Wie unser Garten dabei hilft, den Winterspeck zu bekaempfen

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Gluecklich muessen solche Gaertner sein, deren Gartenboden von Natur aus eine gute Struktur, feinkruemelig, reich an organischem Material, von Bodenleben nur so wimmelnd und leicht zu bearbeiten ist. Viele werden, wie wir, allerdings nicht mit diesem Ideal gesegnet sein. Trotz jahrelanger Bodenverbesserung mit regelmaessigen Kompostgaben, mit Pferdedung, soweit zur Verfuegung steht, mit diversen im Handel kaeuflich zu erwerbenden Zusatzstoffen wie Gesteinsmehl oder Bodenaktivator stehen viele Hobbygaertner immer noch vor einem schweren lehmigen von Steinen durchsetzten Boden und aergern sich jedes Jahr aufs Neue darueber, ihren Garten muehevoll umgraben zu muessen.

Wir stehen auch dort. Aber sollen wir uns darueber aergern? Wir tun es nicht. Und das hat einen einfachen Grund. Nach all den dunklen Wintermonaten, nach all dem Warten und all den in der Wohnung verbrachten Stunden weil es draussen wieder mal in Stroemen schuettet, freuen wir uns auf die Arbeit im Garten. Endlich wieder etwas tun, endlich wieder aktiv sein. Bei strahlendem Sonnenschein, dem Zwitschern der Voegel im Hintergrund und den ersten Hummeln ueber dem Gras freuen wir uns auf die koerperliche Aktivitaet. Genau wie die Natur erwachen auch unsere im Winter erschlafften Glieder und wollen raus, wollen sich endlich wieder bewegen und endlich wieder etwas schaffen. Uns stoert es nicht, wenn wir uns stundenlang mit dem Spaten Zentimeter um Zentimeter durch unsere Beete wuehlen. Uns stoert es nicht, mit Muskelkater nach Hause zu kommen. Ganz im Gegenteil. Jetzt im Fruehjahr sind wir gluecklich, wieder etwas Sinnvolles im Garten tun zu koennen.

Es gibt bekanntlich verschiedene Meinungen darueber, ob man ueberhaupt seine Beete umgraben sollte. Bei der Neuanlage von Gemuesebeeten, bei der Umwandlung von Rasenflaechen oder Brachland in Gartenland ist es absolut notwendig. Oft ist der Boden durch jahrelanges Betreten so kompakt, dass es unausweichlich ist umzugraben. Dazu wird oft empfohlen, dies zwei Spaten tief zu tun. Wir koennen ein Lied davon singen. Sind die Beete erst einmal angelegt, ist der Garten erst einmal erstellt, spalten sich die Meinungen.

Wir moegen in dieser Hinsicht nicht besonders fortschrittlich denken. Es mag daran liegen, dass wir schon bei unseren Eltern gesehen haben, dass ein Garten umgegraben wird. Das ist immer so gewesen. Und sie sind damit nicht schlecht gefahren. In dieser Hinsicht koennen wir nicht aus unserer Haut.

Ein Aspekt der immer wieder gegen das Umgraben angefuehrt wird ist die Zerstoerung der natuerlichen Bodenstruktur. Kleinstlebewesen die normalerweise tiefer im Boden leben werden durch das Umgraben nach oben befoerdert und die, die in den oberen Zentimetern ihr Leben leben werden dadurch nach unten befoerdert und gehen zugrunde. Das mag richtig sein. Irgendwo haben wir einmal gelesen, dass sich das Bedenleben jedoch nach einigen Wochen wieder normalisiert hat. Wir moechten hier bewusst nicht wissenschaftlich darauf eingehen, ob Umgraben im Garten nun gut oder schlecht, berechtigt oder unberechtigt ist. Es soll hier auch nicht das Fuer und Wider gegeneinander abgewogen werden. Ob man seinen Garten umgraebt sollte jedem selbst ueberlassen bleiben.

Sicher wuerden wir es auch lieber sehen, einen idealen Gartenboden zu haben. Wie einer unserer Nachbarn in der Gartenkolonie der ueber die Jahre hinweg soviel Blumenerde in seine Beete eingearbeitet hat, dass sie letztendlich nichts anderes als Blumenerde mehr sind. Dort kann man eine ganze Kartoffelstaude aus dem Boden ziehen, und kaum eine Kartoffel bleibt im Boden. Ich bin sicher, selbst bei den Schwarzwurzeln koennte man diese aus dem Boden ziehen ohne Gefahr zu laufen eine davon abzubrechen. Aber so weit sind wir noch lange nicht.

Wie gehen wir also beim Umgraben vor? So wie unsere Eltern es immer gemacht haben. Wir heben eine Spatenbreite die Erde aus und legen sie ans Ende des Beetes.

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Dann beginnen wir mit dem Umgraben. Das ist richtig harte Arbeit.

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Und wenn wir das Ende des Beetes erreicht haben, fuellen wir den Graben mit der zuvor ausgehobenen Erde wieder auf.

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Fuer uns eruebrigt sich die Frage, ob wir umgraben sollen oder nicht. Unser Lehmboden, und wir reden wirklich von Lehm, ist nach einem Jahr so hart und undurchdringlich, dass wir ums Umgraben nicht herum kommen. Da hilft auch keine Mulchschicht und keine tiefwurzelnde Gruenduengung. Jedenfalls solange nicht, bis unsere Gartenerde eine homogene Mischung ist. Und nicht wie jetzt, oben nur einige Zentimeter mit Kompost angereicherter Lehm, darunter allerdings ein verfestigter Lehmklumpen. Wir muessen umgraben, nicht nur fuer gute Ertraege sondern auch, um den Bierbauch zu bekaempfen, ach nein, wir trinken kaum Bier. Nennen wir ihn einfach Winterspeck.

Wer noch mehr ueber seinen Gartenboden und deren Bewohner erfahren moechte, dem sei diese PDF Datei empfohlen.

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3 Kommentare zu „Wie unser Garten dabei hilft, den Winterspeck zu bekaempfen“

  1. Pingback: issmehrsalat.de » Beetanlage

  2. …das mit dem Abnehmen kann ich bestätigen! Ich war zuletzt nicht gerade kugelrund, trotzdem rutschen meine Hosen seit einigen Tagen 🙂 Und ja, das mit dem Umgraben wurde mir auch noch so gelernt. Bei meiner diesjährigen Beet-Erstanlage komme ich da eh nicht drum rum. Mal gucken wie es nächstes Jahr aussieht. Im Zweifel einfach trotzdem machen – gegen den Winterspeck 🙂

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