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Camping im eigenen Haus

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Ein wenig mehr Annehmlichkeit haetten wir uns doch gewuenscht. Was wir hier zur Zeit betreiben ist Camping im eigenen Haus. Das ist nur was fuer die ganz harten. Draussen versinkt die Welt in Schnee und Eis, (Die letzte Temperaturanzeige im PKW lautete -15.5 Grad) Und wir campieren im eigenen Haus.

Eigentlich hatten wir mit unserem Vorbesitzer vereinbart, uns einen Gasherd zu ueberlassen, der in einem Schuppen ungenutzt herumstand. Davon waren wir ausgegangen. So ein weisser Emailleherd, an den eine Propangasflasche angeschlossen wird. Das haben wir fuer abgemachte Sache gehalten. Wir haben auf sein Wort ganz einfach vertraut.

Haetten wir besser nicht machen sollen. Als wir hier vor einer Woche eingezogen sind, war besagter Gasherd nicht mehr aufzufiden. Von all dem anderen Geruempel hier im Haus und in den Schuppen hat nichts gefehlt. Ein Kuehlschrank, wahrscheinlich defekt, genauso wie eine Tiefkueltruhe. Diverse Utensilien die zur Pferdehaltung benoetigt werden. Ebenso Briketts die wir in unserem Specksteinofen wohl nicht verbrauchen koennen (wir brauchen wieder einen Internetanschluss um das herauszufinden. Siehe unten). Dazu bestimmt noch einen, wenn nicht sogar mehrere Container Muell und sonstigem nicht mehr verwertbarem Zeugs.

Aber kein Gasherd. So mussten wir kurzerhand unsere Plaene aendern. Von Bekannten liehen wir uns einen Campingkocher mit zwei Elektroplatten, von denen die groessere schon nach dem ersten Kochen den Geist aufgab. Die andere Platte ist derart langsam, selbst das Braten von Spiegeleiern dauert fast so lange wie der Mittagsschlaf unseres Juengsten. So leben wir nun schon seit 10 Tagen mit diesem einen Kochfeld. Da kommt wirklich Freude auf.

Wir konnten noch eine Mokrowelle auftreiben. So ein ganz modernes Geraet fuer das man ein Studium braucht, will man die Milch fuer den Kleinen aufwaermen. Eine grauselige Maschine. Wenn mir eines ein Greuel ist, dann sind es Maschinen und Geraete, bei denen man erst einmal einen Roman lesen muss, um damit umgehen zu koennen. (Ich gehoere bestimmt auch zu den wenigen Menschen, die beim Handy schon Probleme mit dem Adressbuch haben. Und mit Guthaben aufladen kann ich mein Handy auch nicht selbst. Ganz zu schweigen davon, unseren Videorekorder zu bedienen. Und einen Sendersuchlauf an der Flimmerkistge habe ich auch noch nie gestartet usw. Will ich uebrigens auch nicht lernen.)

Eine Spuele haben wir auch keine. Wir benutzen das Waschbecken im Badezimmer, das sein warmes Wasser ueber einen Durchlauferhitzer ziemlich weit entfernt bezieht. Da muessen wir erst einmal das Wasser ein Minute lang laufen lassen, um ueberhaupt so etwas wie warmes Wasser aus dem Hahn laufen zu sehen.

So etwas wie Kuechenschraenke besitzen wir auch nicht. All unsere Vorraete, all das, was taeglich gebraucht wird, steht auf einem Plastiktisch im Badezimmer. (Wir werkeln noch an der Kueche herum und koennen uns nicht entscheiden) Zum Glueck hatten wir rechtzeitig einen Kuehlschrank besorgt. Obwohl, wenn es eines gibt, auf das wir in den letzten Tagen haetten verzichten koennen, dann waere es ein Kuehlschrank gewesen. Wir haetten unsere Milch und Butter auch einfach nach draussen stellen koennen.

Die Zimmertueren, besonders die zu den Kinderzimmern sind so verzogen, da pfeift die kalte Luft aus dem Flur nur so herein. Da kommt auch unsere Gasheizung nicht nach. In einem Billigzelt vom Discounter kann der Wind auch nicht mehr pfeifen. Wir haben uns zwar eine Rolle Dichtband fuer die Tueren besorgt, glauben aber nicht das bei den breiten Spalten zwischen Tuerblaettern und Zargen noch etwas zu machen ist.

Ganz schlimm ergeht es uns als Stadtmenschen ohne Internet. Wenn ich einmal, wie mit diesem Beitrag, ins Internet komme, dann ist es im Nachbardorf bei unserer Hauskoechin und das dann mit Modemgeschwindigkeit. (Deswegen keine Bilder) Da kann man schon die Krise kriegen braucht man nur eine Telefonummer von der Teleauskunft.

In meiner Verzweiflung habe ich mich gestern aufgemacht, mit dem Laptop irgendwo sonst ins Internet zu kommen. Da kam mir Mc Donalds gerade recht. Dierkt neben dem Baumarkt zu dem ich sowieso musste. Die haben dort wahrlich WIFI. Ich habe mich dazu durchgerungen, auch etwas zu essen. (Wir wollen ja unser Leben aendern!) Einziges Problem bei der Sache, der Interentexplorer wollte ums verrecken keine Seite anzeigen. Eine ganze Stunde lang habe ich versucht, mit allen mir bekannten Kniffen (Ich gebe zu, nicht besonders viele, siehe oben) die Google Startseite auf den Bildschirm zu zaubern. Ohne Erfolg. Ich haette heulen koennen.

Wer ueber Jahre hinweg mit dem Internet gelebt hat, wer schon keine Zeitung mehr gelesen, und dafuer seine Informationen aus dem Reader geholt hat, wer, bevor er eine groessere Anschaffung macht, erst einmal einen Preisvergleich aus dem Internet zieht, ja, wer sogar so “daemlich” ist, seine Gartenerfahrungen (und andere) im Internet auf der Seite “Neulichimgarten.de” zu veroeffentlichen, fuer den ist so eine Leben ohne Rechner und ohne Internet eine verdammt harte Zeit. Wir koennen ja nunmal im Garten momentan nichts anderes machen. Und dabei waere ein Interetanschluss gerade jetzt so wichtig. Alleine schon um einen preiswerten Anbieter fuer einen ordentlichen Gasofen zu finden.

Dafuer geniessen wir des Abends unseren Specksteinofen. Fuer diesen hat unser Vorbesitzer sogar noch ein wenig Holz uebrig gelassen. Duerfte noch fuer einen Monat oder mehr reichen. So sitzen wir dann Abends um unseren Ofen, wie ums Lagerfeuer beim Zelten.

Ich sag ja, Camping im eigenen Haus.

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Neues Haus Getagged mit:
2 comments on “Camping im eigenen Haus
  1. admin sagt:

    Tschuldigung fuer die spaete Antwort.

    Zu viel um die Ohren. Aber richtig, nirgendwo ist es so schoen wie hier. Und wir wollten auch um keinen Preis tauschen.

    Gruss RR

  2. Klingt sehr gut! Und nirgendwo ist so schön, als zu Hause! Nicht wahr? :)

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