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Kennen Sie Gartenmelde? Wenn nicht, Sie sollten sie einmal versuchen.

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Geschmacklich kann man nichts einwenden. Zubereitet wie Spinat, fein puerriert schmeckt Melde echt lecker. Vielleicht ein wenig faseriger als Spinat, aber noch ertraeglich. Mag aber auch daran liegen, dass ich unsere Melde recht gross habe werden lassen. Brusthoch waren sie schon. Die wenigen Pflanzen waren auch erstaunlich gesund. Einige wenige kleine gruene Raupen konnten wir finden, aber so gut wie keine Frasstellen an den Blaettern. Ebenso einige wenige Stellen mit dunklen Blattlaeusen, die aber bei der knallig gruenen Farbe sehr gut zu erkennen waren. Eigentlich also ein recht ansprechendes Gemuese, das durchaus einen Versuch wert ist. Bis es allerdings soweit war, hatten wir einen langen, sehr langen Weg hinter uns.

Ich versuche es immer wieder

Melde gehoert auch zu den Gemuesesorten, an denen ich schon Jahre herumbastele. Meist ohne nennenswerten Erfolg. Vor Jahren habe ich mal gelesen, Melde waere frueher, als der Spinat noch nicht “erfunden” war, als Spinatersatz weit verbreitet gewesen. Man sollte demnach annehmen, der Anbau waere eher weniger problematisch. Nach dem ersten Versuch vor einigen Jahren hatte ich das auch geglaubt. Die ausgesaete Gartenmelde ist zu hunderten gekeimt und gut gewachsen. Wir haben sogar davon essen koennen. Noch lange nicht sicher, wie bei so vielen Gemuesesorten, die wir versuchen. :)

gartenmelde-gruenHellgruen ist die Sorte von Kiepenkerl. Wenn nur die Blaetter geerntet werden, so wie wir es machten, sollte man bei dieser Groesse die Blattaeste herausrupfen. Dann schmeckt sie weniger faserig.

Das war’s dann aber auch schon. In den Folgejahren blieb der Erfolg aus. Kaum eine Pflanze hat ueberhaupt das Licht der Welt erblickt. Ich war schon der Verzweiflung nahe. Ich hatte naemlich ebenfalls gelesen, man koenne Gartenmelde recht dicht ausgesaet als eine Art Beetumrandung im Fruehjahr nutzen und die kompletten Pflanzen, wenn sie gross genug sind, ernten und aufessen, gemischt mit Stielmus z.B..

Wenn doch geschrieben steht, man koenne Melde als Beetumrandung nutzen, dann sollte man annehmen, das wuerde auch zuverlaessig funktionieren. Nehmen wir aber einfach mal unsere diesjaehrigen Versuche, an ein Meldegericht zu kommen als Beispiel.

Ein langer und beschwerlicher Weg bis zur Ernte

Melde kann schon recht frueh im Jahr ausgesaet werden. Maerz oder April, je nach Witterung, ist eine gute Zeit. Das habe ich auch gemacht. Ich hatte drei verschiedene Meldesorten als Saatgut vorraetig. Einmal eine rote Sorte, dann eine gruene, beide vom Dreschflegel Versand. Zudem noch eine weitere gruene Sorte von Kiepenkerl, die sich in der Blattfarbe von der Dreschflegelsorte dahingehend unterscheidet, dass sie viel heller ist.

Da ich nun nicht sonderlich viel Erfolg mit Melde gehabt habe, wollte ich es in diesem Jahr genauer wissen. Von jeder Sorte habe ich ein paar Meter ausgesaet. Sowohl im Freiland als auch im Folientunnel. Erstaunlich, mit welcher Erfolgsquote ich manchmal arbeite. Von den hunderten von Samenkoernchen, die ich ausgesaet habe, sind doch glatt 15, vielleicht 20 Pflanzen ueberhaupt gekeimt. Eine geradezu laecherliche Ausbeute. Wobei im Freiland keine einzige ueberhaupt nennenswert gewachsen ist. Erst jetzt, zwei Monate spaeter, spriessen einige wenige Pflanzen zwischen dem Salat, den ich spaeter auf die Flaeche gepflanzt habe.

Auch im Folientunnel war die Ausbeute nicht viel besser. Von den beiden Dreschflegelsorten sind eine Hand voll Pflanzen gross geworden. Alle gruen. Das Ergebnis bei der roten Sorte war noch geringer. Nur von der Sorte von Kiepenkerl haben zumindest einige ein erntereifes Stadium erreicht. Aber auch bei denen, im Verhaeltnis zum ausgebrachten Saatgut ein “aberwiztiger Witz”.

rote-meldeDie einzigen roten Melden haben sich selbst ausgesaet und einen Platz zwischen den Himbeeren gefunden

Rote Melde ging ueberhaupt nicht

Die einzige rote Melde, die ich ernten konnte, waren welche, die sich nach der Bluete im letzten Jahr selbst ausgesaet hatten und zwischen den Himbeeren wuchsen. Ganze zwei Pflanzen.

Den groessten Erfolg hatte ich aber mit der Kiepenkerlsorte im Folientunnel. Da haben es wenigstens so um die 10 geschafft, gross zu werden. Langsam so gross, dass sie den Paprikas die Sonne nahmen. Ausserdem setzten sie schon lagnsam Blueten an und waeren dann nicht mehr in der Kueche zu gebrauchen gewesen.

Aber auch eine kleine Ernte erfreut das Hobbygaertnerherz. Melde kann man naemlich meines Wissens nach nirgendwo kaufen.

Fuer zwei Mittagessen hat es dann aber doch noch gereicht. Mit einem Schuss “Blubb”, einem Spiegelei dazu, ich habe mich gefreut.

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Veröffentlicht unter Ernte, Gemüseanbau, Gewächshaus, Schaedlinge, Ungeklaerte Fragen, Verarbeitung und Zubereitung, Versuche Getagged mit: ,
12 comments on “Kennen Sie Gartenmelde? Wenn nicht, Sie sollten sie einmal versuchen.
  1. Niki sagt:

    Hallo .

    Ich wollte nur fragen ob wer andere arten von Melde auch kennt ? Ich suche Wilde Melde , Gold Melde , Purpur Melde und Marmorierte Melde ! Kann mir wer weiter helfen ??? Danke !!

    Mfg
    Nikolett

  2. seb sagt:

    Wenns mit dem Speinat nix wird dann probier mal Brennessel, aber nicht zu lange kochen, und gut würzen ;)

  3. Hi Ralf,
    manche Samen sehen aus, als ob sie befruchtet sind, sie sind es aber nicht. Dann haben manche Sorten die Eigenschaft ungleichmäßig zu keimen, daß heißt, ein paar keimen sofort, andere erst im nächsten Jahr usw. So können z.B. Senfsamen (und deren Verwandte wie der Ackerhederich) bis zu 30 Jahre im Boden liegen, bevor sie keimen. Irgendwo habe ich auch gelesen, daß Melde nicht gern in sehr stickstoffreichen Böden wächst. Das könntest Du vielleicht testen? Einfach einen Eimer mit armer Erde füllen und einen mit gut gedüngter Erde daneben stellen und in beide Melde säen. Bin gespannt auf Dein Ergebnis.
    Bye,
    Wolkenwanderer

  4. gabi sagt:

    Hallo,
    dass Melde schwierig ist im Anbau könnte ich nicht behaupten. Habe es dieses Jahr erstmals versucht mit einer Sorte von Dreschflegel. Ende März ausgesät, zweimal gejätet, fertig. Die Pflanzen sind jetzt 70 cm groß und sehr schön. Wir werden die Pflanzen jetzt ernten; mal sehen ob es uns schmeckt.

  5. hirtentrashel sagt:

    Melde gehorsamst: habe Ende März d.J. ebenfalls etwas hellgr. Melde im Freiland ausgesät. Keimte und wuchs witterungsbedingt langsam aber ohne nennenswerte Ausfälle. Gekocht wie Spinat werden die Blätter ebenso zart, aber verfärben sich dunkelgraugrünl. (eher unattraktiv). Geschmack: etw. säuerlicher und deutlich herber als Spinat. Apart als kl. Ergänzung (z.B. mit Rahmtortellini) – aber nicht empfehlenswert als ‘Sättigungsgemüse’. Fände es auch schade, die Ernte unter selbstgezogenen Spinat zu mischen, der wird dadurch kaum leckerer.
    Kleinere Blätter lassen sich problemlos roh in Salaten kombinieren. Schmeckt unaufdringlich, wenn man nicht zuviel davon nimmt.
    Gartenmelde unterscheidet sich übrigens von dem Unkraut ‘Gemeine Melde’ (auch genießbar).
    Fazit: Muss man nicht haben. Spinat keimt wesentlich unwilliger, macht aber kulinarisch deutlich mehr her.

  6. Nino sagt:

    Hallo Ralf,
    ich kann bezüglich deiner Keimraten-Kapriolen nur eines sagen: Wer glaubt, dass jedes beliebige Saatgut überall gleich gut keimt und fruchtet, ist auf dem Holzweg. Das ist genau der Weg, den große Saatgutkonzerne gehen wollen, zum Preis der tonnenweisen ausbringung von Chemie, ein Weizen, der in Canada genau so gut wächst wie in China, ist schlicht Unfug.
    Seit Jahrhunderten haben Landwirte ihre Sorten den örtlichen Gegebenheiten angepasst und haben Selektion betrieben.
    Vereinfacht und mit den Worten von Sepp Holzer: Belibiges Saatgut an einer denkbar ungeeigneten Stelle ausbringen. Dann gilt die Regel: Die stärksten Pflanzen auf dem schlechtesten Boden ergeben das beste Saatgut.
    So kannst du Sorten an deinen Boden anpassen und wirst resistente und gesunde, zuverlässig keimende Sorten erhalten.

    • admin sagt:

      Du hast wohl recht mit dem was du sagst. Ich habe aber auch Keimprobleme mit ganz gaengigen Sorten die aus unserem Lande stammen und schon seit Jahrhunderten angebaaut werden. Pastinaken z.B. Nicht nur mit den Exoten.

      Es gibt so weit ich weiss auch keine Lokalsorten hier mehr. Wer macht sich schon solch eine Muehe.

  7. Chaosgarten sagt:

    Hallo Ralf,
    bei uns wächst die normale (Wildform) Melde völlig Problemlos als Unkraut. http://chaosgarten.blogspot.de/2011/05/unkraut-in-der-kuche-teil-3-die-melde.html

    Ich habe dieses Jahr zum Vergleich auch mal ein Blatt Gartenmelde probiert. Die Wildform finde ich deutlich aromatischer. Hast du keine Unkrautmelde im Garten? Vielleicht mag die Melde allgemein deinen Boden nicht. Dill keimt ja zum Beispiel auch auf manchen Böden nicht, während es sich bei uns wie Unkraut aussamt.

    Wir tun die Melde mit an den Salat und neulich auch mal einen Schwung in den Spinat. Wo sie hochkommt und nicht akut stört, wird sie beim Hacken und Jäten ausgelassen und dann zum Essen geerntet.

    • admin sagt:

      Nein, ich habe zwar genug wilde Melde im Garten, aber nicht den Mut das zu essen. Da bin ich etwas eigen. Aber ich bewundere Menschen, die sich an solche Experimente wagen.

  8. Steph sagt:

    Hallo Ralf,
    an Melde habe ich ich noch nicht getraut. Die Wilde ist mir prominent genug im Garten. Ich habe einen anderen Verteter der Gattung: Vorläufer von Spinat versucht, den Guten Heinrich. Das Ergebnis? Ja, er lebt noch, sieht dieses Jahr auch ganz gut aus, aber für ein Essen würde es nicht reichen. Es ist schon merkwürdig manche Pflanzen wollen einfach nicht. Ich habe in unserem Garten inzwischen etwa 4 Kerbelsaattüten und 4 Tüten Postelein quer überall ausgesät. Und langsam langsam kann ich von verlässlicher Ernte reden. Aber was wäre das Nutzgärtnern ohne diese Experimente?

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