feld, dann kann ich mir das schon vorstellen.

      Gruss RR

  5. Jan-Peter sagt:

    tolle Idee das mit den Linsen, die esse ich auch gerne. Deswegen mein Tip, egal welche Linsen ich so in Indischen oder Türkischen Geschäften erworben habe, die Keimen alle ausgesprochen gut. Wie wäre es denn du probierst da einfach mal ein paar verschiedene auf n paar m^2 aus, was in deinem Garten gut gedeiht. So kann man wenigstens schon mal sehen, wie groß die Linse werden könnte …

    weiter so, wir bleiben gespannt

    • admin sagt:

      Hallo Jan Peter

      Verschieden Linsen, keine schlechte Idee. Eines weiss ich aber sicher, so kleine Linsen mache ich nicht noch mal.

      Gruss RR

  6. Frank sagt:

    Spannendes Thema! Ich selbst habe keine Erfahrungen dazu, aber mein “Lehrbuch der Landwirtschaft — Pflanzenlehre” von 1920 sagt dazu u.a. Folgendes:

    1.) Durchmesser große Linsen: 6-8,5 mm, kleine Linsen 3-5 mm
    2.) Die Linsen werden gerauft oder geschnitten, sobald sich die unteren Hülsen zu bräunen beginnen, wenn auch das Kraut noch grün ist (könnte vielleicht erklären, warum schon soviel Erde dran war???)
    3.) Ertrag: 6 bis 8, auch 5 bis 18 dz Körner, 1 hl mit 75 bis 86 kg

    • admin sagt:

      Hallo Frank

      Ich haette mich doch besser vorher mal schlau machen sollen, wann Linsen geerntet werden. Das mit dem Dreck darin war naemlich nichtbesonders nett. Meine Linsen erreichen vielleicht mit etwas Glueck 3 Millimeter im Durchmesser. Das ist ein Witz.

      Gruss RR

  7. Sommerstoffel sagt:

    Ist ja lustig! Das gleiche habe ich am Wochenende auch gemacht. Allerdings -leider- ohne diese coole Windmaschine.
    Ich hatte übrigens die gestreifte Linse von Dreschflegel.
    Gedroschen habe ich in einer Jutetasche. Bei mir waren noch nicht alle Pflanzen ganz trocken und einige wenige Linsen waren noch grün, die ließen sich nicht gut ausdreschen. Da hätte ich noch etwas warten sollen. Ich habe dann mehrere Küchensiebe probiert und letztlich in einer großen, flachen Kiste gepustet, gerüttelt und aussortiert.
    Zum Thema Dreck: in den meisten Rezepten mit Linsen wie auch mit Naturreis heißt es ohnehin, dass man vorher gründlich waschen soll. Jetzt wissen wir wieso!
    Zum Thema Ertrag: 300 g auf einem m^2 ist jetzt auch nicht so wenig. Wieviel Getreide (und erst recht wieviel gemahlenes Mehl) pro m^2 erntet man denn so? Würde mich nicht wundern, wenn das auch nicht viel mehr wäre. Für eine vernünftige Versorgung mit Linsen braucht man dann wohl 10 m^2 oder besser 20, wobei der Aufwand für die Ernte von 20 m^2 nicht so viel größer ist als für 1 m^2.
    Insgesamt fand ich aber, dass das mit den Linsen auch bei uns gut geklappt hat. Im nächsten Jahr sind die bestimmt auch wieder mit dabei!

    • admin sagt:

      Hallo Sommerstoffel

      Wie gross ist denn diese Sorte bei dir geworden? Auch so kleine Dingelchen wie bei mir? Wieviel hast du denn pro m2 geerntet?

      Bezueglich Getreide, das werde ich noch feststellen wenn ich mein Getreide geerntet und gedroschen habe. Dann kann ich es dir ganz genau sagen.

      Gruss RR

2 Pings/Trackbacks für "Linsenanbau im Garten, oder von einer kleinen aber feinen Ernte. (Video)"
  1. […] Blog „Neulich im Garten“ liest man aus diesen Gründen nur von einer kleinen wenn auch feinen eigenen Ernte. Ich hüte mich […]

  2. [...] liegt es natuerlich nahe, auch im Garten eigene Linsen anzubauen. Versucht habe ich es ja schon mal im letzten Jahr. Die Wahl der Sorte war aber weniger gut. Ich hatte mich naemlich fuer eine sehr kleine Linsensorte [...]

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