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Ameisensaeurebehandlung mit Grablicht, oder von Fehlerquellen ohne Ende. (Video)

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Manchmal wuenschte ich mir, die Dinge wuerden so funktionieren, wie ich es gelernt habe und wie sie sein sollten. Tun sie aber nicht. Besonders bei unseren Bienen. Da gibt es immer wieder Probleme zu loesen, die nicht ins Konzept passen. Eine wichtige Arbeit stand naemlich noch aus. Die “Spaetsommerpflege” der Voelker und speziell die Bekaempfung der Varroamilben nach dem Auffuettern. Einen Ueberblick ueber den Befallsgrad hatte ich mir ja schon vor einigen Tagen gemacht und festgestellt, dass ich nicht in Panik ausbrechen muss, aber auch nicht untaetig herumsitzen kann. Eine Behandlung mit Ameisensauere war anzuraten.

Schon wieder zu spaet!

Die sollte laut Liebig Mitte September bei Jungvoelkern durchgefuehrt werden. Diesen Termin konnte ich nicht ganz einhalten, da ich noch nicht einmal mit der Winterauffuetterung bei allen Voelkern durch war. Das lag daran, dass zwei der Voelker ja zwischendurch eine “Brutpause” eingelegt hatten und erst vor einigen Wochen wieder damit anfingen. Dadurch kam der gesamte Zeitplan in Verzug.

So um den 22. August war ich mit dem Auffuettern fertig und wollte die Behandlung durchfuehren. Die Geraetschaften und die Ameisensaeure lagen bereit, nur das Wetter spielte nicht mit.

Wozu ueberhaupt Ameisensaeure?

Kurz erklaert, wozu diese Behandlung gut ist und wie sie durchgefuehrt wird. Ameisensaeure ist giftig, nicht nur fuer Varroamilben, sondern auch fuer die Bienen. Das ist schon mal eine “ungesunde” Konstellation. Aber wie bei jedem Gift kommt es auch bei der Ameisensaeure auf die Dosis an. Die Bienen vertragen etwas mehr Ameisensaeure als die Milben. Aber auch wiederum nicht so viel, als dass man sorglos an die Sache herangehen koennte.

Es muss dafuer gesorgt werden, dass ueber einen gewissen Zeitraum, drei Tage normalerweise, eine Ameisensaeurekonzentration im Volk herrscht, die fuer Milben toedlich ist, den Bienen aber noch keinen Schaden zufuegt. Jedenfalls keinen grossen. Das wird dadurch erreicht, indem man den sogenannten Liebig Dispenser gefuellt mit Ameisensaeure in eine Leerzarge ueber den Waben in die Beute stellt und die Saeure dann ueber einen Zeitraum von drei Tagen kontinuierlich verdunstet. Soweit die Theorie.

Zu Theorie und Praxis

Man muss kein Chemiker sein um zu wissen, dass die Verdunstungsrate abhaengig von der Temperatur ist. Bei sommerlichen Temperaturen braucht man sich keine Sorgen zu machen. Je tiefer die Temperaturen allerdings liegen, umso geringer ist die Verdunstungsrate und eventuell wird die fuer Milben toedliche Konzentration gar nicht erst erreicht. Dann haette man an der Krankheit vorbeitherapiert. :)

liebig-dispenserDa kann man eigentlich nichts falsch machen. Flasche fuellen, Docht einlegen und Flasche aufstecken. Der Liebig Dispenser gefaellt mir erheblich besser, als die Methode mit der Medizinflasche

Der frueheste Termin fuer mich war der 24. September. Nur, die Aussentemperaturen lagen bei 14 bis 16 Grad am Tag und zwischen 6 und 10 in der Nacht. Das ist zu wenig, jedenfalls meiner Einschaetzung nach. Im Kurs bekam ich aber die Information, man koenne der Temperatur und damit der Verdunstungsrate auf die Spruenge helfen, indem man zum Dispenser eine Grableuchte stellt. Die erhoeht die Temperatur auf einen Wert, bei der die Ameisensauere vernuenftig verdunstet.

So habe ich mir einige Grableuchten besorgt. Aber damit noch nicht genug. Im Kurs wurde auch gesagt, die Bienen wuerden unter Umstaenden unter Einsatz ihres Lebens die Kerze versuchen zu loeschen (obwohl ich von anderer Seite gehoert habe, sie wuerden um die Kerze eine kleine Traube bilden und sie so zum Erloeschen bringen).

Um das zu verhindern habe ich mir aus Armierungsgewebe (heisst das so? ) Stuecke zurecht geschnitten, die ich passend auf das Wabenwerk legen wollte, aehnlich einem Absperrgitter, nur mit kleineren Oeffnungen. Und genau so habe ich es gemacht. Zuerst bei allen Voelkern die Fluglochverengungen entfernt. Dann die Windeln untergeschoben um spaeter den Erfolg kontrollieren zu koennen, und dann alle Voelker mit solchem Gitter ausgelegt, einen Dispenser mit 100 ml Ameisensaeure (genau die Menge, die im Kurs angegeben wurde und ich hoffe, dass es nicht zu wenig war) hineingestellt, diagonal dem Flugloch gegenueber. Zuletzt noch die Grableuchte hineingestellt und angezuendet.

Mehr kann ich nicht machen

Das ist, was ich machen kann. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Ob das nun alles richtig war, wird sich herausstellen. Koennte ja sein, dass die Verdunstungsrate durch die zusaetzliche Waerme doch viel zu hoch liegt, die Bienen doch durch die Absperrung gelangen oder trotz Grableuchte die Verdunstung zu gering ist. Es koennte auch sein, dass die CO2 Konzentration zu hoch wird, oder aber Russ und andere Chemikalien, die sich im Wachs der Kerze befanden, den Bienen den Garaus macht. Fehlerquellen ohne Ende.

Um eine gegenseitige Wiederansteckung der Voelker zu verhindern, habe ich sie alle gleichzeitig behandelt. Auch das Volk in der Bienenkiste. Das hat zwar schon vor der Auffuetterung eine Behandlung bekommen. Ich habe keine Varroakontrolle durchgefuehrt, sondern auf “Nummer sicher” noch einmal behandelt. In der Bienenkiste habe ich die Kerze nicht geschuetzt und auch das Trennschied nicht entfernt. Keine einzige Biene hat sich auch nur in die Naehe der Kerze gewagt. Die sind ein ganzes Stueck weit in die Kiste zurueckgewichen.

Jetzt heisst es warten. In drei Tagen weiss ich mehr.

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Veröffentlicht unter Bienen, Dies und Das, Schaedlinge, Selbst gemacht, Tierhaltung, Ungeklaerte Fragen, Versuche Getagged mit: , , ,
3 comments on “Ameisensaeurebehandlung mit Grablicht, oder von Fehlerquellen ohne Ende. (Video)
  1. Hagen sagt:

    Hallo Ralf,
    voller Neugier verfolge ich nun deinen Blog. Das mit den Bienen hat mich total fasziert, kann den Film “More than honey” nur jedem empfehlen!
    Da ich selbst auf dem Weg zur (nicht 100%igen)selbstversorgung bin ist das Thema Bienen auch für mich spannend. Folgenden Link habe ich entdeckt und mit großem Interesse auch ein Video dazu gesehen und den Link gerne teilen. Ich will nicht sagen, es könnte ein Allheilmittel sein, aber warum sollte man es nicht einfach mal ausprobieren? Learning by doing. Wenn die Leute recht haben, um so besser, wenn nicht, hat man halt kleinere Bienen…

    http://shop.imkerei-muhr.de/fachliches_zellenumstellung.php

    und das Video

    http://www.youtube.com/watch?v=Lb2rigB9Co0&html5=1

    Wenn jemand Erfahrung damit hat, würde ich mich freuen, datüber zu hören.
    Grüße
    Hagen

  2. Simon sagt:

    Hallo Ralf,
    hier wird dein Beitrag mit dem Grablicht diskutiert und du kannst dir andere Meinungen über das Grablicht einholen.

    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=31385

    Lg
    Simon

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