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Hoer mal, wer da spricht! Hoeren Sie genau auf Ihre Steckdosen.

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Vor einigen Tagen haben wir ueber unser Leben am alten Wohnort berichtet. Wir haben darueber geschrieben, womit wir unser Geld verdient haben und was wir so alles erlebt haben.

Es ist wieder mal ein ruhiger Abend, und ich finde die Muße, eine kurze Episode aus der Zeit als Hotelmanager niederzuschreiben. Diese ist kein Karnevalsscherz, obgleich heute die karnevalsbegeisterten Deutschlands die Strassen unsicher machen. Eine Episode, ueber die ich immer noch den Kopf schuettele. Das wird sich auch nicht aendern. Ich sehe die ganze groteske Situation noch vor mir, als waere es gestern gewesen.

Die Rezeption in unserem Hotel war nicht rund um die Uhr geoeffnet. Wie gesagt, Ein-Sterne-Kategorie. Das Hotel war aber nie unbeaufsichtigt. Es gab Aufenthaltsraeume wo wir, oder unser Personal, die Nacht verbrachten und, wenn noetig, fuer Ordnung sorgten. Oder aber ueber eine Notrufklingel auch Hilfeleistungen und Hilfestellungen gegeben haben. Eben dieser besagte Notruf hat in den Jahren, in denen wir das Hotel betrieben haben, doch immer wieder fuer Unbehagen gesorgt. Sei es, dass jemand morgens um vier ein Taxi bestellen wollte, jemand zu betrunken war um die Tuer zu oeffnen oder jemand nach einem freien Zimmer fragte, obwohl in Augenhoehe ein nicht zu uebersehendes Schild mit der Aufschrift “Hotel ausgebucht” hing. Und das in drei verschiedenen Sprachen.

So hatten wir eines Nachts wieder mal einen dieser besagten Notrufe. Und wie bei den meisten dieser Notrufe, mitten in der Nacht und zu unpassendster Gelegenheit. Die Polizei steht vor der Tuer. Mittels Ueberwachungskamera sehe ich zwei Polizisten und zwei Gaeste im Eingangsbereich stehen. Gott im Himmel, was ist nun schon wieder los, denke ich mir. Ich ziehe mich an und gehe nach draussen. Die Gaeste, ein juengeres Paerchen aus Frankreich, sehen schon ziemlich eingeschuechtert aus.

Der eine Polizist sagt: “Die beiden Leute hier sind Gaeste im Hotel und haben uns angerufen. In ihrem Zimmer waeren Stimmen zu hoeren.”

Ich frage zurueck, wo die Stimmen denn sein sollten. Der Polizist meint, “soweit ich das herausgefunden haben, sollen die Stimmen aus der Steckdose kommen…”

Ach ja, denke ich mir, das hat mir noch gefehlt. Warum regen die Leute sich denn ueberhaupt auf? Ist doch ueblich, dass Stimmen aus den Steckdosen zu hoeren sind. Ist doch billiger als Radio.

Spass beiseite. “Dann gehen wir eben einmal nach oben und hoeren uns an, was uns die Stimmen denn so zu sagen haben,” sage ich.

Ich meine, so “daneben” sahen die beiden jungen Franzosen nun nicht aus. Kann aber auch sein, dass die bei ihrer Anreise einen kurzen Halt in Maastricht gemacht hatten. Da gibts so Mittelchen, die einem dabei helfen, auch die schwaechsten Stimmen aus den Steckdosen zu hoeren. Mein geuebtes Auge sagte mir aber das Gegenteil.

Im Zimmer oben angekommen fragen wir (die Polizisten und ich) die beiden Gaeste, wo denn die Stimmen zu hoeren sein sollen. Der Mann geht auf eine Steckdose unter dem Waschtisch zu, haelt sein Ohr daran und meint, hier kaemen die Stimmen heraus.

Mein Franzoesisch ist nicht allzu gut (ein Bier bestellen kann ich allerdings), und das Franzoesisch der beiden Polizisten scheint auch nicht so dolle zu sein. Wir schauen uns an und fragen noch einmal nach, wo denn die Stimmen wirklich zu hoeren sein sollen. Und wieder zeigt der Franzose auf die Steckdose unter dem Waschbecken.

Mir war es schon fast peinlich, ein gewisses Interesse und eine gewisse Besorgnis zu zeigen und mich ebenfalls unter den Waschtisch zu hocken und mein Ohr an die Steckdose zu halten. Und so sehr ich mich auch angestrengt habe, ich habe nichts gehoert. Absolut nichts. Kein Gesang, keine Unterhaltung, kein Gebruell, nicht die Lottozahlen der naechsten Ziehung oder was auch immer. Die Steckdose war stumm. So stumm eben, wie Steckdosen sein muessen. Einzig der Regen, der auf die Fensterbank tropft war zu vernehmen. Ansonsten herrschte Stille im Zimmer. Selbst die beiden Polizisten bekamen kein Wort mehr heraus. Einfach nur Stille.

Was um alles in der Welt wollen diese Leute von mir? Was habe ich verbrochen, dass ich hier mitten in der Nacht auf Stimmenfang gehen muss? Was um alles in der Welt soll ich denn jetzt unternehmen? Soll ich die beiden auf der Stelle von der Polizei mitnehmen lassen, zu ihrem eigenen Schutz? Oder soll ich den beiden Gaesten versichern, dafuer zu sorgen, dass die kleinen Maennchen in den Stromkabeln ab jetzt Ruhe geben und ihre Party spaeter weiter feiern werden. Ich als Hotelmanager werde dafuer sorgen. Der Gast ist doch Koenig.

Dafuer bin ich allerdings kein Mensch. So verstellen kann ich mich nicht. Ich schaue die beiden Polizisten an. Die beiden Polizisten schauen mich an. Irgendwie gibt es da eine stille Uebereinkunft zwischen uns. Unausgesprochene Worte, die jetzt bestimmt wieder durch irgendwelche Stromleitungen geistern. Wir drehen uns um und gehen. Die beiden Polizisten gehen ihren Geschaeften nach, und ich lege mich wieder ins Bett.

Die Damen und Herren der Ordnungsbehoerden haben es nicht leicht. Ganz sicher nicht. Und Hotelmanager genausowenig.

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Veröffentlicht unter Dies und Das Getagged mit:
8 comments on “Hoer mal, wer da spricht! Hoeren Sie genau auf Ihre Steckdosen.
  1. Jan sagt:

    Hallo,

    ich höre auch Stimmen aus der Steckdose, genauer, aus der TV/Telefonbuchse.

    Ich bekam die Gelegenheit heute, die Stimmen aus der Steckdose so deutlich wie noch nie zu hören.

    Mir fiel das schon öfter auf, – das kommt alle paar Wochen mal vor seit einigen Monaten.

    Lokalisieren konnte ich es bis heute nie, zuletzt glaube ich an die Autobahn welche man hier ebenfalls schwach hört des Nachts, – also das Geräusch was Reifen machen wenn sie die Fahrbahnmarkierung streifen.

    Ich setze mich heute ca 30 Sekunden bis 1 Minute neben die Steckdose und sie sprach mit mir.

    Ein Mann sprach mit mir. Ich konnte weiterhin so gut wie nichts verstehen, jedoch verstand ich eins.

    Jan… Jan… hörst du mich?
    Geh nicht raus. Auch nicht hinters Haus.
    Ich bin genau unter dir. Unter der Wand zum Garten hin.

    Das vernahm ich eigentlich relativ deutlich da mein Ohr sich nur 1 cm ab von der Steckdose befand.

    Jan ist mein Name.

    Ich werde mich jetzt um einen Hörverstärken bemühen und die Sachlage beobachten.

    Mich wundert, dass ich hier überhaupt solcherlei Erlebnisse teilen kann.

    Stimmen aus der Steckdose hört sich für mich nach Bolschewistisch-Sovjetischem Geheimdienst an.

    Jedem den du sowas erzählst, erklärt dich für Wahnsinnig. Stasi-Strategie. Methode des Wahnsinns des Kommunismus.

    Eine andere Möglichkeit, sind Seelen verstorbener Personen.

    Seit dem ich hier wohne, habe ich schon dreimal eine sehr deutlich sichtbaren aber komplett unsichtbare Nebelformation in Menschengestalt gesehen. In der Gestalt einer alten buckligen Frau, – wie meine verstorbene Oma.

    Einmal stehend, zwei mal schreitend schwebend. Einmal am Tag, zwei mal nachts.

    Möglicherweise ist dies eine Art Präsens, das mit der Steckdose.

    Wer weiß. Energie vergeht nicht. Alles bleibt 888 Kreislauf. Energie wird nur transformiert, – und eine Seele ist messbar, mit einer Wage. In Gewicht. So wies man die Existenz von Seelen nach. Das Experiment findet man im Netz.

    Ich werde dem nachgehen per Hörverstärker.

    MfG

  2. Steckdosen sagt:

    Hallo,

    hab auch öfters nach diesem blog die Steckdosen angehört aber hab nichts gehört bisher. Es liegt vielleicht dran das eure wände zu dünn sind und ihr eure nachbarn hört oder deren Fernsehen.

    MfG
    Steckdosen

  3. Steckdosenlauscher sagt:

    hallo,
    hier ist die einzige seite im internet mit leuten, die auch was aus der steckdose hörten. schon zweimal hörte ich stimmen wie ein radio weit entfernt oder ein elektronisches spielzeug im schrank aus einer steckdosenleiste. daran ist ein fernseher im stanby angeschlossen (Acer AT2358MLW 23 Zoll LED-Backlight-Fernseher) und eine led-lichtleiste (in-akustik A-Art LED Starterkit Set 90 cm RGB) mit fernbedienung. seltsamerweise steuert die fernbedienung vom tv auch die led-lichtleiste. beim laut-und leisestellen fängt die led an zu blinken. die stimmen aus der steckdosenleiste dauerten nur ca. eine halbe minute, dann war es wieder leise. beide elektrogeräte waren im standby in der steckdosenleiste. mein mann kam schnell ins zimmer und hörte es auch. also sind wie gemeinsam schizophren oder es hängt mit elektrosmog, funk, fernsehgerät oder …. :-) …. zusammen.

  4. Lars sagt:

    Also du wirst es nicht glauben, aber ich hatte das auch schon mit der Stimme aus der Steckdose, und ich war nüchtern und nehme keine Drogen ^^. Man konnte es aber nur hören, wenn alles leise war und dann auch nur sehr unverständlich. Wie ein Radio, dass man aus weiter Ferne hört.
    Genau genommen kam die Stimme aus Steckdose, wo auch der Telefonanschluss drin steckt.

    Zur Zeit wohn ich in einer WG, und eben kam mein Mitbewohner rein: “Du, da kommen Stimmen aus der Telefondose.”
    Ich denk mir: Das hatte ich doch auch mal und dachte ich halluziniere.
    Ich geh also mit dem Ohr an die Telefondose, und tatsächlich, Stimmen aus der Dose.

    Ich kann mir das immer noch nicht erklären, aber ich werde es mal weiter im Internet recherchieren ^^.

    Das der Franzose in deiner Geschichte als du vor Ort warst etwas gehört hat und du nicht ist allerdings seltsam.

  5. daniel sagt:

    hi ralf,
    ich würde gerne den alten artikel lesen, der link geht aber nicht…
    danke ;-)

  6. Ines sagt:

    Klar doch – der Kunde ist König.
    Aber es gibt auch s c h l e c h t e Könige !

    Und unter französischen Königen soll es ja schon vorgekommen sein, dass sich in deren Oberstübchen ganz seltsame Dinge getan haben.

    Sollten die Stimmen aus den Steckdosen sogar französisch gesprochen haben?
    Dann sollten sie statt der Polizei besser einen Ahnenforscher rufen.
    Wer weiß, vielleicht fließt in den Adern der Gäste ja edles Blut.

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