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Hilfe, ich bin kein Star: holt mich hier raus, oder ein weiterer Beitrag aus der Serie “Scheiss-Landleben”.

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Dass das Landleben als “Moechtegern-Selbstversorger” nicht ganz ungefaehrlich ist, duerfte jedem klar sein. Beim Brombeerpfluecken hat man sich schnell einen Dorn in den Finger gerammt, bei der Arbeit an den Bienen ein paar Stiche eingefangen, beim Hahn schlachten die Hand abgehackt, von Fliegen in den Nervenzusammenbruch getrieben, von umherfliegendem Duenger fast erschlagen werden kann oder schlicht und ergreifend im Schlamm versinken kann, sind Begleiterscheinungen, die man als angehender Landmensch in Betracht ziehen sollte. Nichts fuer wehleidige Naturen, nichts fuer Sesselpupser oder Videospielsuechtige. Das Leben als “Mochtegernselbstversorger” ist hart, entbehrungsreich und natuerlich gefaehrlich.

So ist es mir in der vergangenen Woche ergangen. Und das bei so einer banalen Taetigkeit wie dem Fuettern der Kaninchen. 

Als “Moechtegern-Selbstversorger hat man es nicht leicht”

Nein, der Rammler ist nicht auf mich gestiegen, er hat mir auch nicht seine Schneidezaehne in den Oberarm geschlagen, und einen Tritt mit den Hinterlaeufen mitten auf die Nase habe ich auch nicht bekommen. Ich habe sie einfach nur fuettern wollen.

Der Rest der Familie war aus dem Haus, die Kinder in den diversen staatlichen Einrichtungen, die Frau beim Geldverdienen, es haette ein ruhiger Morgen werden koennen. Temperaturen um die minus 10 Grad, eisiger schneidender Wind, eigentlich die richtige Zeit um sich der eigenen Internetseite zu widmen, einen Artikel zu schreiben oder Kommentare zu beantworten. Waeren da nur nicht die Tiere, die auch ihren Tribut wollen. Futter, Kannen mit warmem Wasser, die verteilt werden muessen. So einfach ist es also nicht.

Die Kaninchen leben bei uns in einem ehemaligen Pferdestall. Die Eingangstuer ist, wie bei Pferdestaellen nicht unueblich, in zwei Teile geteilt, einen unteren und einen oberen. Beide werden mit einem simplen Riegel verschlossen. Das reicht auch normalerweise. Ich also einen Morgen raus in die Kaelte, in der einen Hand eine Kanne warmen Wassers, in der anderen eine Schuessel Karotten mit Eiskristallen drauf. Ich oeffene den Kaninchenstall, schliesse die untere Haelfte der Doppeltuer und beginne damit, das Wasser und die Moehren zu verteilen. Um den Stall pfeift der Wind, und es ist wirklich nicht angenehm. Ich frage mich wirklich, wie diese Tiere das alles ueberstehen.

tuerriegelIst der Riegel erst mal zu, wird es unangenehm. Bei 10 Grad minus im Kaninchenstall erfrieren war nie so meine Vorstellung vom Ableben. ;)

Ploetzlich gibt es einen Knall. Ich schaue mich um und sehe, dass die obere Haelfte der Tuer vom Wind zugeschlagen wurde. Die untere Haelfte war logischerweise ja schon verschlossen, damit die Karnickel nicht entkommen. Ok, denke ich mir, der Riegel wird schon nicht zugefallen sein. Wie sollte er auch.

Scheiss-Landleben

Ein Denkfehler. Durch die eisige Kaelte hat sich das Metall des Riegels so verzogen, dass er eben doch eingerastet ist. Nicht viel, er muss ja normalerweise mit der Hand geschoben werden. Aber der Winddruck hat gereicht, um den Riegel doch so weit einrasten zu lassen, dass ich die Tuer von innen nicht mehr oeffnen konnte.

Das hat mir gerade noch gefehlt. Ich bin kein Kaninchen. Mir ist kalt, ich habe Hunger und will eigentlich nur wieder rein in die warme Stube. Aber Pustekuchen. Ich rappele an der Tuer, nichts tut sich. Ich sitze fest. Koennte mich zwar von dem Wasser und den Karotten einige Zeit ernaehren, aber das muss doch nicht sein. Was also nun machen? Gluecklicherweise hatte ich mein Handy in der Tasche. Die Bloesse, jemanden anzurufen, der mich aus dieser Misere befreit, mochte ich mir aber nicht geben.

“Hallo, kannste mal schnell vorbeikommen und mich aus dem Kaninchenstall befreien, bevor ich hier festfriere?”

Nein, ich habe ja nun auch meinen Stolz. Diese Geschichte haette man noch mir noch auf meinem 100. Geburtstag unter die Nase gerieben. So habe ich also weiter an der Tuer gerappelt, gegengeschlagen, versucht sie zu verkanten und zu hebeln, ja ich haette sogar mit ihr gesprochen, wenn es denn geholfen haette, um wieder aus diesem Stall herauszukommen. Nach 10 Minuten, die mir allerdings wie eine Ewigkeit vorkamen, ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben und wollte doch zum Telefon greifen, liess sich die Tuer dann doch wieder oeffnen. Glueck gehabt. 

Da bin ich ja noch mal ganz knapp an an einer ziemlichen Blamage vorbeigeschrammt.

Stelle sich doch bloss mal jemand vor, ich haette auch kein Handy dabei gehabt und die Tuer haette sich nicht mehr oeffnen lassen. Die Schlagzeile in der Bildzeitung haette ich gerne gesehen.

“Moechtegern-Selbstversorger” im Kaninchenstall erfroren.

Ich sag ja, Scheiss-Landleben!

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2 comments on “Hilfe, ich bin kein Star: holt mich hier raus, oder ein weiterer Beitrag aus der Serie “Scheiss-Landleben”.
  1. Anna sagt:

    Hallo Ralf

    Vielleicht solltest Du Riegel anbringen die sich auch von innen öffnen lassen, nur für den Fall der Fälle.

  2. Klaus sagt:

    Hallo Ralf
    Du bist ja ein richtiger Spassvogel. Ich hätte nicht lange gefackelt bei den klein Riegel. Da du im Winter gerne Werkelst, hier die Lösung du nimmst den Bohrer mit den du das Loch im Vogelhaus gebot hast und Bohrst oberhalb des Riegels zwei Löcher nebeneinander und Sägst das Mittelstück
    mit eine Stichsäge raus so, das du ein längliches Loch bekommst,Sinn und Zweck ist Klar. Der Lacher ist jetzt bei uns hahahaha, viel Spaß noch.
    LG.Klaus

    ab jetzt Klaus T. (weil schon vorhanden)

1 Pings/Trackbacks für "Hilfe, ich bin kein Star: holt mich hier raus, oder ein weiterer Beitrag aus der Serie “Scheiss-Landleben”."

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