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Bienenkiste und konventionelle Imkerei vergleichen? Das ist wie mit den Aepfeln und den Birnen.

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Es tut mir leid, wenn bei dem ein oder anderen Leser der Eindruck entstanden ist, ich wolle mit meiner Bienenhaltung in der Segeberger Beute und der Bienenkiste einen Systemvergleich anstellen. Dem ist natuerlich nicht so. Dazu fehlt mir ganz sicher die Grundlage und auch die Erfahrung. Meine Ueberschrift war vielmehr so gemeint, jedem Leser die Moeglichkeit zu geben, beide Vorgehensweisen mitzuerleben (hierauf liegt die Betonung), zu sehen welche Arbeiten bei beiden Bienenhaltungssystemen anfallen und wie das Ergebnis ist. Dies vollkommen wertungsfrei und ohne mir anmassen zu wollen, ein fachmaennisches Urteil abgeben zu koennen. Mir ist ganz sicher klar,

 

dass ich nicht Aepfel mit Birnen vergleichen kann. Ganz besonders schade ist es auch, dass ich mit meiner Bienenkiste nicht den Start hatte, den ich mir gewuenscht haette und wie es auch auf der Internetseite Bienenkiste.de beschrieben ist. Dort wird naemlich ausdruecklich dazu geraten, die Bienenkiste mit einem Naturschwarm zu besetzten, und das auch noch ausdruecklich bis spaetestens Mitte Juni.

So leid es mir tut, es hat nicht zu einem Naturschwarm bei mir gereicht. So musste ich mit einem Kunstschwarm beginnen, und das auch noch in grenzwertiger Zeit. Wenn ich mich recht erinnere, haben meine Bienen die Bienenkiste Anfang Juni bezogen. Also keine idealen Voraussetzungen, um mit der Imkerei in der Bienenkiste zu beginnen. Auf der Bienenkistenseite wird als letzte Moeglichkeit der Bienenbeschaffung, wenn es denn mit einem Naturschwarm nicht klappt, ein Kunstschwarm genannt. Dabei ist es wichtig, dass dieser Kunstschwarm mindestens 2 kilo Bienen, besser noch mehr enthaelt, eine begattete Koenigin enthaelt und bis allerspaetestens Anfang Juni die Bienenkiste bezogen hat. Bevor er einlogiert wird, sollte er mindestens eine Nacht im Keller gestanden haben.

Viel besser ist das aber auf der Bienenkisten Seite nachzulesen.

Nach dem Bericht ueber meinen Start mit der Bienenkiste habe ich eine Mail von Herrn Erhard Maria Klein erhalten, dem Betreiber von Bienenkiste.de. Diese moechte ich hier in Auszuegen wiedergeben, da Erhard das alles viel besser, anschaulicher und klarer darstellen kann.

 Nur Bienen im Schwarmtrieb bauen gut. Dabei werden die Bienen biologisch auf die bevorstehenden Aufgaben (z.B. Waben bauen) vorbereitet. Wenn man einen Kunstschwarm bildet, passiert das nicht. Bei einem Naturschwarm “wollen” die Bienen das selbst und wenn man das ganze mal ein wenig vermenschlicht darstellt, dann freuen sie sich auf die Aufgabe und sind voller positiver Energie.
Bei einem Kunstschwarm bringt man die Bienen in eine Notlage und sie fangen auch an (gezwungener Maßen) Waben zu bauen, weil sie sonst eingehen würden. Der Unterschied im Bauverhalten ist für jeden ganz einfach zu erkennen.
Das Bienenkisten-Konzept setzt auf das Imkern mit dem Schwarmtrieb und nutzt damit positive Kräfte im Bienenvolk. Wenn man mit einem Kunstschwarm anfängt, macht man sich selbst und den Bienen den Anfang überflüssig schwer.
Die Zeit, in der sich Bienen in der Natur vermehren ist relativ kurz. Sie liegt zwischen Obstblüte und Sommersonnenwende. Also knapp zwei Monate. Nach der Sommersonnenwende erlischt die expansive Kraft bei den Bienen. Sie stellen sich schon wieder auf den Winter ein und reduzieren stetig das Brutgeschäft. Spätestens Mitte September geht dann gar nichts mehr, weil die Nächte so kalt werden, dass Nektar oder Zuckerwasser nicht mehr aufgenommen und in Honig umgearbeitet werden kann und auch nicht mehr gebaut werden kann. Wenn man eine Bienenkiste früh mit einem Kunstschwarm besetzt, dann können die Bienen den ungünstigen Start noch gut ausgleichen. Je später man sie aber besetzt, desto geringer ist der “Handlungsspielraum” für die Bienen.

Der Unterschied zwischen einem Naturschwarm Anfang Mai und einen Kunstschwarm Mitte Juni ist also fast wie “Schwarz und Weiß”. Im ersteren Fall ist das ganze mehr oder weniger ein Selbstgänger. Selbst wenn man nicht füttert und sich auch sonst nicht um die Bienen kümmert, wird alles gut laufen. Deine Besiedelung der Bienenkiste mit einem Kunstschwarm Mitte Juni gleicht einer Frühgeburt. Ein Sorgenkind. Man “fühlt ständig den Puls seiner Bienen” und hofft und bangt, dass sie genügend Wabenwerk bauen, um über den Winter zu kommen.
Ein Naturschwarm Anfang Mai kann locker den gesamten vorderen Raum ausbauen und noch im ersten Jahr eine ordentliche Honigernte bringen. Unter den von Dir geschilderten Bedingungen kann man sehr froh sein, wenn zwischen 1/3 bis 1/2 des vorderen Raumes ausgebaut werden, was ungefähr das notwendige Minimum ist, dass sie überhaupt den Winter überleben.

Ich hoffe und wünsche Dir sehr, dass das Experiment gelingt. Ich finde es aber etwas schade, dass das Ganze in Deinem Blog als “Systemvergleich” angelegt ist. Wenn man “gezielt” schlechte Startbedingungen schafft, muss man sich über einen schlechten Verlauf nicht wundern. Bei manch einem wird jetzt aber vielleicht der Eindruck entstehen, dass das am Bienenkisten-Konzept liegt :-(

Also noch mal ganz klipp und klar, so wie ich mit der Bienenkistenimkerei begonnen habe, ist es von der Idee her nicht gedacht und gewollt. Es hat sich bei mir eben nur so ergeben. Nichts liegt mir ferner, als das Bienenkistensystem schlecht zu schreiben. Dafuer bin ich viel zu neugierig.

Meine Artikel ueber unsere Bienen hinken mehr als eine Woche hinterher. Ich moechte hier noch Bilder von der Entwicklung meiner Bienen in der Bienenkiste anfuegen, die bei den letzten Fuetterungen entstanden sind. Von der Qualitaet her vielleicht nicht so optimal, wenn ich nur die Videokamera von hinten unter das Trennschild halte und daraus einen Schnappschuss anfertige. Aber ich meine, man kann doch recht deutlich sehen, dass sich das Volk entwickelt. Bei jeder Fuetterung ist der Behaelter leer. Bleibt mir nur noch zu hoffen (und zu bangen), meine Bienen sind nicht von der “faulen Sorte” und legen sich auf die faule Haut. Ich jedenfalls werde weiter kraeftig fuettern.

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2 comments on “Bienenkiste und konventionelle Imkerei vergleichen? Das ist wie mit den Aepfeln und den Birnen.
  1. Götz sagt:

    Hallo Ralf,

    deinen Artikel habe ich via Spark auf Google+ gefunden und sehr interessiert gelesen. Auch ich habe in diesem Jahr mit einer Bienenkiste die Imkerei begonnen, hatte aber bei den “Rahmenbedinungen” mehr Glück. Bei mir ist nicht der Eindruck entstanden, Du würdest mit deinem Artikel eine Aussage über “Was ist besser?” treffen und wünsche Dir, dass sich das Bienenkisten-Volk gut entwickelt. Der relativ gute Sommer könnte es möglich machen.

    PS: Du solltest die Bilder in die richtige Position drehen, denn Oben ist Unten.

    Viele Grüße

    • admin sagt:

      Hallo Goetz

      Gibt es von deiner Kiste aktuelle Bilder im Netz? Ich wuerde gerne mal vergleichen. Klar, Die Bilder sind falsch herum. Nur so kann ich die Kamera unter das Trennschied schieben. Ich hatte angenommen, das waere selbsterklaerend. Werde ich noch rumdrehen.

      Gruss RR

1 Pings/Trackbacks für "Bienenkiste und konventionelle Imkerei vergleichen? Das ist wie mit den Aepfeln und den Birnen."
  1. [...] hat der Bauer dort ausgesaet. Vor beiden Voelkern herrscht ein Treiben, wie ich es selbst im Sommer nicht erlebt habe. Ich beobachte, wie sie in Heerscharen Richtung Feld ausschwaermen. Ein einziges [...]

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