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Vom Besuch einer Landmetzgerei, oder wie kommt das Rinderfilet auf Ihren Teller?

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Es war mal wieder so weit. Einige unserer Kaninchen sollten geschlachtet werden. Gross und alt genug waren sie,  und dafuer halten wir sie ja auch. Wie auch beim letzten Mal haben wir diese Arbeit von einem Profi erledigen lassen. Versteht sich von selbst. Jetzt verdient so ein Landmetzger sein Geld natuerlich nicht nur mit Kaninchen. Diese sind eher Beiwerk und werden so zwischendurch erledigt. Das eigentliche Geschaeft macht ein Metzger mit den groesseren Tieren. Und bei besagtem Metzger vornehmlich Rinder und Kaelber. Schweine duerfen, so habe ich erfahren, dort nicht geschlachtet werden. Schweine sind Allesfresser und duerfen nicht zusammen mit Rindern in einem Betrieb verarbeitet werden.

Eigentlich hatte ich einen ruhigen Tag geplant.

Ich hatte mich auf einen ruhigen Tag eingestellt, wollte mir ansehen wie meine Kaninchen geschlachtet werden und vielleicht auch einen Film darueber drehen. (Darueber werde ich spaeter noch berichten). Aber es kam ganz anders.

rinderschlachtungKeine Fliessbandarbeit. Hier wird noch ein Tier nach dem anderen geschlachtet und zerlegt.

Die ersten beiden Kaninchen hingen am Haken, als ein Jungbulle hereingefuehrt wurde. Im ersten Moment habe ich im Stillen so zu mir gesagt “Die werden doch nicht?” Aber mal ehrlich, ueberall hingen Rinderhaelften und Koepfe an Haken, und in einem Nebenraum wurde gerade ein Kalb zerlegt. Knochen und Rinderfuesse lagen in einer Ecke, und ein Raeucherofen rauchte vor sich hin. Kaum anzunehmen, dass das Tier zum Streicheln hineingefuehrt wurde.

Damit hatte ich ja nun nicht gerechnet. Oder vielleicht hatte ich es auch nur verdraengt. Samstag ist Schlachttag, und da geht es eben nicht nur meinen Kaninchen an den Kragen. Was sollte auch anderes mit diesem Tier passieren, als geschlachtet zu werden? Jetzt war er an der Reihe.

Dann ging alles ganz schnell.

Einer hielt den Bullen im Schlachtraum an einem Seil fest, waehrend ein anderer die grosse elektrische Zange bereit machte. Dann ging alles rasend schnell. Die Zange wurde angesetzt, ich meine sogar ein klein wenig Rauch aufsteigen gesehen zu haben. Augenblicklich knickten die Beine weg, und das Tier lag am Boden. Im Nu war die Kehle durchgeschnitten, und das Blut pulsierte literweise heraus. So ein Tier duerfte ca. 20 Liter Blut besitzen, habe ich mir sagen lassen. Sofort danach wurde das Tier mit dem Ruecken auf ein Holzgestell zurecht gelegt und jeweils ein Vorderbein und ein Hinterbein mit Haken aneinander befestigt. Ich nehme an, damit die Beine, wie auch der Koerper,  die noch Minuten spaeter zuckten, nicht zur Gefahr werden koennten.

Das eigentliche Toeten war schlimm, der beruehrendste Moment aber, das muss ich ehrlich sagen, war, als so gut wie kein Blut mehr floss, das Tier aber noch atmete. Es war ein Roecheln zu hoeren, als wohl Blut in die Luftroehre gelangte. Luftroehre wie Luftroehre. Diese war gut und gerne so dick wie mein Unterarm. Dieses Roecheln war ein wirklich schreckliches Geraeusch. Das Ende so unweigerlich und unausweichlich. Da habe ich fuer einen kurzen Moment schlucken muessen.

Jeder weiss es, aber alle verdraengen es.

Sicher, ich kenne diese Bilder. Schon oft genug im Fernsehen und im Internet gesehen. Wenn man aber so ploetzlich und unerwartet real damit konfrontiert wird, ist man doch schon etwas schockiert. Ein Kaninchen ist dagegen nicht wirklich tragisch.

kaelberschlachtungAuch Ihr Mittagessen von gestern hat einmal so dort gehangen.

Dann wurde der Kopf abgeschnitten, dem Tier an der Unterseite das Fell aufgeschnitten und seitlich heruntergeklappt. Danach an den Hinterlaeufen mit einem Flaschenzug in die Hoehe gezogen und das Fell komplett entfernt. Der Rest war Metzgerhandwerk.

Metzger, ein Beruf wie jeder andere.

Das alles mag schrecklich sein. Keine Frage. Es ist aber Teil des Lebens. Was mich viel mehr fasziniert hat, waren die Mitarbeiter dort. Jedem Ottonormalverbraucher laufen die Schauern den Ruecken herunter, wenn er so etwas miterleben muss (oder darf). Jeder Ottonormalverbraucher (in unserem Land) stellt sich unweigerlich die Frage, ob das alles seine Berechtigung hat und mag auch zu der Ueberzeugung kommen, auf Fleisch voll und ganz zu verzichten, vor allem dann, wenn er es einmal live miterlebt hat. Waehrend es fuer die Menschen, die damit jeden Tag zu tun haben eine Arbeit wie jede andere ist. So offen wie damit umgegangen wurde. Ich bin sicher, jeder Kettenbaecker, der was weiss ich fuer Zusatzstoffe in seinen Broetchen mitverkauft, jeder Supermarktleiter, der durch mannigfaltige psychologische Tricks den Umsatz ankurbelt, haette mehr Probleme damit gehabt, sich so tief in die Karten blicken zu lassen. Aber hier, ganz im Gegenteil. Jede meiner Fragen wurde offen und ehrlich beantwortet. ‘”Koennen Sie die Bedenken der Vegetarier verstehen?” fragte ich einen der Metzger. “Verstehen kann ich sie nicht, aber ich nehme sie hin”. “Wie sind Sie denn Metzger geworden? fragte ich. “Ich habe mir den Beruf freiwillig ausgesucht” und auf die Frage, ob er jemals Skrupel oder Bedenken gehabt haette, war die Antwort, diese duerfe man nicht habe. “Haben Sie schon mal in einem grossen Schlachthof gearbeitet? “Sicher, jahrelang. Aber diese Arbeit hier ist viel besser. Im Schlachthof jeden Tag die gleichen Schnitte, das macht keinen Spass.”

zerteilung-eines-schlachtrindesGut, ein wenig Muskelkraft gehoert schon dazu. Hier war noch Handarbeit mit dem Beil angesagt.

Ich habe mir vorher nie so wirklich Gedanken ueber den Beruf des Metzgers gemacht. Waere mir, wie auch Arzt, nie in den Sinn gekommen. Aber Metzger ist ein Beruf wie jeder andere. So wie ein Automechaniker, wenn er einen Motor auseinander nimmt, diesen ohne Fehler und ohne Zoegern wieder zusammensetzten kann, so haetten auch diese Metzger das Tier, nachdem es zerlegt war, ohne Probleme wieder zusammensetzten koennen. Wer diese Arbeit jeden Tag macht, tagein tagaus, ein Leben lang, der weiss, wie jedes einzelne Stueckchen Fleisch aussieht und wo es hingehoert. Der weiss, wo die leckersten Stuecke zu finden sind und wie man sie am besten zubereitet.

Was einem alles beim Zusehen durch den Kopf geht!

Als ich da so stand und zusah, wie das Tier in seine Einzelteile zerlegt wurde, da kam mir doch unweigerlich der Gedanke, wie es wohl vor einigen Tausend Jahren gewesen sein muss, wenn so ein Clan Homo Sapiens nach tagelanger Verfolgungsjagd und einem langen gefaehrlichen Kampf ein Mammut erlegt hat. Ausgehungert bis auf die Knochen, mit einfachsten Feuersteinklingen bewaffent ueber den Kadaver hergefallen ist. Dabei war soein Mammut schon ein ganz anderes Kaliber. Das alles mit Feuersteinklingen zu zerlegen, die Haut herunterzuschneiden, die Innereien herauszuholen. Ich habe mir vorgestellt, wie dieser Clan Homo Sapiens rundherum um dieses Mammut gesessen haben muss, einige vielleicht oben drauf, teilweise das frische Fleisch roh essend. Was muss das fuer ein Massaker gewesen sein? Welch ein Anblick muss das gewesen sein? Ob es sich nun wirlich so abgespielt hat, weiss ich nicht. Mir kam es eben nur so in den Sinn. Eines weiss ich aber ganz sicher. Moralische Bedenken werden sie damals keine gehabt haben.

das-war-mal-ein-kalbDas bleibt von einem Kalb uebrig. Ein Haufen Knochen. Metzger ist ein Beruf wie jeder andere auch.

Das leckerste Stueck vom Kalb.

Kommen wir zu der Frage, was nun das leckerste Stueck am Rind sein soll? Das sind die Baeckchen. Wird man in keinem Supermarkt finden. Vielleicht noch, wenn man danach fragt. Ich esse gerne Fleisch, aber bei dem Anblick dieser aufgehaengten Rinderschaedel haette ich wohl doch meine Probleme damit, so ein Kalbsbaeckchen zu essen. Weichei eben.

Alles ganz normal

Wissen Sie, was mich aber am allermeisten beruehrt hat? Auch ein Metzger muss mal fruehstuecken. Was tut er? Er geht in die Kuehlkammer, schneidet ein schoenes Stueck Fleisch ab, gibt dieses in den Fleischwolf und fertig ist eine gute Portion Rinderhack. Frischer, und ich bin auch sicher, leckerer kann ein Broetchen mit Hackfleisch und Zwiebeln nicht schmecken. Ein Glueck, das man mir keines angeboten hat.

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Veröffentlicht unter Dies und Das, Im Internet gefunden, Selbst gemacht, Tierhaltung, Ungeklaerte Fragen, Verarbeitung und Zubereitung, Versuche Getagged mit: , ,
18 comments on “Vom Besuch einer Landmetzgerei, oder wie kommt das Rinderfilet auf Ihren Teller?
  1. Michael sagt:

    Hallo,
    auch wenn der Blog offensichtlich schon lange ruht, möchte ich noch dazu schreiben.
    Mich bewegen bei diesem Thema nämlich zwei Faktoren, die sich ursächlich gegenseitig bedingen:
    zum Einen der unsägliche Umgang mit den Tieren in unserer industriellen TierPRODUKTION. – Schon dieser Begriff zeigt wie wenig die Kreatur Tier respektiert wird. Und warum das alles? Weil es dem Verbraucher nicht BILLIG genugsein kann!
    Zum Zweiten die nicht enden wollende Serie der Lebensmitteskandale: BSE, Schweinepest, Vogelgrippe, Gammelfleisch, Pferdefleisch “Freilandeier” die keine sind, usw., usw.
    Wir haben in unserer Familie denke ich, den Fleischkonsum gesund reduziert, wollen aber auch nicht ganz darauf verzichten. Da wir aber NIE ganz sicher sein können, egal wie das Fleisch deklariert ist, dass sich nicht wieder jemand die Taschen vollschaufelt und einen Mehrwert verkauft der gar nicht gegeben ist, entstand der Wunsch, wie unser Gemüse, auch einen Teil des Fleisches selber zu erzeugen. Schafe, Schweine oder gar Rinder schieden aus. So kam ich dann auf Kaninchen. Diese haben bei mir ein Vielfaches an Platz den selbst ein nach BIO-Richtlinien gehaltenes Kaninchen oder auch die meisten privat als Kuscheltiere gehaltenen Tiere bekommen. Die Tiere werden in Gruppen gehalten, die Tiere werden von mir mehrmals am Tag gefüttert, sie kennen mich und sie werden von mir selbst stressfrei und fachgerecht geschlachtet.
    Und was soll ich sagen: daraus ist inzwischen ein kleiner Nebenerwerb geworden und meine Kunden (sowohl Privatleute wie auch die gehobene Gastronomie!!) schätzen die Qualität und Frische meines Fleisches so sehr, dass sie fast doppelt soviel dafür bezahlen als im Handel.
    Ich will damit sagen: Es gibt genügend Verbraucher, die bereit sind, gute Qualität auch angemessen zu bezahlen und es ist umgekehrt auch möglich, in kleinen Einheiten tier- und tierschutzgerecht zu arbeiten und den Tieren ein angenhmes Leben zu geben.

  2. Katrina S. sagt:

    Hallo,
    Wow du hast alles real gesehen? Ich würde mich das nicht trauen vorallem weil mir schon schwindelig wird wenn ich ein tröpferchen blut von mir sehe. Eine frage wie hat es da gerochen?? Da waren ja innereien die bestimmt streng riechen. Danke für den Bericht der war echt toll!

    • admin sagt:

      Hallo Katrina

      du hast schon Recht, man brauche eine gewisse Nervenstaerke, um es sich anzusehen. Mit Blut darf man natuerlich kein Problem haben, klar.

      Ich war erstaunt, wie wenig es dort unangenehm roch. Ich muss sogar sagen, der Geruch war ueberhaupt nicht unangenehm. Da riecht es meiner Meinung nach in jedem Krankenhaus und jeder Arztpraxis unangenehmer als dort. Das mag aber auch am Winter gelegen haben. Es war recht frisch. Keine Fliegen, auch draussen nicht. Stell dir einfach eine gute saubere Metzgerei vor. So war der Geruch.

      Ich denke, auch im Sommer wird sich daran nicht viel aendern. Wir haben ja auch schon mal Kaninchen im Sommer schlachten lassen. Da war ich auch in den Gebaeuden. Auch damals kein unangenehmer Geruch.

      Gruss RR

  3. Thomas sagt:

    Eine emotionale Beschreibung Deines Erlebnisses,
    es ist sicherlich so, dass der Tod als unserer Begleiter, den uns näher stehenden Lebewesen, uns sehr berührt. Wir als ‘Gewohnheitstiere’ sind in der Lage die Notwendigkeit des Schlachtens, um ein Tier essen zu können, irgendwann mit dem entsprechenden Respekt für das Tier zu akzeptieren. Tiere sind anders als Pflanzen sicherlich schwerer zu töten. Eine Möhre ziehe ich locker aus der Erde, zerschneide, koche und würze sie, um sie genüsslich zu verspeisen. Kein Gedanke geht mir dabei durch den Kopf, wie es der Möhre dabei geht. Geflügel kann sich der ein oder andere auch noch vorstellen zu töten; – aber Säugetiere?
    Ich halte meine Tiere selbst, schlachte und verspeise sie. Das töten ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Wenn ich meine Tiere esse, halte ich es so, dass diese wie die von mir gezogene Möhre mir die Kraft und Energie zum Leben geben. Ohne die gegessenen Tiere und Pflanzen wäre ich nicht. Der Respekt vor dem was wir essen ist was uns die Augen öffnet. Viel grausamer als das Schlachten von Tieren ist, wie wir heute mit den Pflanzen und Tieren umgehen die zum verspeisen für die Allgemeinheit bestimmt sind.
    P.S. Dank dir für dein ‘neulijchimGarten’ . es macht sehr viel Freude

  4. Johanna sagt:

    Danke für deine Rückmeldung, dass meine Worte bei dir so angekommen sind, als würde ich nur meine Lebensweise für die einzig Wahre akzeptieren. Ich las nur sehr gerne deine Beiträge und hatte Probleme mit den Fotos, nicht mit deiner Meinung. Dir weiterhin alles Gute, Johanna.

    • admin sagt:

      Hallo Johanna

      Du musst auch mich ein wenig verstehen. Besonders in Bezug auf die Tiere, blaest mir maechtig der Wind ins Gesicht. Sei es in meinen youtubefilmen oder auf meinem Blog. Ich habe mir schon so viele Beschimpfungen und Beleidigungen anhoeren muessen, da wird man sensibel. Schau mal auf youtube meinen Film und die Kommentare ueber unsere ersten geschlachteten Kaninchen, dann wirst du das verstehen. Und das ist nur ein Teil von allem.

      Dabei tue ich nichts Unrechtes und was wir tuen ist das, was von dem Grossteil der Bevoelkerung akzeptiert wird. Der Unterschied von mir zum Rest: ich schreibe darueber und habe keine Geheimnisse. Der Anteil derer, die Kritik ueben entspricht mit Sicherheit nicht der Verteilung der Meinungen in der Bevoelkerung. Kritik ist leicht geaeussert, Zuspruch oder aber Verstandnis wird viel weniger geaeussert.

      Du kannst versichert sein, diese Aktionen hinterlassen auch bei mir Spuren. Was haben wir uns schon oft darueber unterhalten, wie wir unseren Fleischkonsum reduzieren koennen und wir arbeiten auch daran. Ich bin ja kein Unmensch. Ach ja, der Artikel mit meinem Unwohlbefinden war natuerlich in weiten Teilen Ironie. Natuerlich kaufe ich keine Nahrungsergaenzungsmittel. Es liegt vielleicht einfach nur am Winter und am Stress mit den Kindern.

      Ich hoffe, trotz unserer Meinungsverschiedenheiten wirst du auch weiterhin meinen Blog verfolgen. Es dreht sich ja nicht alles nur um Tiere und Toeten. ;)

      Gruss RR

  5. Johanna sagt:

    Hallo Anna, hallo Ralf,
    weder zu den Fleischfressern – Karnivoren z.B.: Wolf, noch zu den Allesfressern – Omnivoren z.B.: Schwein kann der Mensch gehören. Aber auch die Pflanzenfresser – Herbivoren z.B.: Rind unterscheiden sich anatomisch vom Menschen. Bleiben nur noch die Fruchtfresser – Frugivoren übrig. Das Gebiss des Menschen gleicht fast vollständig dem der menschenähnlichen Frugivoren. Die Länge des menschlichen Darms beträgt 5 bis 8 m und die Distanz zwischen Mund und Wurmfortsatz 50 bis 80 cm. Dies ergibt einen Faktor 10 wie bei anderen früchtefressenden Tieren und nicht 3 wie bei Fleischfressern oder 20 wie bei pflanzenfressenden Tieren. Der menschliche Seh- und Geruchssinn ist durchaus auch mit den Frugivoren vergleichbar. Findet ein Raubtier die Fährte eines Wildes, so fangen die Augen an zu funkeln, es folgt eifrig der Spur und leckt gierig das hervorspritzende Blut. Der Pflanzenfresser dagegen geht ruhig an seinen Mitgeschöpfen vorüber und kann höchstens durch andere Umstände veranlasst werden, sie anzugreifen, nie wird ihn der Geruchsinn verleiten, Fleisch zu verzehren. Er lässt sogar seine natürliche Nahrung unberührt, wenn diese mit Blut bespritzt wurde. Wird ein Kind, das nie etwas vom Schlachten der Tiere gehört hat, selbst dann, wenn es schon Fleisch essen musste, beim Anblick eines Tieres auf den Gedanken kommen: Welch ein herrlicher Leckerbissen? Mir jedenfalls läuft nur beim Anblick einer reifen, saftigen Frucht das Wasser im Mund zusammen! Ich bin daher entschieden ein Frugivore!
    Ich denke nicht, dass sich ein Tier, das artgerecht gehalten wird, sich aus diesem Grund lieber schlachten lässt – aber ich kann ja irren, vielleicht denkt sich ja so ein Kaninchen oder Huhn tatsächlich: „Zumindest hatte ich ‚ein sehr erfülltes schönes Leben’!“

    • admin sagt:

      Hallo Johanna

      Ich muss zugeben, ich habe ein Problem mit jederlei Fundamentalismus. Egal welcher Coleur. Dieser Fundamentalismus schlaegt mir immer wieder ins Gesicht, wenn es um Fleisch und meine Einstellung dazu geht. Wo liegt denn der “eingefleischten Vegetarier – Frakton” Problem damit, zu akzeptieren, dass in der Menschengeschichte schon immer Fleisch gegessen wurde. Die Kulturen, die darauf “FREIWILLIG” verzichten, kann man an einer Hand abzaehlen. Natuerlich, man kann darauf verzichten, man muss es aber nicht. Und da liegt euer Problem. Ihr lasst keine andere Meinung zu als eure eigene und wenn ihr entscheiden koenntet, dann wuerdet ihr es generell verbieten. Das ist Fundamentalismus und damit tue ich mich schwer, wenn mir jemand vorschreiben will, wie ich zu leben habe.

      Gruss RR

  6. mustafer sagt:

    das ist geil deine videos sind suppi viele dank

  7. Simon sagt:

    Interessanter Artikel! Was mich noch interessiert hätte: Was machen die mit dem Kuhfell? Wird das weggeworfen oder weiterverarbeitet, z.B. als Bettvorleger? :-)

    • admin sagt:

      Hallo Simon

      Habe ich leider nicht nach gefragt. Aber ich glaube eher nicht. Die Leute waren Metzger und deren Handwerk war Fleisch. Wuerde mich selbst mal interessieren.

      Gruss RR

  8. Anna sagt:

    Hallo Johanna,
    es ist zwar sehr löblich, dass Du Dich für eine Vegetarische Lebensweise entschieden hast, Dein Körper ist aber trotzdem der eines Allesfressers. Das beginnt mit den Zähnen die weder auf Vegetarische noch auf Fleischliche Nahrung spezialisiert sind, sondern auf einen Mix aus Beidem, geht weiter zu Magen-Darm-Trakt die in Menge (1 Magen) und Länge (des Darms: Nicht so lang wie für rein pflanzliche Kost benötigt und nicht so kurz wie für reinen Fleischkonsum ausreichend) auf Mischkost ausgelegt sind und endet beim ganzen Körper der auf die Nährstoffe aus Mischkost angewiesen ist. Ja, es ist möglich einige der Nährstoffe aus Fleisch mit anderen Sachen zu substituieren, allerdings muss man trotzdem darauf achten keine Mangelerscheinungen zu bekommen.
    “Krankmachend” ist Fleischkonsum jedenfalls nicht, es ist mehr eine Frage der Moral und des Respekts vor allem Leben. Ich persönlich könnte kein Tier töten, auch wenn ich weiß wie paradox es ist, trotzdem Fleisch zu essen. Viele meiner Freunde sind oder waren aus diesen Gründen Vegetarier. Persönlich möchte ich nicht auf Fleisch verzichten, achte aber darauf, dass die Tiere ein möglichst lebenswertes Leben hatten, weshalb ich nach Möglichkeit nur Bio-Fleisch kaufe.
    Die Kaninchen und Hühner von Ralf hatten bestimmt ein sehr erfülltes schönes Leben, da finde ich es moralisch durchaus vertretbar, dass er Sie anschließend mit gutem Gewissen isst.

  9. Johanna sagt:

    Hallo,
    ich bin weder Fleisch- noch Allesfresser! Nur weil das Töten von Lebenwesen eine ach so lange Tradition in unserer Kultur darstellt, heißt es nicht, dass wir weiterhin an dieser krankmachenden “Normalität” festhalten müssen – kann ja sein: vielleicht geht’s dir deswegen so dreckig – fühlst dich deswegen so völlig am Ende???

  10. Gerry sagt:

    Sehr spannender Bericht – ich sitze grade ganz starr vor dem Computer und denke wieder mal über meine Essgewohnheiten nach. Ja, ich bin Fleischesser. Und ich mag Fleisch ebenso gern wie Gemüse. Darauf verzichten möchte ich nicht, auch wenn mir Deine Zeilen (vor allem jene über das Röcheln) dann doch sehr nahe gehen.

    Ich denke, es ist wichtig, dass man weiß, wie das Schnitzel auf den Teller kommt. Und das sollte man sich auch immer wieder vor Augen führen. Woher kommt das Fleisch her, das ich esse? Und wie oft wissen wir nicht, wie die Tiere gehalten und geschlachtet wurden?

    • admin sagt:

      Hallo Gerry

      Das ist der richtige Ansatz. Man sollte wissen wo es her kommt und wie es auf den Teller kommt. Vielleicht kehren wir dann zurueck zu einem vernuentigen Mass an Fleischkonsum. Wie es eben frueher war. Ein Sonntagsbraten und den Rest der Woche ohne Fleisch. Ich denke, wenn dieses dann auch noch aus einer zuverlaessigen Quelle stammt, dann braucht man sich nicht zu schaemen.

      Gruss RR

  11. Chaosgarten sagt:

    Ein schöner Bericht über ein kontroverses Thema. Solange wir Fleisch essen, ist es ein Beruf wie jeder andere und da die meisten von uns ihn nicht machen wollen, müssen wir denjenigen, die ihn ausüben erst recht Repekt zollen. Da wir Allesfresser sind und Fleischessen in unserer Gesellschaft tief verwurzelt ist, wird sich daran also nicht so schnell was ändern.

    Natürlich muss man aber auch kritisch hinterfragen, wie die Tiere getötet werden. Große Schlachthöfe, in denen die Tiere erst lange mit ihren verängstigten Artgenossen auf ihren Tod warten müssen sind sicherlich sehr unschön, aber sie machen das Fleisch billig. Da sie es gleichzeitig aber auch durch die Ausschüttung von Stresshormonen minderwertig machen, bleibt sicher immer ein gewisser Markt für kleinere, eher handwerklich arbeitende Betriebe.

    Beim Gedanken an ein ganz frisches Mettbrötchen läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Allerdings hab ich neulich Schweinebraten gegessen, während ich nebenbei eine Doku mit gammelnden Schweinehälften geschaut habe, das hat meinen Genuss auch etwas geschmälert. Kann also gut nachvollziehen, dass du in dem Moment keinen Appetit auf Mettbrötchen hattest.

    • admin sagt:

      Hallo Chaosgarten

      Man braucht schon eine ganz spezielle Einstellung zum Toeten und zum Fleichgenuss, um sich sein Mett direkt aus dem Kuehlhaus zu holen. Ich denke, so wie ich es gesehen habe, kann sich niemand beklagen. Da hat kein Tier lange gewartet. Rein und fertig. Ganz sicher bekommt man in dieser Metzgerei so frisches Fleisch, da kann sich jeder Supermarkt, sei er auch noch so billig, eine Scheibe von abschneiden

      Gruss rr

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