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Romanesco im Garten, oder von einem Kampf der nicht zu gewinnen war.

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Eigentlich habe ich es schon lange geahnt und mir nur nicht eingestehen wollen. Meinen Romanescokohl im Folientunnel kann ich abschreiben. So leid es mir auch tut. Und dabei hatte ich mich doch besonders darauf gefreut. Mal wieder etwas anderes im Garten, mal wieder eine Ernte, die ich bisher noch nicht hatte. Wer hat mir die Ernte vermiest? Kohlweisslinge und ihre Nachkommen. Schon kurz nach der Pflanzung tauchten die ersten weissen Falter im Folientunnel auf. Damit begann der “Kampf” mit diesen ungeliebten und ungewollten “Eindringlingen”.

 

romaneskokohlTrotz der kahlgefressenen Blaetter sah unser Romanesco noch gut aus, jedenfalls aus der Ferne

So lange ich gaertnere, und das sind mittlerweile schon einige Jahre, habe ich noch nie grossartige Probleme mit Kohlweisslingen gehabt. Vor Jahren hatte ich mal einige Brokkoli, in denen vereinzelt Raupen sassen. Zwei oder drei habe ich mal im Blumenkohl gefunden, aber ansonsten bin ich bisher davon verschont geblieben. So habe ich den Faltern zunaechst auch kaum Beachtung geschenkt. Bis ich dann eines Tages zusehen musste, wie die Schmetterlinge sich ab und zu auf dem Kohl niederliessen, fuer einige Sekunden dort verharrten und dann wieder davon flogen. Ich habe mir die Stelle genauer angesehen und eine winzig kleine Hinterlassenschaft entdeckt. Da erst ist mir klar geworden, dass ich etwas unternehmen musste. Ich habe damit angefangen, die Pflanzen systematisch abzusuchen. Habe mir extra aus einem stabilen Draht eine kleine Zange gebastelt, mit der die Raupen sehr gut von den Blaettern und auch aus engeren Ritzen abzusammeln waren. Das habe ich tagelang gemacht. Und jeden Tag habe ich neue gefunden. Mal nur 10, an anderen Tagen auch mal 50 Raupen. Die Blaetter zeigten immer mehr Loecher und Frasstellen, und je mehr ich davon fand, umso eifriger habe ich abgesammelt und den Huehnern verfuettert. Aber schon da hatte ich die leise Ahnung, diesen Kampf nicht gewinnen zu koennen.

kohlweisslingsraupen-im-kohlIgittigitt, auch gut gesaeubert haette ich dies nicht mehr essen moegen. Bio hin ode her, es gibt eine Grernze die ich nicht ueberschreiten mag

Denn all diese Bemuehungen haben nichts gebracht. Mit Beginn der Sommerferien und der damit rasant schwindenen Zeit fuer den Garten und fuer das Absammeln der Raupen habe ich dann zuletzt den Kampf einfach aufgegeben. An einigen Pflanzen hat sich in der Folgezeit ueberhaupt keine “Bluete” gebildet. Die ist wohl von den Raupen noch im ganz jungen Stadium abgefressen worden. Die Pflanzen haben sich davon auch nicht mehr erholt. Sie sind weitergewachsen, allerdings nur Blattwerk. Andere Pflanzen waren vom Kot der Raupen so verdreckt, dass das, was man spaeter haette ernten koennen, schlichtweg weggefault ist. Baeh, das war eklig. Es gab aber auch einige Pflanzen, an denen sich so etwas wie ein Romanescokohl zeigte. Und die sahen auch nicht mal schlecht aus. Manche hatten nicht die gewohnte spitze Form. Eher flach und einem Brokkoli gleich. Muessen wohl auch Schaeden durch Raupen gewesen sein, die solch ein schraeges Wachstum verursacht haben. Andere wiederum waren stark angefressen, so dass Blaetter durch die Bluete wuchsen. Von den, ich glaube 10 Pflanzen, waren letztendlich vier dabei, bei denen man von einem Romanescokohl haette sprechen koennen.

Diese habe ich vor kurzem geerntet. Doch es war eigentlich keine grosse Ueberraschung. Neben den braunen Stellen auf dem eigentlichen Kohl, an denen die Raupen von aussen sichtbar gefressen hatten, sassen auch im Kohl selbst unzaehlige dicke fette Raupen. Das Innere war angefuellt mit “Raupenscheisse” und sah alles andere als appetitlich aus. Zuerst habe ich mir noch gedacht, ich koenne wenigstens einen kleinen Teil retten. Es tauchten aber sooo viele Raupen auf, der Kohl war so was von mit Kot verschmiert, das haette ich dann doch nicht mehr essen wollen. Auch gut gewaschen und gekocht. Irgendwo hoert dann meine “Bio-Begeisterung” doch auf.

kohlweisslingsraupenNur ein kleiner Teil der Ausbeute, nicht der des Kohls sondern der Fleischeinlage. Um Raupen welcher Falter es sich hier nun alles handelt, ich weiss es nicht.

Was lerne ich daraus? Kohl gehoert nicht in den Folientunnel oder ins Gewaechshaus. Jedenfalls nicht die klassischen Kohlsorten. Denn ich denke, auch bei Brokkoli, Blumenkohl oder Spitzkohl haette es nicht anders ausgesehen. Was aber noch dazu kommt ist die Tatsache, dass ich mich an die Anleitung auf der Packung gehalten und den Romanesco erst relativ spaet ausgepflanzt habe. Zu einer Zeit, zu der die anderen Kohlsorten im Garten schon fast erntereif waren. Denn weder an Brokkoli noch an Blumenkohl, weder am Rotkohl noch am Wirsing konnte ich auch nur eine Raupe finden. Die waren alle reif, bevor Kohlweisslinge den Luftraum unsicher machten. Mag aber auch daran liegen, dass unter freiem Himmel Kohl noch aus einem anderen Grunde besser aufgehoben ist. Dort gibt es erheblich mehr Feinde der Raupen und der Schmettterlinge selbst. Denn auch ueber dem Kohl im Garten habe ich unzaehlige Kohlweisslinge gesehen. Aber wie gesagt, keine Raupen.

Eine Chance habe ich aber noch darauf, einen Romanesco zu ernten. Gleichzeitig zu denen im Folientunnel habe ich auch einige in den Garten gepflanzt. Fast alle von denen sind verkuemmert und verfault. Nicht, weil es draussen so unwirtlich und unfreundlich waere. Nein, der Poppamaranth hat sich zu solch einem Urwald gemausert, die wenigen Romanesco bekamen ueberhaupt kein Licht mehr ab. Bis auf eine Pflanze. Die habe ich mir mal angesehen und hoffe wirklich, wenigstens diesen einen Kohl geniessen zu koennen. Der sieht naemlich aus der Ferne noch sehr sehr gut aus.

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Ernte, Gemüseanbau, Gewächshaus, Schaedlinge, Selbst gemacht, Versuche Getagged mit: , , ,
One comment on “Romanesco im Garten, oder von einem Kampf der nicht zu gewinnen war.
  1. G sagt:

    Meisen lieben Kohlweisslinge.
    Das sind die liebste Nahrung für die Brut und ein Nistkasten Meisen verputzt in 2 Wochen bis die Jungen flügge sind gut ein Kilo Insekten, Käfer und Raupen.

    Wir konnten die Meisen immer beobachten wie sie auf typische Meisenart herumgeflogen und auf dem Kohl gelandet sind, sogar kopfunter turnend um auch jedes Räupchen zu finden.

    Überhaupt sind Nistmöglichkeiten für Wildvögel(und Fledermäuse) mit die beste und preisgünstigste Art und Weise wie man sich Mitesser aus dem Garten fernhält.

    Meisen für Raupen, Spatzen für große Mücken, Käfer und deren Larven, Fledermäuse gegen (Stech) Mücken und Schwalben und andere kleine Insektenfresser gegen Blattläuse und andere fliegende Unheilsbringer.
    Igel machen sich über Schnecken und große Käfer her sowie die Würmer und Egerlinge die kleinen Vögeln zu groß sind und eben Nachts rauskommen.
    Ebenso sammeln Kröten allerlei nachtaktive Mitesser ein.

    Aber die Meisen, die haben uns bisher immer am meisten Spaß gemacht und haben nach dem Ernten auch diese KohlKöpfe untersucht ob nicht noch was dran ist.

    Im Winter mit Sonnenblumenkernen und fettigen Haferflocken anlocken, im Frühjahr gute Nistkästen(2 cm dickes unbehandeltes Holz und mit großer Fläche, nicht die Minimeisen´kästen) bereitstellen und sich freuen.
    Starenkästen sind für Meisen mit bis zu 10 Jungtieren im Nest gerade richtig von der Größe, die Minikästen haben schlechtes Kleinklima, dünnes Holz noch dazu und die Brut stirbt an Überhitzung und zuviel Feuchtigkeit im Nest.
    Ausserdem sind Nistkästen aus einfachen Fichtenbrettern schneller und preisgünstiger selber gezimmert.
    Aussen mit Leinölfirnis streichen halten die auch ihre 10-20 Jahre

    Die Amseln und Drosseln nisten in der Hecke und scheinbar lieben diese Nacktschneckeneier und ganz kleine Nacktschnecken. Die großen Schnecken sind was für den Igel und die Enten.

    Nützlinge wie Schlupfwespen gegen die Raupen gibts auch zu kaufen, aber warum wenn man sich auch die Wildtiere als Helfer anlachen kann?

2 Pings/Trackbacks für "Romanesco im Garten, oder von einem Kampf der nicht zu gewinnen war."
  1. [...] fuer Karotten, Lauch, Radieschen, Rettich und Kohl. Deren Schaedlinge, die Moehrenfliege, die Kohlweisslinge die Rettichfliege und die Lauchmotte lassen sich (meiner Meinung nach) nicht durch Mischkultur [...]

  2. [...] wird dort verstreut, wie viele Maden die Karotten oder die Radieschen haben oder aber, ob der Kohlweissling sich von dem vielen Autoverkehr davon abschrecken laesst, den Kohl heimzusuchen. Sollte dem so [...]

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