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Schwarmfang fehlgeschlagen, oder warum Imkern ein ewiger Lernprozess ist. (Video)

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Wenn es ja nun irgendetwas gibt, dass ich bei meinen Bienen bisher mehr als genug hatte, dann sind es Bienenschwaerme. Ich bin sicher, in den Jahren, in denen ich nun imkere, hat es nur ein einziges Volk gegeben, welches mit Sicherheit nicht abgeschwaermt ist. Und das ist noch nicht einmal eines meiner Voelker, sondern das vom grossen Sohn. Der hat naemlich eine Koenigin im Volk, die markiert ist. Hatte ich vor zwei Jahren von einem Vereinskollegen bekommen und bei der letzten Durchsicht im letzten Jahr war sie immer noch im Volk. Also ein Volk, ein Jahr und kein Schwarm. Alle anderen sind, in jedem Jahr, mit Sicherheit mindestens einmal abgeschwaermt. Frueher oder spaeter. Entweder schon ganz zu Beginn der Saison, oder aber etwas spaeter. Alle Schwarmverhinderungsversuche meinerseits haben nicht das gewuenschte Ergebnis gebracht.

Ist ja nicht weiter tragisch. Ich bin auch so auf wesentlich mehr Honig gekommen, als wir selbst jemals verbrauchen koennten. Aber,

Bienenschwarm im Baum

Dort oben, gerade noch mit dem Wasserstrahl zu erreichen, hatte sich der Schwarm niedergelassen. Was tun?

ist ja letztendlich bei der konventionellen Imkerei nicht Sinn der Sache, dass die Voelker abschwaermen. Weniger Bienen bedeutet weniger Honig und es bedeutet, an jedem sonnig warmen Tag so um die Mittagszeit mindestens einen Schwarm in einem der vielen Baeume im Garten vorzufinden. Mir graut jetzt schon vor dem Fruehling, wenn die Temperaturen wieder hinnehmbare Hoehen erreichen, die Sonne scheint und ich mich freudig in den Garten aufmache, um etwas gegen das Unkraut zu unternehmen, nur um dann doch wieder den ganzen Tag damit beschaeftigt zu sein, eine Bienentraube aus einem Baum, einer Himbeerhecke oder sonstwo “retten” zu muessen. Oft geht das auch ganz leicht. Eimer oder Kiste untergestellt, einmal kraeftig am Ast geruettelt und schon ist die Sache erledigt. Koenigin im Eimer, volk kommt hinterher. Neue Beute aufgestellt und wieder ein neues Volk. So kann man auch imkern, wenn man will (oder es nicht anders kann :) ).

Schwarmfang

Der gesamte Ast mit einem Teil der Bienen liegt auf der Erde. Die Koenigin kann nicht darunter gewesen sein.

schwarm

Die Tiere haben mir wirklich leid getan. Ich habe einfach nur mein Bestes versucht.

Aber, imkern ist ein langwieriger Lernprozess,

der auch schon mal mit einem Misserfolg endet. Die gehoeren einfach dazu. Aus Fehlern, oder sagen wir besser, aus Erfahrungen lernt man dazu. Wie bei dem Schwarm, ueber den ich heute berichten moechte. Zugegeben, der Film ist noch aus dem Jahr 2014, also schon etwas aelter und, das moechte ich betonen, wuerde ich heute nicht mehr so tun. Da hatte sich naemlich ein Schwarm in unerreichbaren Hoehe in Nachbars Baum niedergelassen. Viel zu hoch, als dass ich da noch auf einer Leiter heraufgestiegen waere.

Flugloch

Ein Teil der Bienen fanden den Weg zurueck ins Volk, aus dem sie abgeschwaermt waren.

Kein wildes Bienenvolk

Jetzt bin ich aber auch so “pflichtbewusst”, einen Bienenschwarm nicht einfach seinem Schicksal zu ueberlassen. Die werden wohl kaum das Glueck haben, von einem Imker eingefangen zu werden. Es wird wohl eher so sein, dass sie sich in der Natur einen der letzten verbliebenen hohlen Baeume suchen, dort ohne imkerliches Zutun ihr Volk aufbauen und dann spaeter an der Varroamilbe eingehen. Waere auch nicht tragisch, ich habe die Milbe nicht eingefuehrt, aber, so hoert man immer wieder, ist ein wildes Bienenvolk im Wald eine potentielle Ansteckungsquelle fuer alle anderen Bienenvoelker der Imker in der Umgebung. Eine, mit einer Milbe versehene Biene, die sich versehentlich in ein anderes Volk verirrt und schon geht das Spiel wieder von vorne los.

Was aber tun,

wenn der Schwarm so hoch im Baum sitzt, dass er nicht zu erreichen ist?

Hatte ich doch die Idee, den Schwarm mit einem Wasserstrahl so nass zu machen, dass er herunterfaellt. Als ganzes, die gesamte Traube wuerde vor den Baum fallen, idealerweise direkt in die Schwarmkiste, von wo ich sie, mit etwas Glueck haette einsammeln koennen. Wasserschlauch geholt und aufgedreht. Ich kam gerade noch so mit den letzten Wassertropfen an den Schwarm heran. Die liessen sich nicht davon beeindrucken, blieben einfach haengen, bis der gesamte Ast mit einem Teil der ansitzenden Bienen abbrach und zu Boden viel. Was dann folgte, war weniger erbaulich.

Imker bei der Arbeit

Ich muss erkennen, dass auch noch so viel guter Wille nicht ausreicht.

Fehlschlag auf ganzer Front

Die Koenigin kann naemlich nicht unter denen gewesen sein, jedenfalls nicht lebend, die nun auf der Erde lagen. Ein Teil der Bienen flog wieder zurueck zum Volk, aus dem sie abgeschwaermt waren, ein anderer Teil blieb weiterhin an der Stelle im Baum, an der sie sich niedergelassen hatten, ein anderer Teil bildete eine neue Traube an einem anderen Ast. Ein Einziges “Hin und Her”. Ich habe Stunden damit verbracht, die Bienen zu beobachten und, wenn irgend moeglich, in eine Schwarmfangkiste zu bugsieren. Alles ohne Erfolg.

Unter dem Walnussbaum

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass ich fuer diesen Schwarm nichts mehr

So nicht noch mal

Ich glaube, man kann leicht aus meinen Worten entnehmen, wie “verzweifelt” ich an diesem Tag war. Die ganze Aktion war “fuer die Katz”. Haette ich mir sparen koennen. Es gibt eben Momente im Leben, und auch im Leben eines Imkers, bei denen man erkennen muss, dass man mit seiner Weisheit am Ende ist, dass alle Versuche, alle Ideen und alle Bemuehungen vergeblich sein werden. Es gibt Schwaerme, die lassen sich nicht einfangen. Es gibt Bienenschaerme, die muss man einfach ziehen und ihrem Schicksal ueberlassen. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

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Veröffentlicht unter Bienen, Dies und Das, Tierhaltung, Ungeklaerte Fragen Getagged mit: , , , ,
6 comments on “Schwarmfang fehlgeschlagen, oder warum Imkern ein ewiger Lernprozess ist. (Video)
  1. Dennis sagt:

    Hallo RR Hase schön mal wieder etwas von dir und deinen Bienen zu sehen, ich habe schon gedacht das du das Hobby aufgegeben hast weil du schon lange nichts mehr berichtet hattest.Wie war so dein Bienenjahr trotz der Schwärme?

  2. Oliver sagt:

    Hallo Ralf,

    ja, beim Imkern machste was mit…
    Vielen Dank, dass du auch “Fehlschläge” dokumentierst. Deine Erfahrungen reimen sich sehr gut mit meinen. Doch durch Erfahrung wird man klüger.
    Inzwischen habe ich eigentlich keine Schwarmprobleme mehr – früher habe ich ziemlich rigoros Zellen gebrochen, doch mit der Zeit bin ich auf junge Königinnen umgestiegen – alle Königinnen werden nicht älter als 2 Jahre. Junge Königinnen haben nicht so einen Schwarmdrang. (UND: Unser Verein vermehrt Königinnen, die sich nicht nur durch guten Honigertrag, Sanftmut und Varroatoleranz auszeichnen, sondern gerade auch Schwarmträge sind.
    Also reicht bei mir auch die einfach “schnelle” Kippkontrolle.
    Somit kann ich eigenltich eine gute Bilanz dazu ziehen.
    Vielleicht gibt es bei euch im Verein auch eine Zuchtstoffausgabe und du lässt dir mal die Zuchtwerte zeigen.
    …Wenn mal Zeit bei dir vom Himmel fallen sollte…! ;-)
    Allerdings würdest du die meiste Zeit sparen irgendwelchen Schwärmen hinter her zu rennen! Vom halben Honigertrag wollen wir gar nicht reden.
    Berufsimker werden wohl (vermutlich) auch in Betracht ziehen, einen Flügel der Königin zu beschneiden, somit fällt sie bei ihrem Schwarmdrang nur aus der Beute raus und man muss sich nur bücken um den Schwarm wieder einzufangen.
    Wie bei allen Imkerarbeiten: Vorbereitung ist später Zeitersparnis.

    Na, dann noch viel Spaß und lass uns noch mehr an deinen Videos teilhaben.

    Gruß,
    Oliver

    • gartenadmin sagt:

      Also ich weiss, dass Berufsimker reine Buckfast Koeniginnen nutzen. Bei denen soll man schon am Flugloch beim Vorbeigehen sehen, ob ein Volk in Schwarmstimmung ist.

  3. Henric sagt:

    Hallo Ralf,
    wieder mal ein schönes Bienenvideo! Ich finde die Idee mit dem Gartenschlauch gar nicht mal so schlecht. :)

  4. Dennis sagt:

    Hallo Ralf wir haben auch einige Schwärme gehabt,die Jahre zuvor. Aber seit dem wir unsere Imkerei umgestellt haben klappt es.Versuche es doch gleich mal nach dem Auswintern mit 2 Völkern und du hast den Vergleich und die Zeitersparnis.Also wir machen es so,auf den Gitterboden kommt ein Wärmebrett das zu 80% den Boden bedeckt,(so wird die Wabe bis runter bebrütet, und dann von rechts nach links.An erster Stelle eine Pollenwabe dann nur die Waben mit Brut müßten je nach volk 4-5 sein.Dann je nach Wetterlage eine Futterwabe dann das Schied. Hinter das Schied noch eine Futterwabe.So mit einsetzender Frühjahrsblühte Futterwaben raus und einen Drohnrahmen vor das Schied setzen.Dann Honigraum drauf.Nach ca.2 Wochen Pollenwabe raus alles nach rechts schieben und je nach Legeleistung der Königin eine Mittelwand geben.Die 10 Zanderrähmchen reichen der Königin zu, um ein Starkes Volk aufzubauen und du brauchst nur ein Brutraum durchzuschauen.Viel Erfolg.

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