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Igitt, Bohnenkäfer in den getrockneten Bohnen.

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Erstaunlich, googelt man nach Bohnenkaefer, wirft die Suchmaschine auf den ersten Seiten mehr Links aus, die sich damit befassen, wie man Bohnenkaefer zuechtet oder wo man sie erwerben kann, als damit, wie man sie bekaempft oder verhindert. Uns haben sie auch erreicht, die Bohnenkaefer.

Und dabei waren wir so stolz darauf, im letzten Jahr zum ersten Mal eine nennenswerte Ernte an Trockenbohnen eingefahren zu haben. Es waren mehrere Sorten. Als wir vor einigen Tagen durch unsere vielen noch nicht ausgepackten Umzugskartons gesehen haben, fiel uns auch eine Kiste mit Bohnen in die Haende. Schoen verpackt in Glaesern, in Metalldosen und in Plastikdosen. Der Anblick allerdings war nicht so berauschend. Die Sorte “Braune Hartschielen” war von allen am schlimmsten befallen. In der Plastikdose tummelten sich hunderte von Kaefern, und von den Bohnen waren gut die Haelfte mit Austrittsoeffnungen gezeichnet. Die Borlotti Bohnen waren weit weniger befallen. Dafuer haben die Borlottis ihre frische, teils weisse Farbe verloren und sehen nicht besonders appetitlich aus. Gar nicht befallen waren einige getrocknete Stangenbohnenkerne, die Kerne der Steirischen Kaeferbohnen, die Sorte Schwarze Kugel und die Sorte Cherokee Indian trail of tears. Es faellt auf, dass alle nicht befallenen Sorten dunkle oder schwarze Bohnen sind ausser den Stangenbohnenkernen. Das deckt sich mit den Erfahrungen anderer.

bohnenkaeferSo sehen sie aus, die netten Tierchen.

Jedenfalls scheint der Bohnenkaefer, mit seinem richtigen Namen Bruchus quadrimaculatus genannt, kein besonders angenehmer Geselle zu sein. Bekaempfungsmoeglichkeiten gibt es wenige. Und schon gar keine, die wir Hobbygaertner anwenden koennten. Auch der Bio Gaertner weiss keinen richtigen Rat. Da wird zwar davon gesprochen, das Problem gleich auszumerzen, es bleibt aber unklar, wie dies denn geschehen soll.

bohrloecher-bohnenkaeferDas sieht nicht besonders appetitlich aus. In einem Loch steckt sogar noch ein Kaefer.

Allgemein wird empfohlen, die getrockneten Bohnen moeglichst rasch zu ernten und dann in geschlossenen Behaeltnissen weiter zu trocknen, bis sie lagerfaehig sind. Damit gibt man den Bohnenkaefern keine Moeglichkeit, ihre Eier an die reifen Bohnen zu legen, aus denen dann die Larven schluepfen, die sich in die Bohnen hineinfressen. Aus diesen entstehen dann die erwachsenen Kaefer.

Bei uns scheint das nicht so recht geklappt zu haben. Wir haben unsere Bohnen aus Angst vor Faeulnis, wie in den vergangenen Jahren, sobald sie halbwegs trocken waren, rasch abgeerntet. Danach haben sie einige Tage im verschlossenen Gartenhaus gestanden und wurden danach im Haus im Doerrapparat bei hoher Temperatur nachgetrocknet. Geholfen hat es nicht. Irgendwo muessen sich Bohnenkaefer an unsere Bohnen unbemerkt herangemacht haben. Das dies nach dem Trocknen im Doerrapparat geschehen sein soll, wagen wir zu bezweifeln. Sie haben ausschliesslich im Haus gestanden, und davon noch die meiste Zeit in verschlossenen Behaeltnissen.

Wir werden wohl in Zukunft besonders darauf achten, nur dunkle oder schwarze Bohnensorten anzubauen (wenn wir denn jemals wieder einen Garten haben werden :) ). Und wir werden darauf achten, sie noch schneller, sobald sie halbwegs reif sind, zu ernten und ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unverschlossen aufzubewahren.

schwarze-kugel-bohneSchwarze Bohnen scheinen weniger anfaellig fuer den Bohnenkaefer zu sein.

Oder aber wir beginnen eine Bohnenkaeferzucht. Scheint kein schlechtes Geschaeft zu sein. Damit scheint sich eine Menge Geld verdienen zu lassen. Wir sollten versuchen, unsere befallenen Bohnenvorraete gewinnbringend an den Mann zu bringen, wie hier zum Beispiel. Oder aber, bei Interesse koennen die ersten 100 Bohnenkaefer auch direkt bei uns abgeholt werden. :)

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Veröffentlicht unter Gemüseanbau, Schaedlinge, Ungeklaerte Fragen, Verarbeitung und Zubereitung Getagged mit: , ,
18 comments on “Igitt, Bohnenkäfer in den getrockneten Bohnen.
  1. Peter sagt:

    Was auch viele nicht wissen: Bohnenkäfer können auch die Samen von anderem Hülsenfrüchtlern befallen, z. B. Erbsen, Linsen, Wicken, Platterbsen, Lupinen usw.

    In Kleingärten gibt es oft Staudenwicken (Lathyrus latifolius), dort werden die Samen im Sommer/Herbst oft von Bohnenkäfern befallen. Man sollte also kurz nach der Blüte die Früchte der Staudenwicken abschneiden, bevor die Samen sich entwickeln können. Ähnlich kann man es bei Stauden-Lupinen machen.

    Wer Hülsenfrüchtler als Gründüngung aussät, sollte diese Pflanzen nicht bis zur Samenreife wachsen lassen.
    Also entweder die Gründüngung nach Ende der Blütezeit abschneiden und liegenlassen.
    Oder Gründüngung, die im Winter erfriert, so spät aussäen, dass die Samen nicht reif werden (Aussaat je nach Klima etwa ab August).

  2. Peter sagt:

    Zitat Artikel: „Es faellt auf, dass alle nicht befallenen Sorten dunkle oder schwarze Bohnen sind ausser den Stangenbohnenkernen.“

    Auch dunkle bzw. schwarze Buschbohnen-Samen und schwarze Ackerbohnen (Dicke Bohnen) werden befallen.
    Ich hatte mal in der Gartenlaube verschiedenfarbige Buschbohnen nebeneinander in kleinen Holzkisten gelagert, die Holzkisten haben nicht richtig geschlossen, so dass Käfer reinkonnten. Schwarze, dunkelgraue, (dunkel-)braune und dunkelrote Buschbohnen waren genauso schlimm befallen wie weiße und gelbe Buschbohnen-Samen.

    Einmal erhielt ich auf einer Saatgut-Tauschbörse schwarze Ackerbohnen in einem Plastik-Druckverschlussbeutel. Als ich mir die Bohnen näher ansah, entdeckte ich, dass sie voller Löcher und Käfer waren. Zum Glück hatte ich sie noch nicht zu Hause ausgepackt, der Beutel mit den Bohnen mit Käferbefall kam dann gleich für 1 Woche in den Tiefkühlschrank, um alle Käfer u. deren Larven abzutöten.

  3. Hallo!

    Wir frieren die Bohnen auch ein. Meist lassen wir sie gar nicht erst ganz trocken werden, gleich einfrieren. Dann gibt es kein Problem.

    Ist doch schade, wenn die ganze Ernte an die Tiere fällt.

    Einfrieren hat auch den Vorteil, dass die Bohnen schneller gekocht sind. Wenn sie halbweich oder noch weich eingefroren werden, dann spart man sich das einweichen.

    lg
    Maria

  4. Franzi sagt:

    Also, ich mache das jetzt einfach mal wie mit Lebensmitteln bei Lebensmittelmottenbefall:

    EINFRIEREN um sicher zu gehen dass keine Viecher mehr dran sind! Die werden ja wohl kaum meine Gefriertruhe überleben…

    Nach ein paar Tagen werd ich die wieder auftauen und dann Luftdicht verschlossen aufbewahren. Hoffe, die getrockeneten Bohnen halten das gut aus.

    • Peter sagt:

      Zitat: „Hoffe, die getrockeneten Bohnen halten das gut aus.“

      Getrocknete Bohnen halten Tieffrieren aber nur dann aus, aber wenn sie vorher gut getrocknet waren. Wenn die Bohnen noch zu viel Feuchtigkeit enthalten, verlieren sie durch das Einfrieren ihre Keimfähigkeit.
      Von außen kann man oft leider nicht erkennen, wie viel Feuchtigkeit enthalten ist. Man kann aber Silica-Gel-Tüten oder z. B. getrockneten Reis in einem Stoffbeutel mit zu den Bohnen tun, die man einfrieren will. Das Ganze muss zusammen in einen Tiefkühl-Behälter, den sich so luftdicht wie möglich verschließen lässt. Dann kommt von außen keine Feuchtigkeit rein und Restfeuchtigkeit, die drinnen durch das Abkühlen kondensiert und gefriert, wird durch das Silica-Gel oder den Resi gebunden.

  5. Rían sagt:

    Hallo!

    Ich bin über eine Suchmaschine auf diesen Artikel gestoßen, vielleicht kann hier jemand meine Fragen beantworten.

    Letzte Woche hab ich im Bioladen getrocknete Käferbohnen gekauft (schätze ca. 500g), gestern wollte ich sie fürs Kochen einweichen und hab dabei einige Käfer darin entdeckt (schätze ca. 15). Hab sie einfach abgespült, die Bohnen gut gewaschen und trotzdem eingeweicht. Fraßlöcher hab ich keine bemerkt, aber manche Bohnen schwimmen oben auf, während andere untergehen.

    Meine Hauptfrage:
    Ist es prinzipiell ungesund, befallene Bohnen zu essen?

    Weitere Fragen:
    Schmecken befallene Bohnen komisch? Sollte ich die aufschwimmenden Bohnen sicherheitshalber getrennt kochen? Könnte es sein, dass der Käfer zwar im Bioladen im großen Sack Bohnen war, ich beim Rausschöpfen aber keine befallenen Bohnen erwischt hab?

    VIELEN DANK, falls das jemand liest und antwortet. (:

  6. Mein Sohn hat im vergangenen Jahr weiße und dunkle Stangenbohnen geerntet und diese zum Trocknen in der Nähe einer Heizung gelegt. Nach 4 – 6 Wochen wollte er die nun trockenen Bohnen in ein Einmachglas zur Weiterverwendung zwischenlagern. Dabei stellte er fest, dass in den weißen Bohnen viele kleine Löcher mit vereinzelten Käfern waren. Ein befreundeter älterer Hobbygärtner gab mir den Tipp, dass wir die Bohnen in der Schale hätten lagern sollen und danach die ausgekernten Bohnen an der überdachten Wäscheleine austrocknen lassen sollen. Bei der endgültigen Lagerung sollten dann alle Bohnen kontrolliert werden. Die dunklen Bohnen wären dafür aber nicht anfällig.

    • gartenadmin sagt:

      Bei hellen Bohnen habe ich das Problem auch. Bei den schwarzen nicht. Ob die in der Schale oder ausserhalb getrocknet werden, spielt keine Rolle. Die Eier der Kaefer sind schon im Garten drin. Da soll nur laengeres Einfrieren helfen.

  7. ferrando sagt:

    hmmm.. also, das mit den dunklen bohnen, die weniger befallen werden kann ich NICHT bestätigen.
    Habe letzten Sommer zwei Sorten angebaut: Borlotti-Stangenbohnen und “Negra”-Buschbohnen.
    Als ich jetzt zur Aussaat die Papiertüte mit den schwarzen Negra-Bohnen zur Hand nahm, habe ich sofort die Löcher in der Tüte und dann auch in den Bohnen bemerkt.
    Die Tüte mit den Borlotti-Bohnen war direkt daneben einsortiert und hat kaum Löcher….. (Zuhause in der Speisekammer übrigens das gleiche Bild bei den Trockenbohnen, und die sind in Schraubgläsern aufbewahrt….)

  8. werner sagt:

    Kann man befallene Böhmen als Saatgut verwenden ohne dass man Gefahr laeuft das sich der Käufer in der neuen ernte wiederzufinden

    • admin sagt:

      Hallo Werner

      Ich denke, die befallenen Bohnen werden nicht keimen. Die sind ja zum Teil ausgehoelt. Wuerden sie keimen, denke ich, ist es kein Problem. Die Kaefer finden ja auch so zu irhem Ziel, kommt also auf die wenigen in den Bohnen nicht an. Wie gesagt, meine persoenliche Meinung. Ich habe aber eine Sorte Bohnen, die nicht befallen wird. Das sind kleine schwarze. Dunkle Bohnen sololen nicht so anfeaellig sein und das hat sich bei mir bewahrheitet. Noch nie einen Kaefer drin gehabt.

    • Peter sagt:

      Zitat werner: „Kann man befallene Böhmen als Saatgut verwenden ohne dass man Gefahr laeuft das sich der Käufer in der neuen ernte wiederzufinden“

      Wenn die Bohnen noch nicht zu stark befallen sind und es das einzige Saatgut der Sorte ist, kann man die Bohnen einfrieren. Die Bohnen müssen aber gut getrocknet sein, damit sie im Tiefkühlschrank keimfähig bleiben. Durch den Frost sterben die Käfer und ihre Larven ab.

  9. Adibrunn sagt:

    Ich habe in Wikipädia gelesen, dass die Käfereier von den Weibschen an die reifenden Früchte gelegt werden, die Larve beißt sich durch die Schale und entwickelt sich im Inneren der Samen, der fertige Käfer schlüpft dann aus den reifen Samen. Heuer war der Brfsll besonders groß, vor allem bei den weißen Sorten. Ich werde den Rat ausprobieren und die Samen nach der Ernte einfrieren, nachtrocknen und dann verschlossen aufbewahren. Ich will vor allem Samen für die nächste Anbauperiode gewinnen. Für weitere Ratrschlägebin ich sehr dankbar! Adibrunn

    • admin sagt:

      Hallo Adibrunn

      Also ich benutze schon seit Jahren eine komplett schwarze Bohnensorte, wenn es um Trockenbohnen geht. In denen habe ich noch nie einen Kaefer gefunden. Die scheinen wirklich auf die helleren Sorten zu “stehen”. D1e Sorte nennt sich schwarze Kugel. Wenn es aber nur ums Saatgut geht, dann ist es doch egal, ob mal in der ein oder anderen ein Kaefer sitzt. Sind ja nie alle betorffen.

    • Peter sagt:

      Die reifen Hülsen nicht zu lange an den Pflanzen hängen lassen, sondern bald ernten. Hülsen in einem insektensicheren Behältnis trocknen, das man oben mit engmaschigem Stoff so verschließt, dass keine Käfer reinkommen. Aus den Hülsen die Samen auspulen und auf Löcher und Käfer kontrollieren.*
      Wenn die Samen keinen Anzeichen von Befall haben, sie in insektensichere Gefäße (keine Papiertüten etc.) füllen, die dicht verschlossen werden. Saatgut trocken und unter 12 °C lagern, unterhalb dieser Temperatur können die Käfer sich nicht entwickeln.

      Meine Oma hat immer die im Herbst getrockneten Bohnen über den Winter auf einem Dachboden gelagert, dieser war ohne Heizung, also wahrscheinlich kühl genug, denn sie hatte nie Käfer in ihren Bohnen.

      * Befallenes Saatgut mindestens 3 Tage lang bei -20°C einfrieren, das tötet die Käfer u. deren Larven ab.
      Wenn die Bohnen vor dem Einfrieren gut getrocknet waren, sind sie nach dem Einfrieren noch keimfähig, falls die Käferlarven nicht den Embryo gefressen haben.

  10. Jandra sagt:

    Einiges ungutes Gefühl dass ich potentiellen Käferleichen in der Bohnensuppe habe? Überhaupt nicht, gleich so wenig als beim Essen einer Hühneei. Käfereier habe ich noch nie angetroffen, also es ist nich schwierig zu vergessen dass die darein sind.

  11. Jandra sagt:

    Bei uns im Kleingartenverein gab es immer Bohnenkäfer und ich habe auch meine erste Ernte verlohren.

    Seit denn frier ich die Ernte immer 48 Stunden lang (wenn die Bohnen richtig gut trocken sind) und dann trockne ich die Bohnen wieder auf eine Zeitung biss die einen normalen Temperatur haben und wieder richtig trocken sind. Dann kunnen die Bohnen gelagert werden in ‘käferdichte’ Dosen. Seit denn habe ich überhaupt keine Probleme mehr gehabt. Also dass ist empfehlenswert. Und leichter dan alle prëventive Masnahmen.

    • admin sagt:

      Hallo Jandra

      Präventive Massnahmen habe ich leider auch keine finden koennen. Jedenfalls keine die hundertprozentig wirksam sind. Das mit dem einfrieren ist keine schlechte Idee. Werde ich versuchen. Bleibt da nicht ein ungutes Gefuehl im Bauch, wenn man daran denkt vielleicht hunderte von potentiellen Kaeferleichen in der Bohnensuppe zu haben? :)

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