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Leimringe an Obstbaeumen, oder von einem, der im Herbst die Blaetter an seine Baeume klebt. (Video)

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So ein Garten hat doch viel mit Religion zu tun oder nicht? Die verschiedenen Auffassungen, wie man es richtig machen sollte, prallen wie die unterschiedlichen Religionen unbarmherzig aufeinander. Ist doch so. Der eine meint, man solle Kartoffeln in alte ausgelutschte Autoreifen pflanzen und glaubt, dabei kaeme ein oekologisch unbedenkliches Nahrungsmittel heraus, (sofern ueberhaupt eines dabei heraus kommt :) ), andere wiederum, zu denen ich gehoere, vertreten da eher die traditionelle Linie und glauben fest daran, dass Kartoffeln in Reihen gepflanzt in die Erde gehoeren. Der eine meint, nur auf Hoch-, Huegel- oder Mandalabeeten liesse sich wirklich erfolgreich gaertnern, glaubt sogar, viele Probleme der herkoemmlichen Gemuesegaertnerei waeren damit alleine schon durch die Konstruktion aus der Welt geschafft. Ich dagegen, und auch viele andere, beten den Gott der Reihenpflanzung auf ebener Erde an.  Der eine rupft jedes auch nur erdenkliche Kraeutlein aus der Erde welches dort nicht gewuenscht ist, der andere, quasi die Anhaenger der Naturreligionen, glauben an die Selbstheilungskraft der Natur, die schon alles regeln werde und einen reichen Erntesegen bescheren wird. Auch bei Obstbaeumen ist das so. Die einen glauben, nur durch diverse Pflegemassnahmen liesse sich das ein oder andere Fruechtchen ernten, der andere glaubt daran, die Natur (gibt es die ueberhaupt noch?) hielte schon fuer jeden Fressfeind einen Gegenspieler parat.

Wie bei den Religionen, an allen Vorstellungen, quasi in allen Gartengoettern wird ein Quaentchen Wahrheit stecken. Da muss jeder fuer sich selbst entscheiden, welche fuer ihn die richtige Methode ist.

So ist das nun mal, jedem Gaertner sein Gaertchen. Jeder soll nach seiner Facon gluecklich werden.

Ein bisschen Glauben kann bestimmt nicht schaden

Auch die Aktion an unseren Obstbaeumchen vor einigen Wochen duerfte ein Kapitel im grossen Buch der Gartenreligionen einnehmen. Da habe ich naemlich Leimringe an den Baeumen angebracht. Oder besser gesagt, es waren keine Leimringe, die hatte ich im letzten Jahr ausprobiert und fand die Handhabung mit dem beleimten Papierstreifen und den dazugehoerenden Befestigungsbaendchen nicht sonderlich erbaulich. Klebten an den Fingen, hingen in den Kamotten und ich glaube sogar, ich habe es geschafft, mir ein Stueck Klebestreifen in die Haare zu kleben :). Ich wollte das in diesem Jahr besser machen. Deswegen habe ich mir den Kleber in einem kleinen Eimerchen zum Streichen besorgt, in der Hoffnung, man koenne damit leichter arbeiten. Abgesehen davon, der Klebstoff im Eimer zum Streichen ist preiswerter, als die beleimten Papierstreifen. Bei wenigen Baeumen macht das keinen Unterschied, bei vielen, in unserem Garten rund 30, spielen auch die Kosten eine Rolle.

Leimringe

Erst einmal Platz schaffen Waere ja schade, wenn die Fressfeinde sich ueber Umwege doch noch ihren Weg suchen

Wozu dienen Leimringe

Leimringe sollen dazu dienen, diverse Schaedlinge (in meinem Film sind sie erwaehnt), die zu Beginn des Winters am Stamm der Obstbaeume emporklettern um entweder dort zu ueberwintern oder schon ihre Eier abzulegen, abzufangen. Entstehen beim Anbringen der Leimringe keine Bruecken, bleiben sie auf dem Kleber kleben. Zack, Schluss mit Krabbeln.

Sie muessen spaetestens vor dem ersten Frost dicht am Stamm und ohne Bruecken angebracht werden, nicht nur am Baum selbst, sondern auch an den Stuetzpfahlen. Versteht sich von selbst. Ob das nun im letzten Jahr etwas geholfen hat, vermag ich mangels Vergleichsmoeglichkeiten nicht zu sagen. Jedenfalls habe ich in den Aepfeln keine Maden gefunden. Bisher. :)

Die simplere Methode

Auch bei diesem Kleber im Eimer besteht die Moeglichkeit, ihn zuerst auf einen Papierstreifen zu streichen und dann am Baum anzubringen. Ich habe es mir leichter gemacht, und den Kleber mit einem Pinsel direkt auf die Baeume aufgetragen. Wo ich Zeit und Arbeit sparen kann, da tue ich das auch.

Leimringe selbst herstellen

Ziemlich klebrige zaehe Masse. Aber wenn’s hilft

Das ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit. Eine zaehe gruene Masse (die gruene Farbe soll Nuetzlinge zumindest nicht anlocken) muss rund um den Stamm und den Stuetzpfahl in einem 8 bis 10 cm starken Streifen aufgetragen werden. Es sollten natuerlich keine Bruecken entstehen, ueber die die Fressfeinde dann doch ihren Weg den Stamm hinauf finden. Wirklich streichfaehig ist der Leim nicht. Bei den Temperaturen Mitte September glich die Masse eher einem Kaugummi, mit dem man diese riesigen Kaugummiblasen pusten kann. Nur eben klebrig. Versteht sich von selbst, dass der Leim nicht wasserloeslich ist und nur schlecht von den Haenden zu entfernen ist. Noch schwieriger wird es bei Kleidungsstuecken. Ich fand es aber ohne Papierstreifen immer noch leichter, die Leimfallen anzubringen. Auch wenn bei rund 30 Baeumchen schon ein Vormittag dafuer drauf gegangen ist.

Viel hilft viel

Bis auf Walnuss und Suesskirsche haben alle Baeumchen von mir einen Leimring verpasst bekommen. Ob es da nun fuer diese Obstart spezifische, am Stamm hoch krabbelnde Schaedlinge gibt oder nicht. Ist ja wie bei den Religionen. Viel beten hilft viel. Ueberprueft hat das allerdings noch niemand.

Leimringe an Obstbaeumen anbringen

Versuchen Sie mal, einen Kaugummi zu streichen :)

Bei Walnuessen habe ich noch keinen Fressfeind ausgemacht und gegen die Maden in den Suesskirschen helfen Leimringe nicht. Der Schaedling kommt angeflogen. Bei Kirschen habe ich es schon mal mit Gelbtafeln versucht, ohne wirklich durchschlagenden Erfolg. Gegen die leckeren Maden in den Pflaumen duerfte so ein Leimring auch nicht helfen, kann aber sicher nicht schaden, einen dran zu machen.

Was kann man sonst noch tun?

Damit habe ich meinen Teil getan, um den Grundstein fuer eine reiche Obsternte im naechsten Jahr zu legen. So glaube ich jedenfalls. Wenn ich es jetzt noch schaffe, die Wuehmaeuse daran zu hindern. unsere kleine Obstplantage durch Wurzelfrass niederzumachen, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen, damit ich auch im naechsten Jahr wieder so eine tolle Obstbaumbluete wie in diesem bewundern kann.

So ist das nun mal in Glaubensangelegenheiten. Jeder bastelt sich seine Gartenreligion so zusammen, wie er sie braucht und glaubt, den einzig wahren Weg in den Hobbygaertnerhimmel gefunden zu haben. :) Hab ich recht? Nein, ich will hier niemanden missionieren. :)

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Obstanbau, Selbst gemacht, Versuche Getagged mit: , , , ,
14 comments on “Leimringe an Obstbaeumen, oder von einem, der im Herbst die Blaetter an seine Baeume klebt. (Video)
  1. Mang sagt:

    Wer gerade erst anfängt und kein annähernd perfektes Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen herstellen konnte, kommt um eine Reaktion nicht herum.

    Ich steh auf Leimringe an meinen Bäumen im Frühjahr. Denn ich kann mir nicht mit anschauen, wie die Ameisen die Läuse von Triebspitze zu Triebspitze verfrachten. Und dazu noch die Nützlinge wie Florfliegenlarven und Marienkäfer vertreiben.
    Der Leim plus Kaliseife-Lösung des nachts sehr sorgfältig in alle Blattwinkelchen gespritzt und das Läuseproblem ist erst mal eingedämmt.

  2. Elfriede sagt:

    Hallo Sebastian,
    wenn der Frostspanner komische Gespinste machen würde, dann wäre es der Frostspinner, nicht der Frostspanner, denn der Spanner spinnt nicht und der Spinner spannt nicht, wohingegen der Spinner spinnt und der Spanner spannt :-)

    Ansonsten volle Zustimmung!
    Gruß
    Elfriede

  3. Sebastian sagt:

    Die Leimringe helfen nicht gegen Maden im Apfel, die sind gegen den Frostspanner, der die Blätter einspinnt und kahlfrisst ( diese komischen Gespinste;-)
    Das beste gegen den Apfelwickler (den “Wurm” im Apfel), sind Ohrwürmer, Schlupfwespen, Raubwanzen und Vögel. Vielleicht hat man deshalb früher diese Obstwiesen mit großen Bäumen gepflanzt, weil da mehr Vögel nisten können und Raubinsekten Unterschlupf finden.

    Grüße Sebastian

  4. Elfriede sagt:

    Hallo,
    es geht bei der Leimringmethode hauptsächlich um den Frostspanner. Der frißt die Blätter und geht nicht in die Früchte.
    Nützlingsschonend ist relativ: Du wirst Spinnen, Florfliegen, Kamelhalsfliegen und viele, viele andere “Nützlinge” auf dem klebrigen Zeug finden. Vogelfedern…verklebte Vögel, verklebte Fledermausflügel….
    Ich hatte so die Nase voll von den tausenden von Spinnen, die durch diese “schonende Leimringmethode” gekillt werden, dass ich darauf gerne verzichtet habe. Wenn die Bäume klein und nicht so viele sind, dann kann man mit einem Gartenschlauch die unerwünschten Raupen wegspritzen, man kann sie auch absammeln. Da muß man die Bäume halt öfter kontrollieren.
    Aber besser als später Gift zu spritzen, ist die Methode allemal.
    Es soll ja Menschen geben, die mögen sowieso keine Spinnen…

    • Gronzo Granato sagt:

      Genau meine Erfahrung… Nie wieder Leimringe, weil da mehr Nützlinge draufgehen als Schädlinge. Unsere Katze hat sich sogar mal nen Vogel geschnappt, der dran klebte und sich nicht rechtzeitig befreien konnte :(
      Wir machen hier seit mehreren Jahren Sommerfütterung für Vögel. Einfach kleine Mengen Vogelfutter in den Baum hängen. Lockt die Vögel an. Da wir kein wirklich großes Angebot bieten können nicht alle Vögel gleichzeitig fressen. Die anderen springen im Baum rum und fressen Schädlinge (konnten wir mehrfach beobachten). Nebeneffekt: Elternvögel können ihren Futterbedarf an den Stationen decken, müssen also nicht auch für sich Würmer etc. suchen.

      • admin sagt:

        Eine Nachfrage: Dann haengt ihr in jeden Baum einen Meisenknoedel? Oder welche Methode?

        • Gronzo Granato sagt:

          Wir haben eigentlich den ganzen Sommer über Sonnenblumenkerne und Cashewbruch, das lieben die Vögel. An jedem Baum (sind 5 Stück, allerdings richtig große, alte Hochstämme…) ein Futterbehälter pro Baum + Meisenknödel. Allerdings setzen wir zwischendrin 2-3 Tage aus. Die Vögel kommen trotzdem noch, holen sich vom Boden die Reste und suchen vermehrt im Baum :)
          Mit Niedrigstämmen (Busch?) kann ich aber nichts sagen. Wenn du es versuchen willst, kannst du ja in einem Bereich 3 Futterhäuschen aufstellen, 10-15m Abstand, und beobachten. Nicht dass die Tiere mehr Schaden anrichten als sie nutzen, denn die Piepmätze picken auch den ein oder anderen Apfel an. Bei uns ist das egal, sind trotzdem noch Tonnen die wir ernten…

      • VorsichtbeiVogelfutter sagt:

        Nüsse sollten aber von ca. Mai bis Juli NICHT als Vogelfutter im Baum sein (sondern im WINTER die Vögel daran gewöhnen, dass es dort Futter gibt) denn sonst wird die frisch geschlüpfte Brut mit Körnern und deren Bruchstücken gefüttert und krepiert daran: Jungvögel BRAUCHEN das weiche Futter, wie Blattläuse und Raupen (zb die diversen Frost- und anderen -Spanner) es sind.

  5. Biene sagt:

    Wir hatten vor 2 Jahren auch mal Leimringe dran. Hat gar nix gebracht meiner Erfahrung nach.
    Nun geht es draussen ans letzte Abernten undgroß Reine machen. Nochmal mächtig viel Arbeit.

    • oskar sagt:

      Ja Biene, alles Winterfest machen nun und weg stellen, macht noch mal viel arbeit. Bei uns morgen großes Entenschlachten ( 80 Tiere). Im November dann noch Dung streuen und die Winterfurche dann ist Ende für 2013.

  6. Chaosgarten sagt:

    Hallo Ralf,

    sollte der steigende Ertrag Deiner kleinen Plantage nicht bald ausreichen, um einen gewissen Verlust durch Schädlinge verschmerzen zu können? Es ist ja in der Regel nicht so, dass alle Früchte Würmer kriegen. Sollte das mehrere Jahre in Folge der Fall sein, würde ich vielleicht auch zum Leimtopf greifen. Ein Teil wurmige Äpfel sind doch sogar ganz nett, dann hat man imer frühreifes Fallobst…

    Leimringe auf Papier habe ich schon mäßig erfolgreich gegen Ameisen angewendet, die nicht aufhören wollten, meine kleinen Bäumchen im Topf mit einem Heer von Blattläusen zu besiedeln. Das waren aber nur einzelne Bäumchen mit gut daumendicken Stämmchen.

    • Werner Graser sagt:

      Hallo Ralf,

      warum hast du die Kirschbäume ausgelassen?
      Der Frostspanner befällt auch Kirschbäume.
      Das Frostspannerweibchen ist Flügellos und klettert im Herbst vor den ersten Nachtfrösten die Kirschbäume hoch, um dort ihre Eier abzulegen. Aus diesen dann in nächsten Frühjahr die Frostspanner schlüpfen.

      Gruß Werner

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