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Genial Gaertnern auf Strohballen, oder die neue Art des Hobbygaertnerns? Buchrezension

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Was gibt es auf dem Hobbygaertner- und Selbstversorgermarkt nicht alles zu entdecken? Je mehr ich mich mit dem Thema befasse, umso mehr Methoden, seine Nahrung, oder wenigstens einen Teil davon selbst zu produzieren finde ich. Ist laengst nicht mehr so, dass Gott und die Welt auf den guten alten Bauerngarten schwoert. Damals, als Gartenbau noch leicht verstaendlich und fuer jeden nachvollziehbar vonstatten ging. Da war die Erde (und nur die), und in die gehoerte die Saat. Umgegraben, zur rechten Zeit gesaet, ein wenig Mist oder Kompost, das Unkraut in Schach gehalten, hier und da ein paar Blumen, damit das ganze auch huebsch anzusehen war. Fertig. Da gab es kein Diskutieren. Hat man schon immer so gemacht, und man ist damit nicht verhungert.

Moderne Zeiten

Es gibt nicht nur eine Schokoladensorte sondern gefuehlte 193, es gibt nicht nur ein Fernsehprogramm sondern ebenso 193, ja selbst beim Stromanbieter hat man heutzutage die Wahl zwischen 193 verschiedenen, und dabei sind die konkurrierenden Tarife noch nicht einmal mit einberechnet. Frueher passte ein kompletter Supermarkt in einen Tante Emma Laden, und Diebstahl war Diebstahl und der Uebeltaeter gehoerte gefaelligst bestraft. 

Warum sollte dieser Trend vor den Hobbygaertnern Halt machen? Mulchgarten, Mulch total, Food Forests, Permakultur, Huegelbeete, Hochbeete, Keyholegaerten, Aquaponic, Citygaerten, Communitygaerten, saisonal mietbare Ackerparzellen, Hydrokultur und so weiter und so fort. Nicht zu vergessen die allseits beliebten Mandalagaerten. Wieviele Methoden soll ich noch nennen?

Die “gute alte Zeit”

Sie sehen, auch auf diesem Gebiet ist die “gute alte Zeit” laengst vorbei. Wer heutzutage mit dem Gaertnern beginnen moechte, der muss sich erst einmal durch drei Dutzend Buecher arbeiten, einige hundert Filmchen bei Youtube ansehen, vier Fachzeitschriften abonnieren und, ganz wichtig, bei neulichimgarten.de/blog vorbeischauen.

Irgendwann dann, da bin ich mir sicher, landet der Gartenneuling auch beim Gaertnern auf Strohballen. Noch nie gehoert? Dann sind Sie aber nicht auf dem neuesten Stand des Gaertnerwissens. :) Dieser Trend muss wohl aus Amerika kommen. Jedenfalls ist das Buch, ueber welches ich heute einige Worte verlieren moechte, dort geschrieben worden.

Jaaa Leute, ich habe das Buch kostenlos bekommen, um meinen Senf dazu zu geben. Also nicht meckern, das sind eben die kleinen Vorteile des Gartenbloggerlebens. :)

Gaertnern auf Strohballen

Worum geht es da eigentlich? Wie der Name schon sagt, es geht um Gemueseanbau auf Strohballen. Ganz ohne Garten, ganz ohne Umgraben, ganz ohne Unkrautjaeten, fast ohne Schaedlinge, kostenguenstig und leicht nachzumachen. Das ist doch mal was. Wozu plackere ich mich da im Garten ueberhaupt ab, wenn doch alles so einfach geht? Strohballen besorgen, Geruest mit ein paar Draehten darueber aufbauen, waessern, duengen, wieder waessern und noch zwei mal duengen, pflanzen, ab und zu mal ein krankes Blaettchen abschneiden und zu guter Letzt eine reiche Ernte einfahren. Das klingt doch verlockend, oder nicht?

Ich bin mir sogar sicher, das funktioniert

Einer Kartoffel ist es letztendlich egal, wo sie waechst. Ob das nun in der Erde, unter einer Lage Stroh oder in einem verrottenden Strohballen passiert, ist der Kartoffel ziemlich egal. Ja, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und wuerde sogar sagen, es funktioniert auf Strohballen noch leichter, als in der Erde. Ein verrottender Strohballen erzeugt ein wenig Waerme, gut fuer die Pflanzen, er enthaelt kaum Unkrautsamen, folglich kaum Unkraut jaeten, er laesst sich an jedem Ort aufstellen, vorausgesetzt, er ist wasserdurchlaessig, und sogar die Fressfeinde sollen sich von einem Strohballengarten irritieren lassen. Eine Kohlfliege z.B. ist darauf programmiert, ihre Eier auf der Erde neben den Pflanzen abzulegen, und nicht auf einem Strohballen in 50 Zentimetern Hoehe.

Ist die Gartensaison vorueber bleibt zu guter Letzt auch noch eine Menge Kompost uebrig, fuer den jeder Hobbygaertner sicher eine gute Verwendung finden wird.

So einfach geht das heutzutage. Und das ist mein voller Ernst. Haben Sie das Buch erst einmal gelesen, werden Sie zu derselben Ueberzeugung kommen. Es braucht keine dreckverschmierten Haende, es braucht keinen hexenschussgeplagten Ruecken, es braucht auch, dank eingebauter (Kompostierungs- Heizung kein Gewaechshaus oder Folientunnel, ja nicht einmal einen Garten im herkoemmlichen Sinne,  um sein Gemuese selbst zu erzeugen.

Eine Alternative zum klassischen Garten?

Fuer alle, die auf der Suche nach alternativen Gartenbaumethoden sind, fuer die Aquaponic zu technisiert, Food Forests zu gross und der Wintergarten zu klein ist, dem sei “Genial Gärtnern mit Strohballen” ans Herz gelegt.

Wenn Sie jetzt allerdings glauben, ich wuerde morgen zum Bauern nebenan laufen und mir zwei Haenger voll Strohballen liefern lassen, dann irren Sie. Wie gesagt, nicht weil ich nicht von der Methode ueberzeugt waere. Ich bin da eher von der altmodischen Fraktion. Fuer mich gehoeren Saatkoernchen in die Erde und nicht in einen Strohballen. Ist aber nur meine ganz persoenliche Meinung.

Ich habe doch noch was zu maekeln

Es gibt aber noch einige andere Punkte an diesem Konzept, die mich ein wenig ins Gruebeln bringen. Zum einen erscheinen mir die Duengermengen, mit denen der Strohballen praepariert werden muss, arg hoch. Ich habe gerade noch mal nachgesehen. 650 Gramm herkoemmlichen Duengers (Rasenduenger wird empfohlen) oder 3000 Gramm fertigen Bioduengers (kein Mist) pro Ballen erscheinen mir doch arg viel. Ob mir da der Salat noch schmecken wuerde, bin ich mir nicht ganz so sicher.

Was mir auch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, dass fuer meinen Strohballengarten an andere Stelle ein halber Hektar Weizen oder Gerste wachsen muesste. Sicher, Stroh gibt es im Ueberfluss, trotzdem, bei Methoden, die auf solch massiver Materialzufuhr von ausserhalb basieren, (bei Mulchgaerten ist das uebrigens aehnlich) tue ich mich schwer. Aber das ist nur meine persoenliche Meinung.

Ich glaube, ich sollte es einmal ausprobieren

Ich muss ja nicht unseren kompletten Garten mit Strohballen pflastern. Fuenf oder zehn duerften doch schon reichen, um das mal in der Praxis zu erleben. Vielleicht mache ich mir ja doch nur zu viele Gedanken. Damit habe ich also schon das erste Gartenprojekt in diesem Jahr gefunden. :)

Genial Gaertnern auf Strohballen

von Joel Karsten

Landwirtschaftsverlag

Preis 17,95 Euro

ISBN 978-3-7843-5288-6

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Gemüseanbau, Versuche Getagged mit: , ,
8 comments on “Genial Gaertnern auf Strohballen, oder die neue Art des Hobbygaertnerns? Buchrezension
  1. Chaosgarten sagt:

    Ich halte das Konzept auch nur für semi-genial. Es dürfte eine erhebliche Menge Wasser bei draufgehen und wenn man keine geschickte Bewässerung bastelt, ist man ewig am Gießen. Die Arbeitsersparnis dürfte insofern begrenzt sein.

    Das mit dem Dünger ist natürlich auch nicht so toll. Vielleicht sollte da mal jemand die Nitratwerte nachmessen. Die Belastung ist durch Überdüngung übrigens in vielen Gärten höher, als bei gekauftem Gemüse.

    Schnecken dürften Strohballen lieben, besonders wenn sie immer schön feucht gehalten werden… Auf unserem Komposthaufen mit den Feldabfällen (Bohnenstroh, Spargelkraut, Kohlstrünke, etc. tummeln sich immer ganze Horden Nacktschnecken.
    Momentan muss das Gärtnern um immer neue (oder alte) Moden bereichert werden, damit man Bücher darüber verkaufen und die Leute in die Baumärkte scheuchen kann. Den meisten Hobbygärtnern würde es ohne die Tipps aus den Gartenmagazinen schnell langweilig werden.

    LG
    Lorenz

  2. Biene sagt:

    Es ist immer gut neues zu lernen, aber man muss sich nicht jede fixe Idee an die Backe tackern. Der Dünger ist ein absolutes NO GO!
    Ich würde es mit Pferdeäpfeln Probieren. Enfach mal so einen Ballen zerfläddern mit Mist mischen und in die Ecke vom GW knallen. Das ein oder andere würde sich sicherlich prächtig machen …

  3. Gronzo Granato sagt:

    = zitat =
    Was mir auch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, dass fuer meinen Strohballengarten an andere Stelle ein halber Hektar Weizen oder Gerste wachsen muesste. Sicher, Stroh gibt es im Ueberfluss, trotzdem, bei Methoden, die auf solch massiver Materialzufuhr von ausserhalb basieren, (bei Mulchgaerten ist das uebrigens aehnlich) tue ich mich schwer. Aber das ist nur meine persoenliche Meinung.
    = zitat ende =
    Bei Strohballengärtnerei brauchst du wahrscheinlich schon so große Mengen. Beim Anlegen eines neuen Beetes mit Mulchkartoffeln sicher auch nicht wenig (wenngleich schon deutlich kleinere Mengen als direkt im Strohallen anzubauen).
    Beim Mulchgarten muss ich aber wiedersprechen: Es geht nicht darum, eine gigantische Menge Material auf die Erde zu packen. Es reicht eine ganz dünne Schicht. Es soll ja die Erde nur etwas beschattet werden, um ein schnelles Austrocknen zu verhindern. Um auch den Unkrautwuchs zu unterdrücken brauchst du sicher auch hier größere Mengen Material, für so ‘ne dünne Schicht tut es aber 2x im Jahr eine Portion Brennessel (die du hoffentlich eh im Garten hast ;)) oder der Kleeschnitt von der Gründüngung, oder Rasenschnitt (mMn. nur im Notfall, da üblicherweise Rasen böse mit Unkrautkampfstoffen getränkt werden und auch fleißig gegen diverse Bodenwühler gespritzt wird, so dass ich auf Fremdlieferungen nicht zurückgreifen würde), oder das gesammelte Laub deiner Hecke.

  4. Ciara03 sagt:

    Hallo,
    Ich hab das vor 3 Jahren probiert und hat wunderbar geklappt!
    Allerdings unter folgenden Vorraussetzungen:

    10 Ballen vom lokalen Bauern die er übrig hatte UND nicht behandelt worden sind.

    An meine Ballen kam kein Kunstdünger – ich hab und vorsicht das mag manche abschrecken – Urin verwendet. Einfach sammeln, ein paar Tage in der Sonne stehen lassen, vor dem Ausbringen mit Wasser strecken fertig (da gibts unterschiedliche Mischverhältnissangaben) . Voll BIO :-) sofern man selber keine Medikamente nimmt….und auch nix anderes wie Jauche/Gülle/Hornspäne/Pferdemist/ Hühnermist….

    Ergebnis: Erdbeeren top, Tomaten top, Kürbis top, Kohlrabi hab ich nicht gut eingesetzt und den Rest haben sich die Schnecken geholt….also vom Ertrag dem Geschmack den Möglichkeiten ….kein Unterschied zum normalen Garten.

    Was auch noch positiv zu erwähnen ist ich hab die Ballen (könnte man 2 Saisonen verwenden aber 1. hätten die Tomaten dann keinen Halt mehr gehabt und 2. wars optisch jetzt nicht mehr sooo ansprechend) als eine Schicht ins Hochbeet verwendet und das war echt top! Total verrottet voller Regenwürmer….spitze für meine Pflänzchen im 2. Jahr des Gärtnerns!

    So jetzt zu den Nachteilen:
    Man braucht Unmengen an Wasser da das Stroh eine eher schlechte Speicherkapazität hat. Es gibts einige Tipps im Netz die Ballen in Plastik zu hüllen…ja das muss jeder selber entscheiden….(ich hatte alte leere Gartenerdsäcke rum liegen die unter die Ballen kamen denn Neukauf kam für mich nicht in Frage und ich dachte mir das sichert den Wasserverlust nach unten ein bisschen ab – naja. ) Manchen stellen die Ballen in diese großen schwarzen Plastikwannen – aber irgendwann wirds dann wieder so aufwändig das man gleich Pflanzkübel kaufen könnte….
    Der Sprühschlauch den ich drauf hatte ist einfach nachts auf kleiner Flamme gelaufen und dadurch blieb das Wasser besser im Stroh als wenn man 1x vollgas giesst.
    Der Halt einer großen Tomatenpflanze muss ein bisschen leiden aber wenn mans am Balkon macht kann man die Pflanze ja am Balkongitter hochbinden den auch der normale Pflanzstab hält ja nicht mehr bombenfest im Ballen wenn das ganze zu verrotten beginnt.
    Den Mist den die Strohlieferung macht ist auch nicht zu verachten ( ich hab sie in meinem Auto transportiert, auf Folie und konnte mich den ganzen Sommer an Sprüchen wie ” warum liegt denn hier Stroh….;-) erfreuen :-)

    Fazit für mich ohne mein Hochbeet jederzeit wieder aber man hat wie in jedem Garten auch Arbeit damit – ohne gehts einfach nicht. Das mit den Schnecken ist ein Blödsinn – alle Arten von Schnecken waren drauf. Vielleicht finde ich auch noch ein Foto!

    Freue mich deine Ergebnisse zu hören!
    P.s. wie behaltest du den Überblick was du wo wann in welchem Jahr gepflanzt hast? Ich hab jetzt das 3. Jahr einen Garten und wenn man immer andere Sorten ausprobiert wirds irgendwann unübersichtlich!!! Würde mich über eine Antwort echt freuen!

  5. Hermann sagt:

    Das mit dem hohen Düngerbedarf könnte daran liegen, dass die Kompostierung auch noch mit “bezahlt” werden muss. Strohballen haben ein unvorteilhaftes Kohlenstoff-Stickstoff Verhältnis, kompostieren also nicht von sich aus. Die Düngerzugabe egalisiert also durch Stickstoffzufuhr das Verhältnis und dann funktioniert das auch.

  6. oskar sagt:

    Hallo, das ist nichts neues. Haben wir in der DDR schon vor 30 Jahren so gemacht. In Gewächshäusern, da wurden Gurken drauf gepflanzt ( Schlangengurken sagt Ihr glaube dazu), Salatgurken halt. Die Gurken gingen dann in den Export in die BRD, lol. Der viele Dünger, ist bestimmt Stickstoff und der wird zum größten Teil für die Verrottung gebraucht damit gut Wärme entsteht. Was meinst du wie deine Gurken im Folientunnel abgehen wenn du da einen Strohballen einbuddelst. Warme Füße gut nass und Nährstoffreich.

    • enora sagt:

      nein, nein oskar, das träumst du nur. das haben die wessis und die amis alles selbst erfunden, genau wie ganztagskindi, schulessen, hort und den selbstversorgergarten. solche tollen sachen kann es bei uns garnicht gegeben haben. :)

      viele grüße und nicht sauer sein
      enora

  7. Frauke sagt:

    bei den Düngermengen kann man es auch lassen , Und die Wasssermengen sind auch nicht zu vergessen!
    da gefällt mir das Mulchen mit Stroh viel besser bei meinem Obstanbau.
    Aber man sollte schon daruf achten woher das Stoh kommt….und kleine Ballen sind nur schhwierig zu bekommen!
    Grüße von Frauke

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